Rohstoffe

Zyklische Rohstoffe weiter im Aufwind

Energie: Impfstoff-Optimismus verhilft Ölpreisen zu weiteren Gewinnen

Die Meldung über einen zweiten, angeblich effektiven Impfstoff gegen Covid-19 hat den Aktien- und Rohstoffmärkten weitere Unterstützung verliehen. Dies bekräftigt die Erkenntnis, dass man dem Virus wirksam begegnen kann und die Rückkehr zur langersehnten Normalität wahrscheinlicher geworden ist. Bis dahin ist allerdings noch ein langer Weg, weshalb eine Änderung der “OPEC+”-Strategie und eine längere Beibehaltung der Produktionskürzungen notwendig ist. Das war auch die Empfehlung des Technischen Komitees (JTC) gestern an die Minister der “OPEC+”-Länder, die heute beraten werden. Nach aktueller Einschätzung (IEA) dürfte eine Verlängerung um drei bis sechs Monate wie vom JTC vorgeschlagen ausreichen, um einen starken Aufbau der Lagerbestände in der traditionell nachfrageschwächeren ersten Hälfte des Jahres 2021 zu verhindern. Außerdem kann der schärfste Konkurrent der OPEC, der US-Schieferölsektor, wohl nicht die durch den freiwilligen Rückzug der OPEC+ entstandene Angebotslücke für sich nutzen. Die US-Energiebehörde EIA geht in ihrem gestrigen Bohrproduktivitätsbericht von einem Rückgang der US-Schieferölproduktion aus. Trotz einer steigenden Bohrproduktivität – im Durchschnitt soll ein neues Bohrloch im Dezember mit 1.039 Barrel täglich mehr fördern als je zuvor – soll die Produktion im Dezember ggü. November um 140 Tsd. auf rund 7,51 Mio. Barrel täglich sinken. Offensichtlich trägt der massive Rückgang der Zahl der aktiven Ölbohrungen in der ersten Jahreshälfte dazu bei. Der Anstieg der Bohraktivität und auch die Erschließung der zuvor gebohrten (aber nicht erschlossenen) Löcher gestaltet sich dagegen angesichts der nach wie vor niedrigen Ölpreise nur langsam. Zum kräftigen Preisanstieg Anfang letzter Woche nach der ersten Impfstoff-Nachricht dürften auch die Großanleger beigetragen haben, die sowohl bei WTI als auch bei Brent ihre Netto-Long-Positionen zum Stichtag 10. November stark ausgeweitet haben. Auch bei Gasöl sind die Netto-Long-Positionen nun mit über 26 Tsd. Kontrakten auf den höchsten Stand seit August gestiegen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD0UQEShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold nach Impfstoff-Nachricht kurzzeitig unter Druck, Platin steigt deutlich

Der Goldpreis geriet gestern zwischenzeitlich unter Druck und fiel um 1,5% auf 1.865 USD je Feinunze. Auslöser war die Nachricht eines weiteren kurz vor der Zulassung stehenden hochwirksamen Impfstoffes gegen Covid-19. Doch anders als vor einer Woche erwies sich der Preisrückgang kurzlebig. Schon am Nachmittag hatte Gold sämtliche Verluste wieder aufgeholt und ging letztlich unverändert bei 1.890 USD aus dem Handel, wo es auch heute Morgen notiert. Zum einen ist der Überraschungseffekt der Nachricht diesmal geringer, zum anderen ändert sie nichts an der aktuellen Corona-Lage, die von weiterhin hohen Ansteckungszahlen und immer mehr um sich greifenden Lockdowns gekennzeichnet ist. Bis Impfstoffe in hinreichender Menge zur Verfügung stehen und eine Immunisierung der Weltbevölkerung erreicht ist, wird es noch mindestens bis Mitte nächsten Jahres dauern. Bis dahin dürften Regierungen und Zentralbanken mit weiteren Stimulierungsmaßnahmen gefragt bleiben, was für Gold spricht. Wie wir bereits gestern berichtet hatten, ist Gold derzeit bei den ETF-Anlegern weniger gefragt. Gestern gab es erneut ETF-Abflüsse von fast 10 Tonnen. In den letzten drei Handelstagen summieren sich die Abflüsse auf 30 Tonnen. Ohne ETF-Zuflüsse dürfte es Gold schwer fallen, die Marke von 1.900 USD zu überwinden. Bei fortgesetzten Abflüssen ist eher mit einem Preisrückgang zu rechnen. Wir sind aber davon überzeugt, dass die ETFs angesichts der weiterhin bestehenden Argumente pro Gold schon in Kürze wieder Zuflüsse verzeichnen werden. Vollkommen losgelöst von den anderen Edelmetallen sprang gestern Platin um 4% auf 930 USD je Feinunze nach oben. Einen spezifischen Auslöser gab es nicht. Es ist gut möglich, dass sich Anleger im Vorfeld des morgen anstehenden Quartalsberichts des WPIC positioniert haben. Dieser dürfte wegen der Produktionsausfälle in Südafrika ein höheres Angebotsdefizit am weltweiten Platinmarkt prognostizieren. Heute veröffentlicht das Silver Institute seine Einschätzungen zum Silbermarkt.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T56LongPlatin FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatin FutureFaktor: -5
SB3T6ELongSilber FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilber FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Chinesische Aluminiumproduktion nicht zu stoppen

Im Zuge des starken Wochenauftakts an den Metallmärkten und neuerlichen Nachrichten über einen weiteren, angeblich hochwirksamen Impfstoff gegen Covid-19 ging unter, dass China im Oktober eine rekordhohe Menge Aluminium produziert hat. Wie das Nationale Statistikbüro (NBS) mitteilte, ist die Aluminiumproduktion im Vergleich zum Vorjahr um 9,7% auf 3,2 Mio. Tonnen bzw. 106,7 Tsd. Tonnen pro Tag gestiegen. Die chinesischen Schmelzen haben offenbar die hohen Preise genutzt und möglichst viel Aluminium hergestellt. Hierzu haben sie auch neue Kapazitäten in Betrieb genommen. Ein chinesisches Beratungshaus schätzt, dass allein im Oktober fast 250 Tsd. Tonnen p.a. neu hinzugekommen sind. Ein anderer chinesischer Marktbeobachter beziffert die neu in Betrieb genommenen Kapazitäten seit Jahresbeginn auf 1,96 Mio. Tonnen p.a. Nach zehn Monaten sind die chinesischen Schmelzen klar auf Kurs, im Gesamtjahr eine rekordhohe Menge Aluminium herzustellen. Die in den letzten Jahren aus Umweltgründen angeordneten Produktionskürzungen während der Wintersaison wird es diesmal nicht geben. Denn die meisten Schmelzen haben ihre Anlagen aufgerüstet, so dass sie den neuen Emissionsstandards entsprechen und demnach keine Produktion kürzen müssen. Die Marktteilnehmer ignorieren die hohe Produktion und die damit verbundenen Überschüsse aber weiterhin und ziehen mit Finanztransaktionen den Aluminiumpreis immer höher. Gestern hat er mit fast 1.960 USD je Tonne ein 2-Jahreshoch markiert. Aufgerüstet haben auch die chinesischen Stahlhütten. Den NBS-Daten zufolge hat China zwar auf Tagesbasis erstmals seit fünf Monaten wieder weniger als 3 Mio. Tonnen Stahl hergestellt, die Produktion lag aber 12,7% über Vorjahr. Im Falle von Stahl ist so gut wie sicher, dass China in diesem Jahr erstmals die Marke von 1 Mrd. Tonnen überschreiten wird.