Rohstoffe

Zuversicht der OPEC+ lässt Brentöl über 70 USD steigen

Energie: Zuversicht der OPEC+ lässt Brentöl über 70 USD steigen

Der Brentölpreis hat gestern erstmals seit mehr als zwei Jahren über der 70 USD-Marke geschlossen. Zeitweise hatte er sogar 71 USD überschritten. Die Stimmung am Ölmarkt ist angesichts der starken Nachfrageerholung und der Förderdisziplin der OPEC+ sehr gut. So hat Russland, das in der Allianz wohl aufgrund der freiwilligen Teilnahme eine Sonderposition einnimmt und gewisse Freiheiten genießt, im Mai laut Daten von der CDU-TEK-Einheit des Energieministeriums umgerechnet 10,45 Mio. Barrel täglich produziert, nicht mehr als im Vormonat. Die Tagesproduktion lag zwar (vorausgesetzt die Produktion von Kondensaten blieb im Mai unverändert bei 940 Tsd. Barrel täglich) fast 100 Tsd. Barrel höher als mit der OPEC vereinbart, jedoch leicht unter dem April-Niveau. Zwischen Februar und April ist die russische Produktion im Einklang mit den Vereinbarungen um über 350 Tsd. Barrel täglich gestiegen. Durch die disziplinierte Implementierung der Produktionsquoten und eine nur unzureichende Reaktion der Nicht-OPEC-Ölproduzenten auf den Ölpreisanstieg ist das Vertrauen in die Gruppe und deren Einfluss auf den Ölpreis stark gestiegen. Die OPEC+ hat gestern beschlossen, die Ölproduktion im Juli wie geplant um 841 Tsd. Barrel pro Tag zu erhöhen. Damit hätte die OPEC+ die Produktion seit Mai um gut 2,1 Mio. Barrel pro Tag ausgeweitet. Der Markt dürfte diese Menge problemlos absorbieren. Über die Zeit nach Juli wurde auf der gestrigen Sitzung nicht gesprochen, ebensowenig über eine mögliche Rückkehr des Iran an den Ölmarkt. Das dürfte Thema der nächsten Sitzung in einem Monat werden. IEA-Chef Birol hat die OPEC+ allerdings dazu aufgefordert, den Ölhahn weiter aufzudrehen, da sich der Markt ansonsten stark einengen wird und die Preise weiter steigen werden. Die Tatsache, dass die gestrige Sitzung mit lediglich 20 Minuten wohl die kürzeste in der Geschichte der Organisation war, hat zusätzlich die Einigkeit und Zuversicht der Gruppe in die aktuelle Markt- und Preiserholung demonstriert. Dieser Optimismus der führenden Ölexporteure unterstützt den Aufwärtstrend der Ölpreise zusätzlich.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD1XJMLongOil Brent FutureFaktor: 8
SD3V9JShortOil Brent FutureFaktor: -8
SD1CMBLongOil WTI Light FutureFaktor: 8
SF0RG1ShortOil WTI Light FutureFaktor: -8

Edelmetalle: Gold rutscht wieder unter 1.900 USD

Gold erlitt gestern Nachmittag einen plötzlichen Schwächeanfall und rutschte innerhalb weniger Minuten unter 1.900 USD je Feinunze ab. Auch am Morgen handelt Gold unterhalb dieser Marke. Einen speziellen Auslöser gab es nicht. Die US-Anleiherenditen stiegen zwar leicht, gleichzeitig notierte der US-Dollar aber schwächer. Zudem fielen die Renditen im Anschluss wieder auf das ursprüngliche Niveau zurück. Es dürfte sich daher vermutlich um Gewinnmitnahmen spekulativer Anleger gehandelt haben, die in den letzten Wochen Long-Positionen aufgebaut hatten und damit ordentliche Gewinne einfahren konnten. Die ETF-Anleger erachteten den Preisrückgang dagegen offensichtlich als Kaufgelegenheit. Denn die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs vermeldeten gestern Zuflüsse von 5,6 Tonnen. Spiegelbildlich zu Gold entwickelte sich gestern Platin. Als Gold noch deutlich über 1.900 USD notierte, fiel Platin unter 1.180 USD je Feinunze. Mit dem Preisrutsch bei Gold legte Platin zu und stieg kurzzeitig über 1.200 USD. Die Preisdifferenz zwischen Gold und Platin fiel im Zuge dessen von 730 USD auf weniger als 700 USD. Mit dem heutigen Preisrückgang bei Platin liegt sie wieder leicht darüber. Möglicherweise kam es gestern zur Auflösung von long Gold- / short Platin-Positionen, nachdem Platin in den vergangenen Wochen deutlich hinter Gold zurückgefallen war. Nach Tagen kräftiger ETF-Abflüsse gab es gestern bei Platin nur noch einen marginalen weiteren Rückgang der ETF-Bestände. Silber bewegte sich dagegen im Einklang mit Gold. Einem Preisanstieg auf 28,5 USD je Feinunze folgte ein Rückgang unter 28 USD. Heute gibt der Silberpreis weiter nach. Das Gold/Silber-Verhältnis ist daraufhin über 68 gestiegen. Die Preisentwicklung von Palladium ähnelte der von Platin. Einem Rückgang auf 2.810 USD je Feinunze folgte ein Anstieg auf 2.860 USD je Feinunze. Der Fokus der Marktteilnehmer dürfte sich bereits auf den US-Arbeitsmarktbericht am Freitag richten. Im Vorfeld dessen ist bei Gold mit keinen größeren Preisbewegungen zu rechnen. Denn dieser dürfte für die inzwischen angelaufene Diskussion innerhalb der Fed über den Zeitpunkt des Beginns des Ausstiegs aus der ultra-lockeren Geldpolitik nicht unwichtig sein.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T54LongGold FutureFaktor: 4
SB42W8ShortGold FutureFaktor: -4
SB3T53LongSilver FutureFaktor: 4
SB37KJShortSilver FutureFaktor: -4
SB42XALongPalladium Future Faktor: 4
SB3T8BShortPalladium Future Faktor: -4
SB42W9LongPlatinum FutureFaktor: 4
SB3T8AShortPlatinum FutureFaktor: -4

Industriemetalle: Richtungsloser Handel

Das Handelsgeschehen an den Metallmärkten ist diese Woche bislang von geringer Liquidität und niedriger Volatilität geprägt. Offenbar nutzen viele Marktteilnehmer die Feiertage in Großbritannien und in den USA letzten Montag für einen Kurzurlaub. Außerdem wurden bzw. werden diese Woche kaum Daten veröffentlicht, auf die sich die Marktteilnehmer stürzen könnten. Gestern zeigten sich die Metallpreise lange Zeit fester. Sie wurden durch den schwächeren US-Dollar und freundliche Aktienmärkte unterstützt. Nickel war daher auf ein 3-Monatshoch von 18.400 USD je Tonne gestiegen. Zinn als größter Gewinner (+2,8%) kletterte zeitweise über 31.000 USD je Tonne, zum ersten Mal seit gut zehn Jahren. Neue Nachrichten, die den Preisanstieg erklären, gab es allerdings nicht. Unseres Erachtens treibt nach wie vor der augenscheinlich angespannte Markt den Preis nach oben. So sind die Zinnvorräte in den LME-Lagerhäusern gestern weiter auf 755 Tonnen abgeschmolzen. Sie liegen damit auf dem tiefsten Stand seit zwei Jahren, was seinerseits ein 30-Jahrestief war. Bis zum Handelsende hatten die Metalle aber einen Teil oder in manchen Fällen alle Gewinne wieder abgegeben. Heute Morgen ist noch keine klare Richtung zu erkennen. Der gestern veröffentlichte ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe in den USA gab den Metallpreisen keinen weiteren Auftrieb. Er ist im Mai zwar leicht auf 61,2 gestiegen, dies lag aber im Rahmen der Erwartungen. Hinzu kommt, dass die befragten Unternehmen von Engpässen in der Lieferkette berichteten und sich stark steigenden Preisen gegenübersehen. Dies dürfte unseres Erachtens das Wachstumspotenzial der Industrie begrenzen.

Sponsoren der Fußball-EM: Welche Aktien profitieren vom Megaevent?

Am 11. Juni startet die UEFA-Europameisterschaft. Grund genug, um ausgewählte Aktien von Sponsoren unter der charttechnischen Lupe zu betrachten. Erfahren Sie hier mehr dazu, welche Aktien bei der »Aufstellung« im Depot interessant sein könnten.