Rohstoffe

Zu viele schlechte Nachrichten an den Rohstoffmärkten

Energie: Hiobsbotschaften am Ölmarkt

Der Ölpreis hat sich zuletzt trotz vielerlei belastender Nachrichten recht gut gehalten. Doch irgendwann ist es eine schlechte Nachricht zu viel. Die erneuten warnenden bzw. skeptischen Äußerungen in Bezug auf die Nachfrage seitens führender Ölhändler haben die Ölpreise gestern auf Talfahrt geschickt, wobei die Preise für Brent und WTI teilweise jeweils um über 2 USD je Barrel bzw. fast 5% gefallen sind. Die Coronakrise und eine sehr schwache Kerosinnachfrage – der Internationale Luftverkehrsverband (IATA) hat gestern seine Schätzung für die Passagierzahlen in diesem Jahr erneut gesenkt und erwartet für 2020 nun einen Rückgang um 66% ggü. dem Vorjahr – hängen wie ein Damoklesschwert über dem Markt. Auch anscheinend positive Nachrichten, wie z.B. höhere Benzinimporte durch indische Raffinerien, entpuppen sich beim genauen Hinschauen als zweideutig. Diese sind zwar tatsächlich einer höheren Benzinnachfrage geschuldet. Doch gleichzeitig bleibt die Dieselnachfrage schwach, weshalb die Raffinerien weniger Rohöl verarbeiten und daher auch weniger Benzin selbst produzieren. Auch ist wohl der jüngste Anstieg der Benzinnachfrage vor allem einer erhöhten persönlichen Mobilität wegen des höheren Ansteckungsrisikos geschuldet. Von der Angebotsseite gibt es ebenfalls Hiobsbotschaften. Russland hat in den ersten 28 Tagen im September laut dem Energieministerium (CDU-TEK) 37,94 Mio. Tonnen bzw. 9,93 Mio. Barrel täglich produziert. Unterstellt man eine stabile Kondensatproduktion von ca. 800-820 Tsd. Barrel täglich, die von der Kürzungsvereinbarung ausgenommen ist, hätte Russland gegen die Vereinbarung verstoßen. Laut dem Abkommen mit der OPEC dürfte Russland ab August lediglich 8,99 Mio. Barrel Rohöl täglich produzieren. Bereits im August hat Russland umgerechnet 9,87 Mio. Barrel täglich hergestellt, 5,2% mehr als im Juli und auch um Kondensate bereinigt mehr als vereinbart (wenn auch nur leicht). Berücksichtigt man höhere Lieferungen aus Libyen und dem Iran, wird es zunehmend schwieriger für die OPEC+ das Angebot an die schwache Nachfrage anzupassen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold vor größtem Monatsverlust seit fast vier Jahren

Der heute zu Ende gehende Monat war kein wirklich guter für Gold. Es droht das stärkste Minus seit fast vier Jahren, falls Gold heute nicht mindestens bei 1.900 USD je Feinunze aus dem Handel geht. Dieses Niveau wurde in der Nacht zwar kurzzeitig erreicht. Allerdings notiert Gold inzwischen gut 10 USD tiefer. Der Goldpreis folgt dabei weiterhin eng dem EUR-USD-Wechselkurs. Die deutliche Abwertung des USD ließ Gold bis in die Nacht steigen. Mit der daraufhin einsetzenden Aufwertung gab Gold wieder nach. Der USD neigt dabei zur Stärke, obwohl das überaus hitzige erste TV-Duell zwischen US-Präsident Trump und Herausforderer Biden die Sorgen vor einem unklaren Wahlausgang ohne einen feststehenden Sieger nicht verringert haben dürfte. Wir sehen ein derartiges Szenario mit wochenlanger Ungewissheit als Risikofaktor für den USD, wovon Gold deutlich profitieren würde. Übrigens: Der Monat mit dem stärksten Goldpreisrückgang vor dem aktuellen war der November 2016. Damals war der US-Dollar unmittelbar nach dem überraschenden Wahlsieg von Trump deutlich gestiegen und Gold im Umkehrschluss deutlich gefallen. Aus heutiger Sicht scheint eine Wiederholung dessen kaum vorstellbar. Noch deutlicher als Gold legten gestern Silber und Palladium zu. Silber stieg auf 24,4 USD je Feinunze, Palladium auf 2.330 USD je Feinunze. Während Silber heute im Schlepptau von Gold merklich nachgibt, kann Palladium seine Gewinne weitgehend behaupten. Hier könnten die positiven chinesischen Einkaufsmanagerindizes aus der Nacht eine Rolle spielen, die auf eine sich fortsetzende Erholung der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hindeuten. Davon würde auch die Nachfrage nach Palladiumaus der Automobilindustrie profitieren. Platin tut sich dagegen weiterhin schwer, Boden gegenüber Gold gutzumachen. Heute fällt Platin auf 870 USD je Feinunze. Der Preisabschlag zu Gold beträgt somit weiterhin mehr als 100 USD je Feinunze.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Die Stimmung in der chinesischen Stahlbranche trübt sich ein

Ab morgen werden die Geschäfte und Betriebe in China für eine Goldene Woche bzw. Nationaltagswoche schließen. Die Wirtschaftsaktivität unmittelbar danach wird häufig als richtungsweisend empfunden. Diesmal dürfte auch die (Reise-)Aktivität während der Woche einige Rückschlüsse über den Zustand und die Stimmung in der Wirtschaft ziehen lassen. Im Vorfeld der Goldenen Woche hat sich zumindest die Stimmung in der chinesischen Stahlbranche merklich eingetrübt. Der PMI für die Stahlbranche ist im September laut dem Fachausschuss für Stahllogistik (CSLPC) des Chinesischen Verbands für Logistik und Einkauf (CFLP) auf 43,9 von 47 im August bzw. 49,2 im Juli gefallen. Nach dem coronabedingten Einbruch im Februar hatte sich die Stimmung in der chinesischen Stahlbranche im Mai-Juli stark verbessert. Dies ging auch mit den deutlich steigenden Stahlpreisen einher, wobei der (Bau-)Stahlpreis an der SHFE vom Apriltief um fast ein Viertel zugelegt hatte. Doch die zuletzt stark gestiegenen Lagerbestände gepaart mit den schwächeren Auftragseingängen haben die Stahlpreisen in China in den letzten vier Wochen um knapp 7% fallen lassen. Dabei war China am Stahlmarkt der eigentliche Fels in der Brandung. Die 64 vom Weltstahlverband (WSA bzw. worldsteel) betrachteten Länder haben im Jahr 2019 rund 99% der Weltproduktion verantwortet. Dabei ist die Stahlproduktion in fast allen beobachteten Ländern außerhalb Chinas in den ersten acht Monaten des Jahres ggü. dem Vorjahr stark gefallen: In der EU um 18,6%, in Indien um 18,8%, in Japan um 19% und in den USA sogar um 19,8%. Doch dank dem Anstieg in China um 3,7% betrug der weltweite Rückgang nur 4,2%. Der Produktionsanstieg in China war im August mit 8,4% bzw. über 7,3 Mio. Tonnen sogar so stark, dass die gesamte Weltproduktion ggü. Vorjahr um 0,6% anstieg. China verantwortete zuletzt knapp 61% der weltweiten Stahlproduktion. Eine schlechtere Stimmung in China könnte daher auch die Weltstahlbranche erneut unter Druck bringen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.