Währung

Zinssenkungen der BoE im Falle eines endlosen Brexits?

GBP: In ihrem geldpolitischen Kommuniqué gestern beschrieb die Bank of England drei mögliche Szenarien für ihren zukünftigen Zinspfad. Eines für den Fall eines ungeordneten Brexits – hier lässt sich die BoE ihre Optionen offen. Eines für den Fall eines “smoothen” Brexits, in welchem sie ihre Zinsen wohl graduell erhöhen würde. Und ein neues, in dem sie angesichts einer fortgesetzten Brexit-Unsicherheit eine schwächere Preisdynamik unterstellt, was, wenn man den Gedanken der BoE weiterführt, niedrigere Zinsen erfordern könnte. Konkret heißt das: Sollte der Brexit aufgrund einer fehlenden Lösung immer weiter verschoben werden, könnte die damit verbundene Unsicherheit die Konjunktur und Inflation derart stark dämpfen, dass die Notenbank womöglich zu Zinssenkungen gezwungen wäre. Das ist für GBP-Investoren durchaus eine wichtige Information. Denn auf die letzten Verschiebungen des Brexit-Termins hatte das Pfund positiv reagiert aufgrund der Tatsache, dass das “Worst-Case-Szenario” eines No-Deal Brexits verhindert wurde. Doch das könnte sich nun ändern. Denn mit einer weiteren Verschiebung erhöht sich nun offensichtlich die Chance für eine Zinssenkung der Bank of England. Das sollte das Aufwertungspotenzial der britischen Währung im Falle eines erneuten Herauszögerns des EU-Austritts zumindest deutlich begrenzen.

Bis zur nächsten Brexit-Deadline am 31. Oktober dürfte die Geldpolitik jedoch vorerst wieder in den Hintergrund treten für das Pfund. Stattdessen dürften sich GBP-Händler auf den Nachrichtenfluss aus Brüssel und London konzentrieren. Äußerungen von EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker gestern Abend ließen die Hoffnung aufkommen, dass noch eine Chance auf ein Abkommen bis Ende Oktober besteht und verliehen dem Pfund etwas Auftrieb. Und ich stimme Juncker durchaus zu: Möglich ist alles beim Brexit, auch ein Deal in letzter Sekunde. Doch was ist der wahrscheinlichste Ausgang? Das ist die entscheidende Frage. Darauf gab Juncker freilich keine Antwort. Und damit erscheint mir die Pfund-Stärke überaus fragil.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CU54Y5 Short EUR/GBP Faktor: -10
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CHF: Nur wenige Analysten hatten für die heutige Sitzung eine Leitzinssenkung der SNB erwartet. Und tatsächlich haben die Schweizer Notenbanker den Zins unverändert bei -0,75% gelassen. Also nichts passiert? Interessant ist ein anderer Aspekt des heutigen SNB-Beschlusses. Die SNB hat das heimische Bankensystem von einem Teil der Bürde der Negativzinsen entlastet.

Bisher betrug die Freigrenze für die SNB-Einlagen der Banken das 20-fache der durchschnittlichen Mindestreserven vom Herbst 2014. An dieser Regel wurden zwei Anpassungen vorgenommen:

  • Der Freibetragsfaktor wurde von 20 auf 25 erhöht.
  • Und der Bezugszeitraum für Reserven ist nun dynamisch. Es ist von nun an der Durchschnitt der letzten 36 Unterlegungsperioden und spiegelt somit den Anstieg des Mindestreservebedarfs wider, der in den letzten fünf Jahren aufgetreten ist – und der in Zukunft auftreten könnte.

Das allein entlastet die Schweizer Banken, die unter der seit fast fünf Jahren bestehenden extrem negativen Zinspolitik leiden.

Die mittelfristigen Auswirkungen dieser Regeländerung auf die Geldpolitik sind unklar. Gemäß der Stellungnahme der SNB überprüft die “SNB regelmäßig […] die Berechnungsgrundlage für den Negativzins”. Und die “Negativzinsbelastung soll auf das Nötige beschränkt werden”. Es scheint, als sei die SNB bereit, den Freibetragsfaktor regelmäßig anzupassen (sie veröffentlicht den aktuellen Wert jetzt sogar auf der entsprechenden Internet-Seite). Im Extremfall einer regelmäßigen, automatischen Anpassung an die Überschussreservenentwicklung der Banken könnte dies in einer Situation enden, in der der mittelfristige marginale Zinssatz (in Bezug auf Veränderungen der Bankeinlagen) Null wird. Das andere Extrem (keine Anpassung des Multiplikators) würde diese Marge nahe bei -0,75% halten. Welches dieser Szenarien haben wir zu erwarten?

Die Aussage der SNB ist in dieser Hinsicht vage. Fragen können Journalisten nicht. Diesmal gibt’s kein Mediengespräch. Daher wissen wir derzeit nicht, wie hoch der mittelfristige Grenz-Zinssatz sein wird. Das müssen wir wohl aus der Praxis der SNB in den nächsten Monaten / Quartalen lernen.

Vorerst wissen wir nur, dass die Chance besteht, dass die heutige Änderung des Freistellungssystems der SNB den marginalen (d.h. wirtschaftlich effektiven) Zinssatz potenziell nach oben bringt. Letztendlich könnte die Anpassungspolitik der SNB ein Kompromiss zwischen der Notwendigkeit niedriger Zinsen und der Notwendigkeit sein, die Belastungen des Bankensystems zu begrenzen. Zumindest diese Lektion haben wir heute schon gelernt: Es gibt Grenzen der Negativzinspolitik, die die SNB klar zugibt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL1 Long EUR/CHF Faktor: 10
CU54YY Short EUR/CHF Faktor: -10
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AUD: Die Abwertung des AUD als Reaktion auf den unerwarteten Anstieg der Arbeitslosenquote war deutlich. Der Trend seit Jahresanfang zeigt damit nach oben, und ist Wasser auf den Mühlen derjenigen, die eine schnelle weitere Zinssenkung der Reserve Bank of Australia (RBA) erwarten. Auch wir rechnen mit einem weiteren Zinsschritt der RBA, wobei vorstellbar ist, dass sich die Notenbanker mit einer weiteren geldpolitischen Lockerung noch etwas Zeit lassen, um das Ergebnis der nächsten Runde der Handelsgespräche zwischen den USA und China abzuwarten. Dieser geringe Timing-Unterschied ist jedoch kaum relevant für den Wechselkurs, womit die AUD-Abwertung gerechtfertigt ist.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ1QH5 Call EUR/AUD Hebel: 4,9
CU9L7X Put EUR/AUD Hebel: 5,0
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CNY: Die heutige Senkung der LPR (neuer Leitzins) um 5 Bp. ist moderat und zeigt, dass die chinesische Zentralbank bei einer zurückhaltenden geldpolitischen Lockerung bleibt.

Die chinesische Zentralbank (PBoC) legte heute Morgen die Loan Prime Rate (LPR), die neue Benchmark für Kredite, zum zweiten Mal fest. Dabei senkte sie die einjährige Laufzeit um 5 Bp. auf 4,20%, während sie die fünfjährige Laufzeit unverändert bei 4,85% beibehielt. Da die fünfjährige LPR die Benchmark für Hypothekenkredite ist, deutet der unveränderte Wert an, dass die Entscheidungsträger weiterhin einen harten Kurs hinsichtlich Immobilienfinanzierungen verfolgen. Im Gegensatz dazu impliziert die Senkung der einjährigen LPR inmitten der Konjunkturabkühlung eine geldpolitische Tendenz zur Unterstützung der Realwirtschaft und insbesondere des verarbeitenden Gewerbes.

Die Senkung um 5 Bp. ist moderat und zeigt, dass die chinesische Zentralbank bei einer zurückhaltenden Lockerung der Geldpolitik bleibt. Eine zurückhaltende Lockerung wiederum wird kaum einen starken Abwertungsdruck auf den CNY auslösen. Die PBoC kündigte heute Morgen auch an, in der nächsten Woche in Hongkong Schatzwechsel auszugeben. Auch dies soll die chinesische Währung unterstützen, da sich der Nationalfeiertag nähert. USD-CNY blieb vorerst beständig auf rund 7,10.

Was die Handelsgespräche angeht, befindet sich die chinesische Delegation zu Vorbereitungsgesprächen in den USA. Führende Vertreter des chinesischen Agrarministeriums werden Berichten zufolge in der nächsten Woche als weiteres Zeichen ihres guten Willens amerikanische Farmen besuchen. Es kamen Erwartungen auf, dass Anfang Oktober ein Zwischenabkommen erreicht werden könnte, in dessen Rahmen China weitere Käufe von US-Agrarerzeugnissen verspricht, während das Weiße Haus seine Verkaufsverbote für Huawei entspannt. Larry Kudlow, ein Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, sagte, dass es im Handelsstreit eine „leichte Entspannung“ gäbe. Sicherlich sind aber noch viele schwierige Hürden zu überwinden.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ9C38 Call EUR/CNH Hebel: 5,0
CU8H2V Put EUR/CNH Hebel: 4,5
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