Rohstoffe

Zerplatzte Hoffnungen setzen Ölpreise unter Druck

Energie: Zerplatzte Hoffnungen setzen Ölpreise unter Druck

Die Ölpreisrally ist ins Stocken geraten, nachdem die wichtigsten Argumente der “Ölbullen”, eine strenge Förderdisziplin der OPEC+ und eine rasche Erholung der Nachfrage, nicht mehr zu gelten scheinen. Wenngleich sich die beiden führenden Akteure der OPEC+, Saudi-Arabien und Russland, im Vorfeld der Sitzung auf eine Verlängerung der gegenwärtigen Produktionskürzungen um mindestens einen Monat geeinigt haben sollen, machen sie diese abhängig vom Verhalten der anderen Teilnehmer. Vor allem Nigeria und der Irak haben bislang ihre versprochenen Kürzungen nicht einmal zur Hälfte umgesetzt. Die Sitzung wird also nicht wie erhofft heute stattfinden. Auch scheint der ursprüngliche Termin für 9./10. Juni nicht mehr sicher. Auch auf der Nachfrageseite gibt es durchaus Bedenken. Zwar sind die Rohöllagerbestände in den USA laut US-Energieministerium in der letzten Woche erneut überraschend um 2,1 Mio. Barrel gefallen. Erwartet wurde ein Anstieg um 3,3 Mio. Barrel. Die Lagerbestände in Cushing, dem Handelsknoten für WTI, sind dabei um 1,7 Mio. Barrel gesunken und liegen mit 51,7 Mio. Barrel mittlerweile rund 30% unter ihrer Kapazitätsgrenze. Allerdings sind die Destillatebestände (v.a. Diesel) um fast 10 Mio. Barrel gestiegen und liegen mit 174,3 Mio. Barrel nur noch 1% unter dem Rekordhoch vom September 2010. Der jüngste Lageraufbau erfolgte noch schneller als während der Wirtschaftskrise 2008/09, wobei in nur zwei Monaten die Bestände um 52 Mio. Barrel bzw. 43% angewachsen sind. Dies ist vor allem einer extrem schwachen Nachfrage geschuldet, die mit 2,7 Mio. Barrel täglich auf den niedrigsten seit April 1999 gefallen ist. Doch scheint die EIA aktuell die Verfügbarkeit von Öl in den USA zu überschätzen. Denn erneut lag der sog. Berichtigungsfaktor mit -1 Mio. Barrel täglich so hoch wie nie zuvor, was bedeutet, dass entweder die Nachfrage höher oder das Angebot niedriger ist als berichtet. Nach offizieller Schätzung ist die Ölproduktion erneut um 200 Tsd. auf nur noch 11,2 Mio. Barrel täglich gesunken. Nichtsdestotrotz bleiben wir aktuell zum Ölpreis skeptisch gestimmt.

CO2-Preis steigt trotz geringen Bedarfs an Emissionsrechten

Der um sich greifende Optimismus an den Märkten beflügelt auch den EU-Emissionshandel: Erstmals nach dem Absturz Mitte März notiert der CO2-Preis wieder bei rund 22 EUR je Tonne. Doch ebenfalls wie an vielen anderen Märkten stehen die aktuellen Fundamentaldaten im Widerspruch zu den robusten Preisen. In Deutschland beispielsweise lag die öffentliche Nettostromerzeugung laut Daten des ISE Fraunhofer Instituts im Mai rund 13% niedriger als im Vorjahr. Massive Einbußen verbuchte vor allem die Kohlekraft: In Summe war die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohle nicht mal halb so hoch wie im Vorjahr. Angesichts des deutlich geringeren Bedarfs an Emissionsrechten – Deutschland verantwortete 2019 rund ein Viertel der erfassten Emissionen von Verbrennungsanlagen im EU ETS – besteht weiter die Gefahr einer Preiskorrektur.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 4,2
CL97W7PutOil Brent FutureHebel: 3,8
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 3,4
CL7MRTPutOil WTI Light FutureHebel: 3,8
CL725BCallICE ECX EUA FutureHebel: 4,2
CL2EAGPutICE ECX EUA FutureHebel: 4,0
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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold und Silber trotz anhaltender ETF-Zuflüsse unter Druck

Die positive Marktstimmung hält an. Auch gestern verzeichneten die Aktienmärkte kräftige Zuwächse. Der S&P 500 stieg erstmals seit Anfang März über die Marke von 3.100 Punkte. Vom Tief Ende März ist der US-Aktienmarkt damit um 40% gestiegen. Bis zum Rekordhoch im Februar fehlen nur noch weniger als 10%. Die implizite Volatilität des S&P 500 ist auf das niedrigste Niveau seit Ende Februar gefallen. Der DAX legte in den letzten beiden Handelstagen fast 900 Punkte zu. Angesichts dieser Marktlage ist es nicht überraschend, dass Gold in dieser Woche unter Druck geraten ist. Gestern rutschte der Preis im Tief auf 1.690 USD je Feinunze ab. Heute Morgen pendelt er um die Marke von 1.700 USD. Solange die Rally an den Aktienmärkten anhält, dürfte Gold weniger gefragt sein, auch wenn die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs gestern den 29. Tag in Folge Zuflüsse verzeichneten und damit einen neuen Rekord für die längste Phase von Zuflüssen aufstellten. Heute steht die EZB-Sitzung im Fokus. Wir erwarten eine Aufstockung des Notfall-Anleihekaufprogrammes PEPP um 500 Mrd. Euro. Mittel- bis langfristig spricht die damit einhergehende Wertverwässerung des Euro für einen höheren Goldpreis. Kurzfristig wird dies allerdings durch den derzeitigen Optimismus an den Finanzmärkten überlagert. Noch stärker als Gold geriet gestern Silber unter Druck. Der Preis fiel um mehr als 2% und handelt am Morgen bei 17,5 USD je Feinunze. Zu Wochenbeginn hatte Silber bei 18,4 USD ein 3-Monatshoch erreicht. Das Gold/Silber-Verhältnis war im Zuge dessen auf 95 gefallen, den niedrigsten Stand seit Anfang März. Die massiven Zuflüsse in die Silber-ETFs reißen trotz des jüngsten Preisrücksetzers nicht ab. Auch für gestern wurden von Bloomberg wieder Zuflüsse von mehr als 200 Tonnen gemeldet. Seit Quartalsbeginn sind es inzwischen mehr als 3.000 Tonnen. Das ist bereits mehr als im dritten Quartal 2019, das bislang den Rekord hält.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CJ7RL3LongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Eisenerz über 100 USD je Tonne nicht nachhaltig

An der SGX in Singapur ist der nächstfällige Futures-Kontrakt für Eisenerz (Juni) Ende letzter Woche erstmals seit zehn Monaten über die Marke von 100 USD je Tonne geklettert, wo er sich seitdem auch hält. Der meistgehandelte Futures-Kontrakt (Fälligkeit Juli) notiert nur knapp darunter. Seit Anfang Mai hat sich Eisenerz mittlerweile um 22% verteuert und damit die Industriemetalle klar in den Schatten gestellt, die in dieser Zeit gemessen am LME-Industriemetallindex um 6% zugelegt haben. In den letzten Wochen sind vermehrt Sorgen über eine mögliche Angebotsknappheit am seewärtigen Markt aufgekommen, da sich in Brasilien das Coronavirus weiterhin rasant ausbreitet und in einigen Provinzen des Landes Lockdown-Maßnahmen befürchtet werden. Diese könnten auch die Produktion und den Transport von Eisenerz betreffen. Marktbeobachtern zufolge läuft die Produktion beim weltweit größten Eisenerzunternehmen in Brasilien aber noch normal. Australien, der größte Produzent auf Länderebene, hat zuletzt viel Eisenerz exportiert. Über den Hafen von Port Hedland wurden gemäß Daten des Hafenbetreibers im Mai fast 80 Mio. Tonnen Eisenerz verschifft. Dies war die bislang größte Menge in diesem Jahr. Der Großteil davon befindet sich auf dem Weg nach China. Dort ist die Nachfrage nach Eisenerz robust. In den ersten vier Monaten des Jahres hat China 5,4% mehr Eisenerz importiert als im Vorjahr. Daten für Mai veröffentlicht die Zollbehörde am Wochenende. Dennoch sind die Eisenerzvorräte in Chinas Häfen seit Jahresbeginn um 16% gefallen und lagen Ende Mai auf dem niedrigsten Niveau seit 3½ Jahren. Dies ist auf eine starke Nachfrage seitens der Stahlhersteller zurückzuführen, die mit ihrer Produktion auf Rekordkurs liegen. Wir halten die Angebotssorgen bei Eisenerz für übertrieben und erwarten eine baldige Preiskorrektur.