Rohstoffe

Yellen sorgt für steigende Rohstoffpreise

Energie: Die Taube auf dem Dach ist dem Ölmarkt lieber als der Spatz in der Hand

Die Ölpreise haben auf die gestrigen Aussagen der designierten US-Finanzministerin Yellen sowie eine damit einhergehende USD-Schwäche positiv reagiert und um rund 2% zugelegt. Die Rechung ist einfach: Höhere fiskalische Unterstützung bedeutet mehr Wachstum und eine höhere US-Ölnachfrage. Deshalb hat der Ölmarkt auf die nochmalige Senkung der Nachfrageprognose seitens der Internationalen Energieagentur IEA, die ihre Schätzung für das erste Quartal 2021 wegen der weltweiten Lockdowns um 600 Tsd. und für das Gesamtjahr um 300 Tsd. Barrel täglich reduzierte, kaum reagiert. Außerdem dürfte der Ölmarkt dank eines kräftigen Nachfrageanstiegs im zweiten Halbjahr, einer disziplinierten Umsetzung der Produktionskürzungen seitens der OPEC und ihrer Alliierten (OPEC+) und einer nur zögerlichen Erholung der Produktion außerhalb der Gruppe sowohl im 1. Quartal als auch im Gesamtjahr weiterhin ein Angebotsdefizit aufweisen. Nach dem Einbruch um 6,6 Mio. Barrel täglich im letzten Jahr dürfte die weltweite Ölproduktion in diesem Jahr laut IEA nur um 1,2 Mio. Barrel täglich zunehmen. Laut Einschätzung der US-Energiebehörde EIA wird die US-Schieferölproduktion auch im Februar den vierten Monat in Folge um 90 Tsd. auf 7,52 Mio. Barrel täglich zurückgehen. Zwar wurde dank der höheren Ölpreise in den letzten Monaten wieder mehr Exploration betrieben. Doch zum einen wird die Produktion selbst erst mit einer Verzögerung darauf reagieren. Zum anderen müssen viele Schieferölproduzenten nach der bitteren Lehre der letzten Jahre einen defensiveren Gang einlegen und statt Wachstum um jeden Preis für eine solide Finanzstrategie sorgen und Schulden zurückzahlen. Wir erachten den jüngsten Preisanstieg bei Öl jedoch als stark spekulativ getrieben – in der Woche zum 12. Januar ist die Zahl der Netto-Long-Positionen der Großanleger bei Brent erneut um 26 Tsd. Kontrakte bzw. 9% auf fast 315 Tsd. Kontrakte gestiegen, ein 11-Monatshoch. Deshalb dürfte eine Preiskorrektur trotz des Anlegeroptimismus nur eine Frage der Zeit sein.

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Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD1CNHShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
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Edelmetalle: Gold nach Yellen-Anhörung und vor Bidens Amtseinführung im Aufwind

Gold steigt begünstigt durch einen schwächeren US-Dollar am Morgen auf 1.855 USD je Feinunze. Auch die anderen Edelmetalle legen im Schlepptau von Gold zu. Silber steigt auf 25,5 USD je Feinunze, Platin auf 1.100 USD je Feinunze und Palladium auf 2.380 USD je Feinunze. Die designierte neue US-Finanzministerin Janet Yellen hat bei ihrer Nominierungsanhörung vor einem Senatsausschuss für großzügige Konjunkturhilfen geworben. Es sei für die Kongressabgeordneten notwendig, groß zu handeln (“act big”). Der ökonomische Nutzen würde Yellen zufolge die Risiken der höheren Schulden bei weitem überwiegen. Ohne weitere Maßnahmen würde das unmittelbare Risiko einer längeren und schmerzhaften Rezession bestehen, mit längerfristigen Spätfolgen für die Wirtschaft. Die Verabschiedung des letzte Woche vorgestellten 1,9 Bio. USD schweren Konjunkturpakets wird die erste große Aufgabe des künftigen US-Präsidenten Biden sein, nachdem er heute offiziell vereidigt wird. Zwar verfügen die Demokraten nach dem Sieg bei den Senats-Stichwahlen in Georgia über eine knappe Mehrheit in beiden Kongresskammern. Einfach wird der Genehmigungsprozess dennoch nicht. Von daher bleibt abzuwarten, wie lange es dauert, bis das Paket unterschriftsreif auf dem Schreibtisch des neuen Präsidenten liegt. Gold dürfte von dieser Unsicherheit profitieren. Nach Inkrafttreten dürfte die Wirtschaft dank des massiven Impulses spürbar anziehen, was den USD aufwerten lassen und Gold damit belasten könnte. Später dürften dann die steigenden Staatsschulden und die anziehende Inflation in den Fokus rücken und einen weiteren Höhenflug des Goldpreises einleiten. Denn es ist unwahrscheinlich, dass die US-Notenbank mit einer Straffung der Geldpolitik reagieren wird, bis sie die Erreichung ihrer Ziele als erfüllt ansieht. Wie führende Fed-Vertreter zuletzt ausführten, dürfte das noch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T60LongSilver FutureFaktor: 6
SB3T6JShortSilver FutureFaktor: -6
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Seewärtiger Eisenerzmarkt entspannt sich nur langsam

Die Metallpreise zeigen sich zum Handelsstart fast alle fester. Unterstützung erhalten sie durch den schwächeren US-Dollar im Zuge der Anhörung der designierten neuen US-Finanzministerin Yellen vor dem Senat. Yellen sprach sich dabei für weitreichende fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen aus. Heute wird der neu gewählte US-Präsident Biden vereidigt. Er hat angekündigt, sofort die Amtsgeschäfte aufzunehmen und letzte Woche bereits Pläne für umfangreiche Konjunkturmaßnahmen vorgestellt. Eisenerz zieht heute mit den Metallen nicht mit und fällt leicht auf 166 USD je Tonne, was unseres Erachtens aber immer noch ein sehr hohes Preisniveau ist. Zwei der drei weltgrößten Eisenerzproduzenten haben jüngst angekündigt, im laufenden (Geschäfts-)Jahr mehr Eisenerz produzieren zu wollen. BHP strebt eigenen Angaben zufolge eine Produktion von bis zu 255 Mio. Tonnen an, bei Rio Tinto sollen es bis zu 340 Mio. Tonnen werden. Dabei versuchen die Produzenten, von den hohen Preisen zu profitieren – an der SGX in Singapur hatte der meistgehandelte Futures-Kontrakt kurz vor Weihnachten ein Rekordhoch von über 176 USD je Tonne erreicht. Laut Angaben von Rio Tinto werden die hohen Eisenerzpreise maßgeblich durch eine starke Nachfrage aus China unterstützt. Trotz der jüngst wieder vermehrten Corona-Fälle in China und der damit verbundenen lokalen Beschränkungen sieht das Unternehmen die chinesische Nachfrage auch weiterhin robust. Diese basiert auf der rekordhohen Stahlproduktion. Einige Marktbeobachter sehen den seewärtigen Eisenerzmarkt im ersten Halbjahr 2021 stark angespannt, womit die Preise noch eine Zeit lang hoch bleiben dürften. Am Markt herrscht aber auch die Erwartung vor, dass sich die Lage im Jahresverlauf entspannt – darauf deutet zumindest die fallende Terminkurve hin. Ende des Jahres liegt demnach der Eisenerzpreis immerhin bei rund 130 USD je Tonne, unter die 100 USD-Marke fällt er aber erst im übernächsten Jahr.

Jahresausblick: 20 Trends für 2021

Nach dem ereignisreichen Jahr 2020 blicken Investoren gespannt auf 2021. Wird der Impfstoff gegen das Corona-Virus den gewünschten Erfolg bringen und sich die Rally an den internationalen Börsen fortsetzen? Starten Sie gut informiert ins neue Börsenjahr und erfahren Sie, welche 20 Trends die Märkte weltweit bewegen werden. Jetzt lesen!