Währung

Wie weit kann die USD-Rallye gehen?

Wie weit kann die USD-Rallye gehen?

In der Fachpresse schaut man heute Morgen vor allem auf den US-Aktienmarkt und darauf, was einige größere Umsätze dort am Freitag für Effekte ausgelöst haben oder noch werden. Zeit für uns, sich mal Gedanken über die Beziehung zwischen Aktien-Performance und Wechselkursen zu machen. Manche argumentieren, dass ein starker Aktienmarkt USD-positiv wäre. Weil “Kapitalzuflüsse” in den Aktienmarkt vor allem (aufgrund der hohen Kapitalisierung des US-Aktienmarktes) in den Dollar “fließen” würden. Mein Problem mit dieser Story ist: Man kann nicht einfach sagen, dass sie falsch wäre. Aber sie ist halt ziemlich irreführend. Weil “Kapital” nicht einfach so “fließt”. Oder wie es der US-Ökonom John Cochrane nur leicht vereinfachend so schön ausdrückt: Damit Kapital fließen kann, müssen Container auf Schiffe verladen und über’s Meer gefahren werden. Mit anderen Worten: Die Kapitalverkehrsbilanz einer Volkswirtschaft ist gleich der Leistungsbilanz (also nicht nur, aber hauptsächlich der Bilanz aus Güter- und Dienstleistungshandel). Und zwar nicht nur “im Gleichgewicht”, sondern immer und überall. Auf den Cent genau. In den amtlichen Statistiken entstehen nur durch Erfassungsfehler Differenzen.

Wenn – zum Beispiel aufgrund guter Performance der Aktien, Renten o.ä. – Ausländer mehr in den USA anlegen wollen, können sie das nur in dem Ausmaß, wie die US-Volkswirtschaft sich mittels Importen gegenüber dem Rest der Welt verschuldet. Das tut die US-Volkswirtschaft schon wieder heftig. Allerdings nicht mehr als 2018/19. Auch bei jetziger Geschwindigkeit der Importe gibt’s schon allseits Berichte über verstopfte Häfen, zu wenige Container etc. Will mehr “Kapital in die USA fließen”, geht das schlicht und ergreifend nicht. Es gibt eine Überschussnachfrage nach US-Kapital, die den Preis steigen lässt, vor allem, indem der Dollar zulegt. Genau das beobachten wir derzeit. Und das kann auch noch eine Weile weitergehen. Zumal die Renditeaussichten für Anlagen in den USA mit guten Konjunkturdaten, mit Impffortschritten und mit einer Fed, die diesem Treiben noch eine ganze Weile wohlgesonnen zuschauen dürfte, eher besser als schlechter werden dürften. Schon geifern die USD-Bullen nach einem bombig starken Arbeitsmarktbericht am Karfreitag.

Allerdings kann’s auch “Kapitalzuflüsse” in die USA geben, die USD-negativ sind. Wenn die US-Importnachfrage höher ist als der “Kapitalzufluss” in die USA. Dann müssen die US-Importeure höhere USD-Preise für Importe zahlen, vor allem, indem der Dollar nachgibt. Angesichts immer größerer Staatsnachfrage in den USA (dieBiden-Administration plant schon die nächsten Multi-Billionen-$-Programme) dürfte auch die Importnachfrage steigen. Weil die US-Volkswirtschaft nicht gleichzeitig die Infrastruktur modernisieren kann und all die Güter, die die US-Verbraucher mit ihren Schecks vom Staat kaufen möchten, produzieren kann. Trifft diese Nachfrage auf nicht weiter steigende US-Renditeaussichten, dann geht’s wieder bergab mit dem Greenback.

Wann kommt der Wendepunkt? Das ist schwer zu sagen. Es kommt vor allem darauf an, wie lange die US-Euphorie noch den US-Importen vorausläuft. Eine einzelne Verkaufsorder am US-Aktienmarkt (auch wenn sie wohl für dessen Verhältnisse groß war) ist noch kein verlässliches Signal für eine Trendwende. Aber man muss schon glauben, dass diese Art von Konjunkturprogramm das Wachstumspotenzial der US-Volkswirtschaft sehr deutlich und sehr nachhaltig steigert, wenn man annehmen will, dass der US-Dollar noch sehr viel Potenzial hat. Mit anderen Worten: Ich teile die Argumente der USD-Bären, aber erst auf mittlere Sicht. Bis dahin fühle ich mich mit EUR-USD-Kursen deutlich unter 1,20 sehr wohl.

Zwischen Lane und Karlsruhe

Einerseits höre ich von EZB-Chefvolkswirt Philip Lane Sorgen darüber, dass der fiskalische Impetus der EU zu langsam kommt. Andererseits stoppt das Bundesverfassungsgericht in Deutschland das Zustimmungsgesetz des Bundestages zum Corona-Wiederaufbaufonds. Noch scheint mir das nicht das große Thema am Devisenmarkt zu sein. Weil das BVerfG schon vieles gestoppt hat, aber dann nach näherer Prüfung durchgewunken hat. Jedoch: Wenn man Lane glaubt (das muss man freilich nicht), dann geht’s nicht nur darum, was am Ende herauskommt an EU-Fiskalpolitik, sondern auch wann es herauskommt. Verzögerung dürfte mindestens die Ultra-Tauben um Lane nervös machen und ihr Drängen nach noch expansiveren geldpolitischen Schritten der EZB verstärken. Für den Euro ist das keine gute Nachricht.

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GBP: Ein MoU macht noch keinen Sommer

EUR-GBP knabbert wieder an den Monatstiefstständen. Zuletzt war Auslöser dafür die Meldung, dass sich EU und die Briten auf die Grundzüge eines Memorandum of Understanding (MoU) geeinigt hätten, das den Rahmen für die Regeln schaffen soll, nach denen britische Finanzdienstleister ihre Dienste in Europa anbieten dürfen. Wohlgemerkt: kein Abkommen, sondern nur ein MoU, welches den Rahmen für künftige Regelungen schafft.

Weil damit noch niemand absehen kann, was hinten für die britischen Finanzdienstleister herauskommt, finde ich darauf basierende GBP-Stärke sehr mutig. Ich habe eher den Eindruck, dass sich die Beziehungen zwischen dem Vereinigten Königreich und Europa rapide verschlechtert haben.

  • Streit über Impfstoffe,
  • der Streit über Nordirland (mit Kulminationspunkt in der 3-Stunden-Idee Brüssels, den Nordirland-Deal platzen zu lassen)
  • etc.

Ich kann mich nicht so recht daran erfreuen, dass nicht jeder dieser Punkte gleich zu völligem Desaster führt, sondern bin eher beeindruckt, dass sich auf so vielen Ebenen die UK-EU-Beziehungen verschlechtert haben. Ein MoU macht aus meiner Sicht noch keinen Sommer. Solange nicht wirklich Regelungen festgezurrt sind, sondern nur Sonntagsreden gehalten werden, gibt’s noch viel Potenzial dafür, dass die Finanzdienstleistungen von der allgemeinen Stimmung zwischen UK und EU mit in den Orkus gerissen werden.

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CNY: Außerordentliche Gewinne

Die Industriegewinne für Januar und Februar wurden am Wochenende bekannt gegeben und lagen deutlich über den Erwartungen. Nach einem Zuwachs von 20% im Dezember schossen sie um fast 179% zum Vorjahr in die Höhe. Dies ergab sich aus einer Reihe von Gründen, so der niedrigeren Vergleichsbasis im letzten Jahr wegen des Lockdowns, festeren Rohstoffpreisen, was hauptsächlich den Upstream-Sektoren zugutekam, und höheren Umsätzen. Die Zahlen erinnern daran, dass die Erholung intakt bleibt. Der Automobilsektor entwickelte sich stark und seine Gewinne stiegen gegenüber demselben Zeitraum des Vorjahres um das 25-fache. Dies scheint die Politik der chinesischen Zentralbank (PBoC) zu rechtfertigen, ihre Impulse zu verringern. Aufgrund der anhaltenden Risiken durch die Pandemie wird die PBoC ihre Geldpolitik womöglich nicht bald straffen, gleichzeitig weitet sie ihre Impulse aber auch nicht mehr aus. Das solide Wachstum dürfte den CNY unterstützen.

Der CNY reagiert aber auch weiterhin anfällig auf geopolitische Spannungen. Am Wochenende meldeten sich zwei hochrangige Vertreter der Biden-Regierung zu Wort. Die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai sagte, dass die USA nicht bereit seien, die Zölle auf chinesische Importe in absehbarer Zeit aufzuheben. Sie signalisierte jedoch eine mögliche Bereitschaft der USA zu Verhandlungen mit Peking und wies auch darauf hin, dass die Zölle als Druckmittel in zukünftigen Verhandlungen dienen können. Am Sonntag wiederholte US-Außenminister Antony Blinken, dass es „eindeutig zunehmend konträre und sicherlich auch konkurrierende Aspekte in der Beziehung“ gibt. Diese Aussage folgte auf seine Kommentare nach dem Treffen der letzten Woche in Alaska, als er sagte: „Die Beziehung der Vereinigten Staaten mit China wird konkurrierend sein, wenn das angebracht ist, partnerschaftlich, wenn möglich, und konträr, wenn es sein muss“.

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Technologiewerte im Fokus

Seit dem Corona-Crash 2020 haben sich die Aktienmärkte oft mehr als erholt. Dabei sticht vor allem der Tech-Sektor mit seiner Performance hervor. Hier erfahren Sie, was die Branche antreibt und welche Einzelwerte Sie sich einmal genauer ansehen sollten.