Währung

Wer nicht hören will, muss fühlen

GBP – Der Brexit-Deal ist noch lange nicht sicher

Wer nicht hören will, muss fühlen. Ja, ich weiß, das ist ein blöder Satz, den wir als Kinder oft zu hören bekamen. Aber auch abgedroschene Phrasen sind ab und an immer wieder aktuell. Denn wer nicht darauf hören wollte, dass die Brexit-Risiken nach wie vor vorhanden sind, hat sich am Pfund die letzten zwei Handelstage vermutlich kräftig die Finger verbrannt. Wir hatten immer vor zu viel Optimismus im Pfund gewarnt und nicht verstanden, wieso der Devisenmarkt sofort auf angeblich positive Neuigkeiten springt.

Warum fürchten wir weiterhin, dass es zu einer Horror Show an Halloween kommen könnte? Die Verhandlungen mit der EU gehen weiter, gestalten sich aber offensichtlich nach wie vor schwierig. Hochrangige EU-Politiker fordern mehr Zeit oder sind selbst ratlos, wie die Differenzen gelöst werden können. Liegen bis zum Freitagabend, also am Ende des EU-Gipfels diese Woche, keine konkreten Ergebnisse in Form eines Abkommens vor, ist Boris Johnson gemäß dem Benn Act von Anfang September verpflichtet, am Samstag, den 19. Oktober, bei der EU die Verlängerung der Deadline bis zum 31. Januar 2020 zu beantragen. Das britische Parlament wird deshalb am Samstag außerordentlich tagen, um dies nochmals eindringlich zu fordern. Außerdem fürchten Brexit-Opponenten, dass ein möglicher Deal (so denn wirklich einer bis Freitagabend vorliegt) unvollständig sein könnte, und streben deshalb erst einmal eine Bestätigungs-Abstimmmung im Parlament an. Eigentlich sollte also alles klar sein. Und doch weiß keiner so richtig Bescheid.

Denn dass im Brexit-Prozess nichts klar ist, wissen wir mittlerweile zur Genüge. Johnson könnte wieder einmal zu unorthodoxen Maßnahmen greifen. Rein theoretisch könnte er in Ermangelung eines Deals mit der EU dem Parlament am Samstag vorgaukeln, dass die Verhandlungen mit der EU weitergehen und wirklich ganz kurz vor einem Abkommen stehen, dass es nur noch einige wenige unwichtige Details in den nächsten Tagen zu klären gibt, und er deshalb ja während der noch laufenden und ergebnisträchtigen Verhandlungen unmöglich eine Verlängerung der Deadline beantragen kann, schließlich sei ein Deal vor dem 31. Oktober wahrscheinlich.

Sollte das Parlament dieser Argumentation wirklich folgen, wäre das Risiko eines No-Deal Brexit erheblich (wobei allerdings unklar ist, ob der Benn Act überhaupt zurückgerufen werden könnte). Denn nicht nur die EU, auch das Parlament in Großbritannien müssen einem Abkommen zustimmen. Folglich sind mindestens zwei Tage Zeit für die Verabschiedung im UK Parlament einzuplanen. Das würde bedeuten, dass allerspätestens frühmorgens am Mittwoch, den 30. Oktober, wirklich ein Deal mit der EU vorliegen müsste, damit das britische Parlament (Unterhaus und Oberhaus) diesen vor dem 31. Oktober verabschieden könnte – und diesen auch verabschieden will, denn auch das muss ja nicht unbedingt der Fall sein.

Insofern tue ich mir nach wie vor schwer, grünes Licht im Pfund zu geben, denn ich bin weiterhin nicht überzeugt davon, dass es eine einfache und schnelle Lösung gibt. Ansonsten hätten wir ja auch schon lange eine.

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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CNY – Warum beide Seiten profitieren

In den letzten Monaten sehen wir eine Divergenz der chinesischen Inflationszahlen. Der Verbraucherpreisindex ist aufgrund höherer Lebensmittelpreise gestiegen (September: +3,0% gg. Vorjahr), während der Erzeugerpreisindex aufgrund der Konjunkturabschwächung und der Herausforderungen durch die Handelsspannungen gefallen ist (-1,2% gg. Vorjahr). Die Bestrebungen, im Rahmen des Mini-Handelsabkommens mehr Agrarerzeugnisse zu importieren, liegt zunächst im Interesse Chinas. Die Behörden sind bestrebt, die Nahrungsmittelinflation in vor den chinesischen Neujahrsfeiern Ende Januar 2020 in den Griff zu bekommen. Was das Wachstum betrifft, so deuten die jüngsten Handelsdaten für September auf anhaltende Herausforderungen sowohl für Exporte als auch für Importe hin. Die Exporte (in USD) sanken um 3,2% gg. Vj., während die Exporte in die USA um fast 22% stark zurückgingen. Die Importe rutschten um 8,5% gg. Vorjahr. Zusammen mit den schwachen Autoverkäufen der letzten Zeit spiegelt dies die Schwäche der Wirtschaft wider.

Sowohl China als auch Präsident Trump haben starke Anreize, sich auf eine Art Deal zu einigen. Für Präsident Trump mag es einen Teil der Aufmerksamkeit von den innenpolitischen Herausforderungen lenken, während es für China eine gewisse Entlastung der Lebensmittelpreise und der negativen Investitionsstimmung bedeutet. Es gibt bereits Berichte, dass China daran interessiert ist, die Gespräche fortzusetzen. Ein wichtiger Punkt scheint die Verschiebung der Zollerhöhung am 15. Dezember zu sein. Da es sich dabei hauptsächlich um Konsumimporte handelt, gibt es auch einen Anreiz für Präsident Trump vor der Weihnachtszeit. Weitere Mini-Deals sind damit durchaus möglich. USD-CNY gab gestern weiter nach und erreichte 7,0700. Die PBOC hat das Fixing heute stabil bei 7,0708 gehalten.

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CJ6WTF Call USD/CNH Hebel: 5,6
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