Währung

Welche Währungen werden von der Angst vor der nächsten Corona-Welle profitieren?

Warum profitiert der Dollar von der Angst vor einer “2. Welle”?

Mal abgesehen von der Mini-Bewegung heute Morgen hat der Dollar insgesamt in der neuesten Phase der Angst vor einer “2. Corona-Welle” wieder zulegen können. Von seinem Tief am vergangenen Dienstag rund 1% (gemessen am USD-Index DXY). Das mag verwundern. Zwar ist längst nicht gesagt, ob in Europa und Asien die Infektionsherde eingegrenzt werden können. Dennoch, in den USA sieht es weitaus schlimmer aus. Dort sind – zumindest in einigen Staaten – die Infektionszahlen klar auf exponentiellem Pfad. Eine Eindämmung bedarf zumindest in diesen Regionen eines deutlichen Lockdowns mit allen wirtschaftlichen Folgen. Nun mag man annehmen, dass die Politik in einigen US-Staaten zumindest versucht, harte Lockdowns zu vermeiden. Doch man mag genauso skeptisch sein, dass das funktioniert. Weil jeder Politiker – auch der Herr im Weißen Haus – vor Bildern von überfüllten Krankenhaus-Korridoren einknicken könnte. Summa Summarum scheint also das Risiko eines neuerlichen realwirtschaftlichen Einbruchs in den USA deutlich höher zu sein als in anderen entwickelten Volkswirtschaften. Müsste das nicht USD-negativ wirken?

An dieser Stelle werden etliche Leser einwenden, der Dollar sei halt sicherer Hafen. Allerdings ist das natürlich ein Zirkelschluss und erklärt nichts. Die Frage muss natürlich sein, warum er das ist. Zwei Erklärungsmuster bieten sich m.E. an.

“Der Devisenmarkt schaut durch die Lockdowns hindurch”: Das eine ist: Der Devisenmarkt schaut durch die unmittelbaren wirtschaftlichen Einbrüche hindurch und setzt darauf, was an langfristigen Effekten nach Corona übrig bleibt. Dann geht es also vor allem darum, wie groß die Lücke zwischen Vor-Corona-BIP-Pfad und Nach-Corona-BIP-Pfad ausfällt (siehe in der Abbildung die Prognose unserer US-Ökonomen). Der unmittelbare Absturz ist in dieser Sichtweise wenig relevant, auch wenn er aufgrund einer “2. Welle” länger oder tiefer ausfallen würde als bislang (u.a. von meinen US-Kollegen) angenommen wurde.

Diese Sichtweise setzt freilich voraus, dass die Marktteilnehmer (a) am Konzept einer Nach-Corona-Phase festhalten. Das mag man glauben, wenn man annimmt, dass ein Impfstoff das Problem in absehbarer Zeit völlig beseitigt. Oder indem man annimmt, dass der Virus verschwindet. Beides ist möglich, verliert mit der Zeit aber an Appeal, so mein Eindruck. Und (b): So ganz unabhängig ist der langfristige Effekt vielleicht nicht von Größe und Dauer des Lockdown-bedingten Einbruchs. Und sei es nur, weil ein längerer Lockdown die Konsum- und Arbeitsgewohnheiten nachhaltiger beeinflußen könnte als ein kurzer.

“Der Devisenmarkt fürchtet erneute USD-Knappheit”: Es gibt aber noch eine zweite Interpretation. Nämlich die, dass der Devisenmarkt viel kurzfristiger denkt. Wir haben im März gesehen, dass die Pandemie zu einer USD-Knappheit im Rest der Welt führte. Basis-Spreads spielten verrückt, die Notenbanken mussten USD-Swap-Linien einrichten oder ausweiten etc. Weil der Dollar Weltleitwährung ist, sind viele Schuldverträge außerhalb der USA in USD denominiert. Sind US-Banken aufgrund krisenhafter Umstände in den USA nicht mehr willens, in bisherigem Umfang USD-Kredite zu verlängern, müsste das Bankensystem außerhalb der USA das Ausmaß, in dem es durch Kreditvergabe Dollars kreiert, massiv ausweiten. Doch gibt’s Bedarf an der Kreditvergabe-Kapazität der Banken schon genug. Im März gab’s daher eine USD-Knappheit, die den Greenback deutlich aufwerten ließ.

Das mag so kommen. Und wer solch eine Phase nicht durchhalten kann, für den macht es Sinn, schon jetzt USD-Bestände aufzustocken – wenn er eine “2. Welle” für ein Szenario hält, vor dessen Folgen er sich schützen will. Für alle anderen (ohne USD-Liquiditätsbedarf in den nächsten Monaten) sind jetzige USD-Niveaus keine so tolle Gelegenheit, die US-Währung zu kaufen. Es sei denn, sie setzen wirklich auf erneute USD-Knappheit. Solch eine Wette mag man für sinnvoll halten. Man muss sich nur darüber im Klaren sein, dass es eine Wette ist.

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Die Riksbank wird am Mittwoch abwarten und die Lage neu sondieren

„Wer hätte im Vorfeld vermutet, dass das Frühjahr 2020 so verlaufen würde?“. Wohl niemand, würde man Riksbank-Vize Gouverneur Henry Ohlsson gerne antworten. Nach den turbulenten letzten Monaten dürfte das geldpolitische Komitee auf der Sitzung am Mittwoch aber erst einmal Zeit zum Durchatmen haben, wir sehen derzeit keinen dringenden Handlungsbedarf. Angesichts der ersten Anzeichen einer wirtschaftlichen Erholung wird das sechsköpfige geldpolitische Gremium vermutlich zunächst die Lage sondieren, die mit -6.9% bzw. -9.7% sehr düsteren Wachstumsszenarien von April anpassen und die Inflationsprognose herunternehmen. Allerdings wird man den Covid-19 bedingten Einbruch der Verbraucherpreise wohl nicht überinterpretieren. Daher wird die schwedische Zentralbank u.E. ihrer bisherigen Strategie treu bleiben und die Leitzinsen nicht wieder in den Negativzinsbereich absenken. Auch weitere unkonventionelle Maßnahmen zur Bekämpfung der negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie erscheinen uns zum derzeitigen Zeitpunkt nicht notwendig; bislang wurden z.B.. 500 Mrd. SEK an zusätzlicher Liquidität an Banken zur Kreditvergabe zur Verfügung gestellt und auch ein 300 Mrd. SEK großes Programm zum Kauf von Unternehmensanleihen aufgelegt. Davon wurde bisher aber nur ein Teil ausgeschöpft. Allerdings wird sich die Riksbank diesbezüglich für die Zukunft wohl alle Türen weiter offenhalten, schließlich bleibt die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Entwicklung hoch. Alles in allem dürfte es für die Schwedenkrone schwierig werden, von der Riskbank-Entscheidung zu profitieren. Sie handelt schon wieder auf Vorkrisenniveaus, eine gehörige Portion Optimismus ist schon eingepreist. Das noch zu toppen, dürfte schwierig werden.

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CNY: Konjunktur hellt sich auf

Die Industriegewinne in China haben im Mai erstmals wieder einen monatlichen Anstieg verbucht. Für den Markt bestätigt das zusätzlich, dass die Wirtschaft langsam wieder in die Gänge kommt. Unterdessen scheint der erneute Virusausbruch in Peking das Tempo der wirtschaftlichen Erholung kaum zu bremsen. Die täglichen Zahlen zum Stromverbrauch lassen kaum auf eine erhebliche Konjunkturdelle schließen, die insbesondere das verarbeitende Gewerbe getroffen hat. Parallel dazu wurden in Peking umfassende RNA-Tests durchgeführt, wobei sich Betroffene problemlos vor Ort testen lassen können. Demgemäß dürften Tests und Tracing im großen Maßstab künftig die neue Normalität darstellen, wenn ein massiver Lockdown vermieden werden soll. Dennoch könnten bestimmte Dienstleistungssektoren Langzeitschäden davontragen. So waren die Tourismuseinnahmen am letzten chinesischen Drachenbootfest (25. bis 27. Juni) nur rund halb so hoch wie letztes Jahr. Alles in allem bleibt die Wirtschaftslage größtenteils unverändert. Eine umfassende Erholung ist nicht in Sicht, aber ein Konjunktureinbruch noch unwahrscheinlicher. USD-CNY dürfte stabil bleiben, nachdem der Onshore-Markt von der Ferienpause zurückkommt.

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