Währung

Wechselnde Argumente für USD-Stärke

Wechselnde Argumente für USD-Stärke

Jetzt erklärt (fast) jeder Kommentator die USD-Stärke damit, der US-Dollar sei “sicherer Hafen” und damit in Zeiten von Virus-Epidemien gefragt. Teilweise sind’s dieselben Herrschaften, die noch vor Kurzem den Dollar mit dem Argument der hohen US-Zinsen bejubelt haben. Entscheidet euch! Eure Argumente sind inkonsistent! Der Zinsvorteil einer Währung wird in Zeiten von Unsicherheit, steigender Risikoaversion bzw. “risk off” zu einem schwächeren Argument. Was ich gestern schrieb, sollte die Absurdität dieser Art der Argumentation zeigen: Es kann unter normalen Umständen nicht sein, dass eine Währung (hier: der Euro) abwertet, egal, was in der Welt passiert (hier: Corona-Hysterie abnimmt oder zunimmt). Wenn heute jeder weiß, dass in allen möglichen Zuständen, die die Welt morgen annehmen kann, der Euro schwächer notiert / der Dollar stärker notiert, dann wird doch schon heute jedermann EUR-USD verkauft haben. Und die prognostizierte Wechselkursreaktion kommt nicht.

In Wahrheit ist’s doch so: Diejenigen, die eh USD-Bullen sind, nehmen mal dieses, mal jenes Argument zur Rechtfertigung ihrer Position. Mit anderen Worten: Der Dollar wertet auf, weil jeder eh galubt, dass der Dollar aufwertet, egal, was sonst in der Welt passiert. Das ist genau das, was man “spekulative Blase” nennt. Nur heißt das leider nicht, dass sie morgen platzen wird. Anfang der 1980er gab’s mal eine USD-Blase, die zu einer Verdoppelung des USD-DEM-Kurses führte. Manchmal ist’s vernünftiger, mit den Wölfen zu heulen. “Rationale spekulative Blase” nennt man das. Anleger sollten sich freilich der Gefahr bewusst sein, dass es, wenn die Party mal vorbei ist, schnell in die andere Richtung gehen kann. Wie ich das alles in eine einzige Zahl packen soll, die unsere EUR-USD-Prognose beschreiben soll, weiß ich freilich nicht mehr.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Humphrey-Hawkins – wie wir Boomer sagen

Fed-Chair Jay Powells vorbereitetes Statement vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses (der in uralten Zeiten mal “Humphrey-Hawkins Testimony” hieß) brachte nichts Überraschendes. Die US-Wirtschaft läuft rund; das weiß jeder, der die einschlägigen Statistiken verfolgt. Und dass auch Herr Powell nicht abschätzen kann, welche ökonomischen Auswirkungen der Covid-19-Virus (der in nicht so uralten Zeiten “Corona” hieß) haben wird, war ja wohl auch jedem vorher schon klar. Powell hat diesbezüglich mal wieder einen tadellosen Job abgeliefert.

Schwieriger war’s schon bei den Fragen der Abgeordneten. Auffällig waren vor allem Powells Auslassungen zum Vollbeschäftigungs-Ziel der Fed. Ökonomen aus der Denkschule, der ich angehöre, war dieses Ziel stets ein Dorn im Auge. Denn wir glauben, dass (1.) das zum Zielkonflikt mit dem Inflationsziel führen kann und dass (2.) Geldpolitik eh das falsche Instrument ist, um Beschäftigungspolitik zu betreiben. Nun stirbt aber diese Denkschule so langsam aus, insbesondere, weil schon seit geraumer Zeit der Zielkonflikt zwischen Inflation und Beschäftigung nicht existiert. Damit lehnt sich die Fed – das war an Powells Aussagen ablesbar – immer weiter in Richtung Beschäftigungspolitik. Je niedriger die Arbeitslosenquote ist, desto besser ist’s aus neuer Fed-Sicht. In Ökonomen-Sprech: Die Fed scheint die Vorstellung einer NAIRU (non accelerating inflation rate of unemployment) aufgegeben zu haben. Die Empirie der letzten Jahre scheint ihr recht zu geben. Ich bleibe skeptisch. Allerdings, empirische Erkenntnis ist in der Makroökonomik – weil sie prinzipiell eine nicht-experimentelle Wissenschaft ist – stets vorläufig, nie absolut (wie z.B. in der Physik). Und weiterhin fehlt der neuen Ökonomen-Generation eine Erklärung dafür, warum früher ein Zielkonflikt zwischen Inflation und Beschäftigung so offensichtlich bestand, er aber nun dauerhaft verschwunden sein soll. Solange das nicht geklärt ist, bewegt sich die US-Geldpolitik auf dünnem theoretischem Eis. Klar, anderes bleibt nicht übrig. Aber man sollte nicht vergessen, dass Geldpolitik heute in diesem Sinn gefährlicher ist als früher. Auch, wenn sie derzeit ziemlich wirkungslos erscheint.

ZAR: Erholung trotz enttäuschender Produktionsdaten

Der Rand konnte gestern analog zu anderen EM-Währungen aufgrund sinkender Risikoaversion etwas an Boden gut machen. Die ZAR-Erholung kam mit der Veröffentlichung enttäuschender Daten zur Produktion des Verarbeitenden Gewerbes im Dezember nur kurzzeitig ins Stocken. Aufgrund von Stromausfällen war mit schwachen Daten gerechnet worden. Der Rückgang zum Vormonat fiel aber mit saisonbereinigten -2,8% deutlicher als erwartet aus (Konsens: -1,0%); zudem wurde der Vormonatswert abwärts korrigiert auf -1,8%. Damit hat sich das Minus im Vorjahresvergleich auf -5,9% ausgeweitet (Konsens: -3,9%). Zusammen mit der zuvor veröffentlichten Arbeitslosenquote für das Schlussquartal 2019 von unverändert 29.1% zeichnen die Daten das Bild einer schwachen, anfälligen Wirtschaft. Die vorlaufenden Indikatoren wie der PMI signalisieren keine Besserung, wohl auch weil die Stromversorgung weiterhin problematisch bleiben dürfte. Es wird erwartet, dass Präsident Cyril Ramaphosa am Donnerstag im Rahmen seiner jährlichen Rede zur Lage der Nation zu den Problemen des Stromversorgers Stellung nimmt. Vor diesem Hintergrund und angesichts der bevorstehenden Eventrisiken – Budgetpräsentation am 26. Februar sowie Moody’s Ratingentscheid am 27. März – bleibt der ZAR anfällig, vor allem bei risk-off.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU9NYX Call EUR/ZAR Hebel: 5,7
CJ5RE1 Put EUR/ZAR Hebel: 5,7
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

CNH: Virus könnte im April überwunden sein

Pekings jüngste Lagebeurteilung lässt vermuten, dass der Höhepunkt an neuen Virusinfektionen vor dem Monatsende erreicht wird, was sich überwiegend mit der vorherigen Einschätzung deckt. Daher erwarten Chinas Experten auch, dass die Epidemie bis April überwunden sein könnte. Es scheint damit klar, dass die chinesische Wirtschaft im 1. Quartal 2020 am stärksten durch den Virus belastet wird. Wegen der Furcht vor dem Virus zögern die Lokalbehörden allerdings noch, die Produktion wieder ungebremst anlaufen zu lassen. Gleichzeitig beginnt die Zentralregierung die lokalen Provinzen unter Druck zu setzen, damit sich diese stärker auf das Wirtschaftswachstum konzentrieren. All diese Meldungen sind für den Devisenmarkt nicht unbedingt eine große Überraschung. Somit fällt es schwer, sich gegenwärtig große USD-CNY-Schwankungen vorzustellen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU97XB Call USD/CNH Hebel: 5,1
CU7B3K Put USD/CNH Hebel: 5,4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.