Währung

Wechselkurs-Intervention der Zentralbanken: Der Damm ist gebrochen

Der Damm ist gebrochen

Mir scheint, der Damm ist jetzt bei den Zentralbanken gebrochen. Die EZB fing damit an, es folgte die Bank of Japan (BoJ) und nun auch noch die Reserve Bank of Australia (RBA): der Wechselkurs wird mehr und mehr zum Thema bei den Zentralbanken. Verständlich ist es, denn in Zeiten sinkender Inflationsraten und drohender Deflation ist ein steigender Wechselkurs kontraproduktiv, da er die Arbeit der Notenbanken in Sachen Preisziel zusätzlich erschwert. Außerdem leiden die heimischen Exportsektoren in der wirtschaftlichen Erholung unter erschwerten Absatzbedingungen auf dem sowieso schon schwächelnden Weltmarkt. Was Notenbanken wirklich aktiv gegen die eigene zu starke Währung unternehmen könnten und welchen Effekt dies hätte (Stichwort Leaning against the Wind), würde Seiten füllen. Einen ersten Eindruck kann zumindest die Geldpolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) geben, schließlich hat sie sich 2014-2015 schon einmal die Finger verbrannt und ist seitdem stets mehr oder weniger erfolgreich bemüht, eine weitere zu starke Aufwertung des Franken zu verhindern – sei es mittels Kommentaren im Notenbankprotokoll, sei es durch unterschwellige Interventionen am Devisenmarkt.

Meines Erachtens bieten sich zwei Gedanken nach der jüngsten Flut von Zentralbank-Aussagen zu den Wechselkursen an: angesichts der internationalen Abkommen (G7, G20) sind aktive Interventionen am Devisenmarkt wenig wahrscheinlich. Aber der Wechselkurs ist für die Notenbanken ein zusätzliches Argument, ihre Geldpolitik expansiv zu halten und sie sogar noch expansiver zu gestalten, selbst wenn der wirtschaftliche Einbruch in der Covid-Krise einigermaßen überstanden wurde und viele Zentralbanken ihre Wachstumsprognosen anheben müssen. Ich kann mir vorstellen, dass es auf absehbare Zeit erst einmal bei “verbalen Interventionen” bleiben wird, die im Zweifelsfall eine noch expansivere Geldpolitik signalisieren. Schließlich können diese, sofern sie glaubwürdig sind, bereits einen gewissen Effekt erzielen und den Wechselkurs stabilisieren. Je öfter EZB Präsidentin Lagarde den Wechselkurs thematisiert, desto schwieriger dürfte es für den Markt sein, EUR-USD über die 1,20-Marke zu heben.

Aktuell überwiegt am Markt aber sowieso wieder die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle, vor allem in Europa, sodass der Dollar wieder gefragt ist. Die Bewegung seit Wochenanfang zeigt einmal mehr, wie schnell der Markt vor allem in Zeiten von hoher Risikoaversion Aussagen der Notenbanken beiseiteschiebt und reflexartig in alte Muster zurückverfällt. Zum Glück für die oben genannten Zentralbanken ist dabei der Dollar dann in der Regel der Gewinner.

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Es kam, wie es kommen musste

Es kam, wie es kommen musste: die japanische Inflation ist nur noch knapp über null, die Kernrate schon wieder im roten Bereich. Angesichts der hässlichen Inflationszahlen für August, die am Freitag veröffentlicht wurden, ist es wenig verwunderlich, dass der Aufwärtsdruck auf den Yen nahezu ungebrochen ist – abgesehen von der Dollarbewegung seit Wochenanfang. Nach zwei Feiertagen sind die japanischen Händler heute wieder an ihre Tische zurückgekehrt. Zwar dominieren aktuell noch Risikoaversion und Dollarstärke am Markt. Aber die Marktakteuere könnten bald wieder die höheren USD-JPY-Notierungen dazu nutzen, günstigere Yen zu kaufen, bevor er wieder aufwertet und USD-JPY unter 104 rutscht. Die Bank of Japan (BoJ) kann kaum mehr machen, als immer häufiger den starken Wechselkurs zu thematisieren. Vor allem, wenn die aktuelle Phase der Risikoaversion wieder nachlässt und der USD wieder nachgibt.

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CNY: Eine Übertreibung

Während der letzten Wochen wurde die chinesische Währung in Asien zu einem Outperformer, weil USD-CNY einen Abwärtstrend beibehält, während sich der Dollar-Index beträchtlich erholt hat. Der Grund für diesen Ausschlag ist insbesondere der unter den Exporteuren aufgestaute Bedarf an US-Dollar-Verkäufen. Viele Unternehmen behielten Dollars, als der CNY im 1. Halbjahr des laufenden Jahres einen sehr schwachen Eindruck machte. Anders ausgedrückt: Viele Akteure neigen dazu, dem Markttrend zu folgen. Normalerweise führt das zu Übertreibungen. Gerade scheint eine weitere Übertreibung stattzufinden, da USD-CNY gegenwärtig stabil bleibt, während der Dollar-Index seinen Anstieg fortsetzt. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass eine Übertreibung lange anhält, weil die Fundamentaldaten eine nachhaltige CNY-Outperformance nicht rechtfertigen. Meiner Einschätzung nach zeichnen sich also zunehmend Abwärtsrisiken für die chinesische Währung also ab, wenn sich der CNY auch kurzfristig noch eine Weile als stabil erweisen könnte.

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