Währung

Was sind die Gründe für die USD-Schwäche?

Gründe für USD-Schwäche

Meistens geht’s, wenn man den täglichen Verlauf der Wechselkurse kommentiert, um Details: ob diese oder jede Statistik besser oder schlechter ausfällt, als erwartet; wie diese oder jede Formulierung eines Zentralbankers zu interpretieren ist etc. Ab und zu geht’s aber auch um das ganz große Bild. Angesichts der Bilder, die uns aus den USA erreichen, nicht darum, ob die Demonstrationen die Erholung von Konsumentenvertrauen und Industrieproduktion im Juni verlangsamen. Das ist eh für die USD-Entwicklung ziemlich schnuppe, wie wir an dieser Stelle schon häufig erläuterten. Es geht vielmehr darum, ob das Wirtschaftsmodell der USA nachhaltig ist, oder ob sich so viel Ungleichheit aufgestaut hat, dass es so nicht weiter funktioniert. Zumindest nicht endlos. Wer diese Sicht vertritt, wird bezüglich des langfristigen Wachstumspotenzials der US-Volkswirtschaft (völlig unabhängig von der Frage, welche Schleifspuren Corona hinterlässt) eher skeptisch und daher auch kaum der Meinung sein, dass der Dollar teurer gegenüber EUR usw. handeln sollte. Da hilft dann auch die USD-Schwäche der letzten Tage wenig.

Wer glaubt, dass die USD-Schwäche der letzen Tage ausschließlich auf “Risk-On” zurückzuführen sei, mag nicht das ganze Bild erfasst haben. Wären die USA sozioökonomisch so angeschlagen (ich bin der letzte, der das beurteilen mag), dass bei jeder Rezession die Städte brennen und Nationalgarde und Militär die (dann wohl fragile) Ordnung aufrechterhalten, wäre zweifelhaft, wie sehr der Greenback als “sicherer Hafen” geeignet ist. Klar, gerade ich bin jemand, der immer wieder ökonomische Faktoren (z.B. Zinsen) als Bestimmungsfaktoren dafür ansieht, welche Währung “sicherer Hafen” ist und welche Währung “riskant” ist. Doch ist auch mir klar, dass dieser Erklärungsansatz seine Grenzen hat. Abend für Abend Bilder brennender Städte: Da mag eine notwendige Bedingung dafür, dass eine Währung “sicherer Hafen” sein kann, verletzt sein.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CU84MQCallEUR/USDHebel: 4,6
CJ4U17PutEUR/USDHebel: 5,9
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Wieviel Corona-Risiko muss eingepreist bleiben?

Nicht nur, dass schwer zu sagen ist, welche Währung “sicherer Hafen” ist – uns also vor den Unbill dieser Welt schützt. Wir wissen auch nicht, welche Unbill zu erwarten sind. Nicht nur der Devisenmarkt, sondern Finanzmärkte im Allgemeinen scheinen sehr deutlich auf das dauerhafte Ende der Corona-Pandemie zu setzen. Dass es hier und dort Länder gibt, in denen die Infektionen weiter zunehmen, ist dafür irrelevant. “Ausnahmen bestätigen die Regel.” Würden freilich die Lockerungen, die wir weltweit sehen, wieder zurückgenommen werden, könnte die ganze schöne Risk-On-Kartenhaus zusammenbrechen. Eine neuerliche Infektionswelle würde wahrscheinlich drei Dinge bedeuten:

  • Neue Lockdowns kämen sehr spät, denn sie sind unpopulär.
  • Weil sie spät kämen, müssten sie heftig ausfallen.
  • Eine zweite Infektionswelle würde die Lockerungen als Fehler erscheinen lassen. Neue Lockerungen würden viel vorsichtiger angegangen, als diesmal.

Weil dieses Risiko fortbesteht, ist es zwar gerechtfertigt, dass der Devisenmarkt auf “Risk On” setzt. Schließlich besteht eine gute Chance dafür, dass die Corona-Pandemie wirklich nicht mehr aufflammt. Gleichzeitig ist aber ebenso richtig, dass der Devisenmarkt riskante Währungen wie ZAR noch längst nicht wieder dort handelt, wo die vor Corona waren. Das hat nichts mit mangelnder Vorausschau zu tun. Im Gegenteil. Daher würde ich z.B. auch skeptisch, wenn der Rubel seine Rallye fortsetzen würde. USD-RUB-Kurse im Bereich deutlich unter 60 wären vielleicht richtig, wenn morgen alle Welt geimpft wäre und wieder zur Prä-Corona-Tagesordnung übergehen würde. Davon sind wir freilich weit entfernt. Wer sich gegen das Risiko einer zweiten Corona-Welle versichern will (und wer will das nicht), dürfte daher den Rubel meiden.

EUR-USD-Risk-Reversals

EUR-USD-Risk-Reversals handeln im Laufzeitenbereich unter 3 Monaten schon wieder positiv, für 3 Monate Laufzeit immerhin um Null (Abbildung links). Weil der Dollar weniger geeigneter “sicherer Hafen” ist? Vielleicht marginal. Vorallem aber deshalb, weil der Markt die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Pandemie-Welle als gering erachtet und einen großen risiko-getriebenen Rutsch von EUR-USD als weniger wahrscheinlich erachtet. Andernfalls wären nicht auch die Butterflies (Abbildung rechts) wieder nahezu auf Vor-Corona-Niveau. Das mag eine sinnvolle Preissetzung für all diejenigen Marktteilnehmer sein, die Risiken breit streuen können. Wer diesen Luxus nicht hat, der mag sich über die günstige Gelegenheit freuen, nicht-diversifizierbare Risiken einer neuerlichen Welle von Risikoaversion abzusichern.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU2XLSLongEUR/USDFaktor: 10
CU54YPShortEUR/USDFaktor: -10
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Kümmert das denn niemanden? Der US-chinesische Konflikt

Gestern Nachmittag wurde der Markt kurz von einer Nachricht durchgeschüttelt, wonach China die Sojabohnenkäufe aus den USA eingestellt haben soll. Sowohl der Onshore- (CNY) als auch der Offshore-Renminbi (CNH) werteten im Zuge dieser reflexhaften Sorgen leicht ab. Doch lange hielt die Zurückhaltung nicht an, zumal der CNY gestern dennoch fester schloss und heute wieder steigen dürfte. Der Markt scheint sich inzwischen irgendwie an die Hin-und-Her-Taktik seitens der USA und Chinas gewöhnt zu haben. Konkret bedeutet das, dass nur eine echte Überraschung eine Marktbewegung auslösen könnte. Diese wäre zum Beispiel dann gegeben, wenn eine der beiden Parteien aus dem „Phase-1“-Deal aussteigt. Tatsächlich deutet Verschiedenes darauf hin, dass China die Konditionen des Abkommens neu aushandeln will, da das Virus die wirtschaftliche Lage und die Rahmenbedingungen für den Handelsdeal völlig über den Haufen geworfen hat. Da China derzeit bei Weitem weniger aus den USA kauft als vorgesehen, scheinen derartige Meldungen nicht komplett aus der Luft gegriffen. Unterdessen ist völlig unklar, wie US-Präsident Trump auf Chinas Verfehlung reagieren wird. Ohne Frage sind Trump dieses Mal die Hände gebunden, da er dringend Probleme im eigenen Land lösen muss. Das könnte teilweise erklären, warum der Markt die Handelsschlagzeilen gegenwärtig ignoriert.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CU91APCallUSD/CNHHebel: 5,5
CU7B3KPutUSD/CNHHebel: 6,6
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