Rohstoffe

Was bringt der Nikolaus der OPEC?

Energie: Der Ölmarkt schaut heute gespannt nach Wien, wo sich die Delegierten der OPEC-Länder treffen, um über die Förderpolitik im nächsten Jahr zu entscheiden. Morgen kommen die verbündeten Nicht-OPEC-Länder einschließlich Russland hinzu (OPEC+). Vom Ausgang des 2-tägigen Treffens wird maßgeblich abhängen, welche Richtung die Ölpreise in den nächsten Monaten nehmen werden. Ein Komitee der OPEC+ hat vorgeschlagen, die Produktion ab Januar für sechs Monate zu kürzen. Als Referenz soll die Produktion von September oder Oktober gelten. Über die Höhe der Produktionskürzungen besteht noch Unklarheit. Eine Schlüsselrolle nimmt dabei Russland ein. Wie Delegierte berichten, würde die OPEC+ nur um 1 Mio. Barrel pro Tag kürzen, wenn Russland an seiner bisherigen Position einer Reduktion um 150 Tsd. Barrel pro Tag festhält. Erklärt sich Russland dagegen bereit, seinen Kürzungsbeitrag auf 250 Tsd. Barrel pro Tag zu erhöhen, könnte die OPEC+ die Produktionsmenge um 1,3-1,4 Mio. Barrel pro Tag kürzen. Letzteres wäre ausreichend, damit der Ölmarkt im nächsten Jahr wieder ins Gleichgewicht kommt, also ein Überangebot vermieden wird. In diesem Falle würde der Brentölpreis leicht steigen, bei einer geringeren Kürzung hingegen unter 60 USD fallen. Auch US-Präsident Trump könnte die Entscheidung beeinflussen. Dieser hat gestern via Twitter mitgeteilt, dass er gegen eine Produktionseinschränkung ist. Eine deutliche Kürzung gegen den Willen von Trump könnte sich für Saudi-Arabien als riskant erweisen, da Trump im Mordfall Khashoggi seine schützende Hand über Kronprinz bin Salman hält.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D4H Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3D41 Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold handelt weiter bei rund 1.235 USD je Feinunze. Unterstützung erhält es von den schwächeren Aktienmärkten, die die höhere Risikoaversion der Marktteilnehmer ausdrücken, und von den weiter fallenden Anleiherenditen. In den USA liegt die Rendite 10-jähriger Staatsanleihen mittlerweile unter 2,9% auf einem 3-Monatstief. Auch Gold in Euro gerechnet legt zu: Es notiert bei gut 1.090 EUR je Feinunze. Die italienische Regierung hat entgegen ihren Ankündigungen von vor zwei Tagen bislang noch keinen neuen Haushaltsentwurf vorgelegt. Die Unsicherheit bleibt damit vorerst bestehen. Wir haben gestern unseren Edelmetall-Ausblick 2019 veröffentlicht. Wir erwarten im nächsten Jahr steigende Edelmetall-Notierungen, da der US-Dollar wegen des Endes der Fed-Zinserhöhungen abwerten dürfte. Nur Palladium dürfte im nächsten Jahr nicht weiter steigen.Palladium gibt kräftig nach, nachdem der Preis gestern in der Spitze auf über 1.260 USD je Feinunze nach oben geschossen war. Es notiert heute Morgen gut 40 USD unter dem Hoch von gestern. Der Palladiummarkt ist u.E. derzeit stark verzerrt. Denn der Kassa-Preis liegt etwa 30 USD über dem Preis für den nächstfälligen Futures-Kontrakt (Dezember). Zudem ist der Satz für kurzfristige Leihegeschäfte auf 25-30% nach oben gesprungen. Dies ist ebenso wie die fallende Terminkurve ein Indiz für einen knappen Markt. Die Palladium-ETFs verzeichneten gestern Abflüsse von 6,4 Tsd. Unzen, was wohl im Zusammenhang mit Leihegeschäften steht. Trotz des aktuell knappen Marktes ist der Palladiumpreis unseres Erachtens zu hoch. Wir sehen inzwischen beträchtliches Korrekturpotenzial.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD5B2W Long Gold-Future Faktor: 4
CD5B33 Short Gold-Future Faktor: -4
CE71G6 Long Palladium-Future Faktor: 4
CE71GB Short Palladium-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die Metallpreise setzen ihren Rückgang fort, wozu die höhere Risikoaversion der Marktteilnehmer beiträgt, die sich auch in fallenden Aktienmärkten niederschlägt. Vom Optimismus nach dem am letzten Wochenende vereinbarten Waffenstillstand im Handelsstreit zwischen den USA und China ist nichts mehr übrig. Kupfer, Aluminium und Nickel handeln mittlerweile unter den Niveaus von vor dem G20-Gipfel. Zu den fallenden Preisen trägt wohl auch die Meldung bei, wonach der Finanzvorstand von Chinas größtem Telekommunikationsunternehmen in Kanada auf Geheiß der USA wegen angeblicher Verletzungen von Iran-Sanktionen verhaftet wurde. Dies wirft kein gutes Licht auf die nächste Woche beginnenden Verhandlungen im Handelsstreit.

In den letzten Tagen gab es gleich mehrere Meldungen, dass große Produzenten viel Geld in Nickelminen investieren. So hat der weltweit größte Nickelproduzent angekündigt, bis 2022 500 Mio. USD in seine Nickelmine in Neukaledonien investieren zu wollen. Damit vollzieht der Produzent eine Kehrtwende, denn vor einem Jahr hat er noch die Schließung der „Goro“-Mine erwogen. „Goro“ hat eine Produktionskapazität von 60 Tsd. Tonnen Nickel p.a. und bis zu 5 Tsd. Tonnen Kobalt p.a. In Australien hat der weltweit größte Minenproduzent von der Regierung die Genehmigung erhalten, eine Nickelmine zu erschließen. Daneben soll dort im April 2019 eine Anlage in Betrieb genommen werden, die 100 Tsd. Tonnen Nickelsulfat p.a. herstellen kann. Beide Unternehmen führen für ihre Entscheidung die erwartet hohe Nachfrage nach Nickel für Batterien im Zuge der Elektromobilität an.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7H Long Kupfer-Future Faktor: 4
CJ3D7Q Short Kupfer-Future Faktor: -4

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Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.