Währung

Warum ist der Dollar diese Woche so stark?

USD – Warum ist der Dollar diese Woche so stark?

Heute Morgen werden Sie überall lesen, dass die gestrigen Stimmungsindikatoren aus dem US-Dienstleistungssektor dem Dollar Auftrieb gegeben haben. Sie würden nicht dieses Daily lesen, wenn Sie erwarten würden, dass ich in den Chor einstimme, oder?

Zunächst: Ja, der ISM-Index für den Dienstleistungssektor lag deutlich über den Erwartungen. Aber das Konkurrenzprodukt von Markit lag darunter. Wichtiger: Typischerweise reagiert der Devisenmarkt auf diese Indikatoren nur schwach. Der US-Arbeitsmarktbericht vom vergangenen Freitag wäre ein viel besserer Anlass für USD-Stärke gewesen. Freitag wollte der Devisenmarkt nicht. Gestern schon. Was zeigt: Die US-Daten gestern mögen Auslöser der USD-Bewegung gewesen sein, ihre Ursache waren sie nicht.

Ursache ist aber sicherlich auch nicht, dass eine Einigung im US-chinesischen Handelsstreit näher zu rücken scheint. Monatelang wurde USD-Stärke mit dem eskalierendem Handelsstreit gerechtfertigt. Dann kann dessen Abklingen aber nicht jetzt USD-Stärke rechtfertigen.

Eher scheint mir, dass schon wieder einige Marktteilnehmer kalte Füße bekommen und befürchten, dass die optimistischen Töne, die Handelsminister Wilbur Ross am Wochenende anschlug, nicht wirkten. Schließlich ist klar: Ohne dass die US-Regierung einen Teil ihrer Strafzölle auf Importe aus China zurücknimmt wird eine Einigung schwierig. Offensichtlich fällt es vielen Marktteilnehmern auch nach zwei Jahren Trump-Regierung immer noch schwer, solche Volten des US-Präsidenten (des selbsterklärten “Zoll-Typen”) vorzustellen. Wacht auf. Das ist der Präsident, der den nordkoreanischen Diktator erst öffentlich verhöhnte und dann sein bester Kumpel wurde. Trump ist nicht JFK. Als Präsident bleibt er so opportunistisch, wie er es als Bauunternehmer sein musste. Angst vor einem Scheitern der Handelsgespräche würde auch erklären, warum wir überall eine deutliche Risk-off-Bewegung sehen, nur nicht in den Yen-Kursen.

Die Lehre aus all dem: Der Nachrichtenfluss zu den Handelsgesprächen ist momentan der entscheidende Treiber der US-Wechselkurse.

Die Lehre aus der US-Handelsbilanz

Am Montag hatte ich das Thema schon mal “angeteasert”: die US-Handelsbilanz. Aus den gestrigen Daten macht die Presse einen regelrechten Absturz der US-Importe aus China. Die Daten sind deutlich weniger spektakulär, aber klar: Die US-Importe aus China nehmen deutlich ab. Für den Dollar ist freilich wichtiger: Es findet keine De-Globalisierung der USA statt. Nimmt man die – immer wichtiger werdenden – Dienstleistungen hinzu, zeigt sich, dass der Trend steigender US-Importe ungebrochen ist. Wenn er China schaden wollte, hat der US-Präsident mit seinem Handelskrieg erreicht, was er wollte. Für die Dollar-Wechselkurse ist freilich wichtiger, ob die USA weniger abhängig von Waren- und Dienstleistungs-Importen werden. Das ist bislang nicht sichtbar.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
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PLN – Höhere Kerninflation wird Falken auf den Plan rufen

Die heutige Sitzung der polnischen Zentralbank wird wohl ereignislos verlaufen. Allerdings dürften die Falken, die eine stetige Beschleunigung der Kerninflation in Richtung des 2,5%-Ziels feststellen, zumindest leicht aufmucken (siehe Abb. 3). Die Falken hatten seit Langem vor einer solchen Entwicklung gewarnt, da das Lohnwachstum über mehrere Quartale hinweg rund 6,5% betrug. Demgemäß forderten sie eher früher als später Zinserhöhungen. In dieser Hinsicht sind die neuesten Daten Wasser auf ihre Mühlen. Im selben Atemzug hatten die Falken aber auch prophezeit, dass die Gesamtinflation bis Ende des Jahres über die obere Toleranzgrenze der NBP bei 3,5% hinausschießt. Das zeichnet sich noch nicht mal ansatzweise ab. Vielmehr fällt die Gesamtinflation wieder in Richtung des 2,5%-Ziels, nachdem sie kurz darüber hinausgeschossen war. Das deckt sich mit den Einschätzungen der Tauben im geldpolitischen Ausschuss. Insgesamt behalten die Tauben weiter die Oberhand, insbesondere weil im Rat Gouverneur Adam Glapiński, selbst eine eingefleischte Taube, das Sagen hat. Ihm zufolge sollten die Zinsen 2020 hindurch unverändert bleiben oder irgendwann sogar gesenkt werden. Vor dem Hintergrund einer schwächeren Konjunktur in der Eurozone, aber eines leichten Anstiegs der dortigen Kerninflation dürfte die Meinungskluft heute interessant werden. Für den Zloty ist das jedoch alles neutral.

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CJ6YH7 Call EUR/PLN Hebel: 6,4
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CNY – “Chinas Preis”

China scheint seinen Preis für den Handelsdeal letztlich festgelegt zu haben. So berichten staatliche Medien, dass Zölle proportional und gleichzeitig aufzuheben seien. Und ob der Deal vollständig unter Dach und Fach sei oder nicht, hänge vom Fortschritt der Rücknahme der Zölle ab. Auch internationale Medien berichteten, dass China von den USA verlange, die Zölle auf Waren von rund 110 Mrd. $ (am 1. September 2019 verhängt) zurückzunehmen. Ferner sollen die Zollsätze (derzeit 25%) für Waren von 250 Mrd. $ (in Kraft seit 2018) entfallen. Das alles sei Bedingung für das „Phase-1“-Abkommen. Diese Vereinbarung dürfte – so wie von Trump zuvor erklärt – rund 60% des sogenannten „vollen Deals“ abdecken. Chinas Ziel scheint darauf hinauszulaufen, 60% der gegenwärtig verhängten Zölle zu beseitigen. Und selbstverständlich muss auch der für den 15. Dezember geplante Zoll entfallen. Da sich Trump zu diesem Punkt in ungewöhnlicher Weise ausschweigt, bleibt ein Fragezeichen. Ein Blick auf den Markt: Dort sind USD-CNY und USD-CNH inzwischen recht volatil, wobei die 7,00er-Marke derzeit ein kritisches Niveau bleibt. Hauptimpulsgeber sind gleichwohl wie bisher die Schlagzeilen im Handelskonflikt.

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CJ6WTF Call USD/CNH Hebel: 6,0
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