Währung

Warten auf Jerome Powell am Freitag

USD: Manch einer erhofft sich von den FOMC Minutes heute Impulse für die Wechselkurse. Ich fürchte, sie könnten eher von anderer Seite kommen. Denn seit der letzten Fed-Zinssitzung, die am 31. Juli stattfand und auf der die Fed Funds Rate um 25 Basispunkte gesenkt wurde, hat sich so einiges getan: Der Handelskonflikt ist wieder aufgeflammt, die Inflationserwartungen sind weiter gefallen und die inverse Zinskurve könnte eine bevorstehende Rezession signalisieren. Insofern ist weniger wichtig, wie die Diskussion im FOMC vor drei Wochen geführt wurde, sondern wie die zukünftige Reaktionsfunktion der Fed auf die drohenden Risiken infolge der jüngsten Entwicklungen sein wird. Ich würde mich also weniger auf die Minutes von Ende Juli heute Abend, sondern lieber auf die Eröffnungsrede von Fed Chairman Jerome Powell am Freitagnachmittag in Jackson Hole konzentrieren. Schließlich spricht er anlässlich der jährlichen Konferenz der Kansas Fed über die Herausforderungen für die Geldpolitik. Im Juli bemühte sich Powell auf der Pressekonferenz noch zu betonen, dass die Zinssenkung nicht unbedingt der Beginn eines Zinssenkungszyklus sei. Vielleicht präsentiert sich Powell jetzt schon etwas vorsichtiger und lässt taubenhafte Töne anklingen. Dann würde sich der Markt in seinen Zinssenkungserwartungen bestätigt sehen und könnte guten Gewissens vor dem Wochenende noch eine Handvoll Dollar verkaufen.

EUR: Italiens Premierminister Guiseppe Conte ist zurückgetreten. Wie geht es jetzt weiter? Die größte Wahrscheinlichkeit sehen unsere Experten darin, dass Präsident Matarella die Fünf Sterne Bewegung (M5S) und die Partito Democratico (PD) mit der Regierungsbildung beauftragt und so Neuwahlen erst einmal vermeidet. Vermutlich würde das Haushaltsdefizit unter dieser Regierung steigen, aber nicht ausufern, so dass der Konflikt mit der EU zunächst eingedämmt werden könnte. Das wäre erst einmal positiv für den italienischen Rentenmarkt zu werten, der bereits gestern mit fallenden italienischen Renditen reagierte. Den Euro juckte die Regierungskrise vergleichsweise wenig. Zum einen ist sicherlich ein Gewöhnungseffekt eingetreten, schließlich brodelt es schon seit Monaten in Italien. Zum anderen wäre die oben genannte Lösung zwar vermutlich das geringste Übel und würde eine Chance auf einigermaßen vernünftige fiskalpolitische Entscheidungen bieten, aber Grund für Hochstimmung gibt es angesichts der nur knappen Mehrheit der möglichen Koalition im Parlament trotz allem nicht. Außerdem beschäftigen den Markt größere, gewichtigere Themen wie Rezessionsängste oder expansivere Geldpolitiken. Mehr als ein kurzes Gezackel im Euro war gestern deshalb auch nicht drin. Aber zumindest könnte der Euro einen Klotz weniger am Bein haben.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

GBP: Boris Johnson bezeichnet den irischen Backstop, der über den Verbleib Großbritanniens in der Zollunion mit der EU eine harte Grenze zwischen Irland und Nordirland vermeiden soll, als undemokratisch, und fordert “alternative Vereinbarungen”. Die EU zeigt sich geschlossen und lehnt einen Austritt aus der EU ohne Backstop ab. Zwar reist Johnson heute nach Berlin und morgen nach Paris, aber er wird vermutlich sowohl bei Kanzlerin Merkel als auch bei Präsident Macron auf Granit beißen. Es geht ihm meines Erachtens auch weniger um eine Lösung der Irlandfrage, die wir schon lange als gordischen Knoten bei der Brexit-Frage bezeichnen, was durch die Tatsache unterstrichen wird, dass Johnson selbst keine stichhaltigen Alternativvorschläge vorlegen kann. Es geht vermutlich eher darum, wer am Ende den schwarzen Peter hat. Johnson wird seinen Einsatz zu Hause so verkaufen, dass er alles getan hat, um mit der EU eine Lösung oder Einigung zu finden, und dass es deshalb am Ende nicht an ihm liegt, wenn es wirklich zum No-Deal Brexit kommen sollte. Ja, mit gutem Willen kann man als leicht positiv für das Pfund werten, dass Großbritannien und die EU im Gespräch bleiben. Aber das Risiko eines harten Brexit ist nach wie vor reell, weshalb Pfund-Optimismus unangebracht ist.

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CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CV0V4A Short EUR/GBP Faktor: -10
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CAD: Die Inflationsentwicklung war bislang kein Problem für die Bank of Canada (BoC). Sowohl die Gesamtrate als auch die verschiedenen Maße der Kerninflation liegen komfortabel in der Mitte des Zielbands. Der unterliegende Trend ist ebenfalls noch unproblematisch, hat aber im Juni nach unten gedreht. Die BoC wird diese Entwicklung genau im Auge behalten. Ungemach droht für die BoC aber in erster Linie von anderer Seite: dem Handelskonflikt. Gerade als enger Handelspartner der USA kann der Streit mit China indirekt erhebliche Folgen für die kanadische Exportwirtschaft haben. Zwar läuft die kanadische Wirtschaft generell noch gut, aber die BoC dürfte angesichts der lauernden Risiken zusehends vorsichtiger werden und allmählich den Weg für eine expansivere Geldpolitik bereiten. Ein zusätzliches Argument für einen Schwenk von ihrer noch neutralen Haltung in Richtung Zinssenkung wäre dabei eine nachlassende Inflation. Sollten die Juli-Daten heute enttäuschen, wird der CAD deshalb nachgeben. Denn das erhöht die Chancen, dass sich die BoC auf ihrer Sitzung nächste Woche deutlich vorsichtiger anhört. Wir rechnen im Herbst mit einer Zinssenkung seitens der BoC, so dass wir nicht überrascht sind, wenn die BoC ihren Wortlaut kommende Woche anpasst und der CAD kurfristig nachgibt.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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CU2XLU Long EUR/CAD Faktor: 2
CE9MCY Short EUR/CAD Faktor: -2
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