Währung

Währungen: Hält die gute Stimmung?

Gute Stimmung, auch am Arbeitsmarkt?

Die Marktteilnehmer zeigten sich gestern angesichts der erfreulichen Einkaufsmanagerindizes zwar etwas risikofreudiger (siehe unten). Doch wirklich große Euphorie brach nicht aus. Zum einen hat der Markt eine Konjunkturerholung bereits recht weit eingepreist. Zum anderen sind die umfragebasierten Konjunkturindikatoren doch durchaus mit Vorsicht zu genießen – wie auch https://commerzbank.bluematrix.com/sellside/EmailDocViewer?mime=html&co=commerzbank&id=laura.schwierzeck@sgcib.com&source=mail&encrypt=f6d36a5b-4ac1-436f-afbf-df7ee2ccdf8b immer wieder betonen. Weitaus aussagekräftiger sind die „harten“ Daten. Und auch hier gab es zuletzt positive Überraschungen, wie gestern die Einzelhandelsdaten aus Deutschland. Doch das große Sorgenkind ist und bleibt der Arbeitsmarkt. Wenn man die Arbeitslosenquote betrachtet, mag es in Europa nicht ganz so prekär aussehen wie in den USA. Doch angesichts der hohen Dynamik am US-Arbeitsmarkt besteht die Hoffnung, dass auch eine Erholung vergleichsweise schnell erfolgt. Und in der Tat, bereits im Mai wurden wieder weitaus mehr Stellen geschaffen als erwartet wurde. Entsprechend hoch sind nun die Erwartungen an den Juni-Bericht, der heute veröffentlicht wird. Ein erneuter deutlicher Rückgang der Arbeitslosenquote würde den Markt hinsichtlich der Erholung zuversichtlicher stimmen. Dann wäre Risk-On angesagt, was theoretisch, da der US-Dollar als sicherer Hafen in dieser Krise gefragt war, negativ für die US-Währung wäre. Allerdings war jüngst zu beobachten, dass der Dollar, wenn die Zahlen die Erwartungen weit übertreffen, auch zulegen kann. Und auch das macht natürlich Sinn. Denn sollte sich zeigen, dass die USA vergleichsweise schnell aus der Krise kommen, wäre das ein starkes Argument für den Dollar.

Das Leiden der sicheren Währungshäfen

Gestern überraschte auch der ISM Index für das verarbeitende Gewerbe mit einem stärker als erwarteten Anstieg im Juni und folgte damit dem Muster, welches schon in vielen anderen Länder zu beobachten war. In der Eurozone, in China, im UK als auch einigen Emerging Markets ähnelt die Erholung der Stimmungsindikatoren einem V, d.h. es geht genauso schnell wieder hoch, wie zuvor nach unten. Allerdings gibt es auch Länder, die aus der Reihe fallen: Die Schweiz und Japan beispielsweise. Zwar zeigten sich auch hier die Unternehmen im vergangenen Monat etwas optimistischer als im Mai, doch insbesondere in der Schweiz ähnelt die Entwicklung des PMI doch eher einem L als einem V.

Warum hakt die Erholung genau in diesen beiden Ländern? Meine These: Die Wechselkurse sind schuld. So hatten die Exporteure in der Schweiz und Japan zusätzlich zu den Corona-bedingten Problemen zeitweise auch noch mit einer deutlichen Aufwertung ihrer Währungen zu kämpfen, da sowohl der Franken als auch der Yen als sicherer Hafen gefragt waren. Beide haben inzwischen den Großteil ihrer Gewinne wieder abgegeben, notieren aber immernoch auf stärkeren Niveaus als vor der Krise. Somit hat die Belastung durch die starken Währungen zwar nachgelassen, doch Rückenwind erhält der Exportsektor von dieser Seite derzeit zweifellos nicht. So ist das mit sicheren Währungshäfen nun einmal. Genau dann, wenn es wirtschaftlich so gar nicht in den Kram passt, werten diese auf. Die SNB kann immerhin mittels ihrer Devisenmarktinterventionen größeren Schmerz vermeiden. Die Bank of Japan ist im Falle einer starken Aufwertung dagegen grundsätzlich hilflos – sofern sie nicht riskieren will, von ihren G20-Partnern wegen Wechselkursmanipulation angeprangert zu werden.

Notenbanker sehen Finanzpolitik in der Pflicht

Die FOMC-Minutes brachten an sich keine Neuigkeiten gestern. Es wurde zwar über Möglichkeiten diskutiert, das niedrige Zinsniveau zu zementieren (über Forward Guidance oder Zinskurvenkontrolle), doch nach akutem Handlungsbedarf in dieser Richtung hörte es sich nicht an. Wie ich schon vor kurzem anmerkte: Es scheint sich zunehmend eine gewisse “Stimulusmüdigkeit” breitzumachen. Auch EZB-Chefvolkswirt Philip Lane signalisierte gestern eine geldpolitische Pause. Wie auch der Markt wollen eben auch die Notenbanker zunächst abwarten, wie sich zum einen die Viruslage weiter entwickelt und zum anderen inwieweit sich die Wirtschaft nach den ersten Lockerungen des Lockdowns schlägt. Ein Grundtenor ist jedoch zunehmend auszumachen: Die Geldpolitik hat genug getan, die Notenbanker sehen nun insbesondere die Finanzpolitik in der Pflicht. Auch deshalb dürften sich EZB, Fed und Co nun wohl erst einmal zurückziehen, weshalb von dieser Seite vorerst keine großen Impulse für die Wechselkurse zu erwarten sind.

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SEK: Die Riksbank holt die geldpolitische Bazooka raus….

Die schwedische Riksbank hat ihre geldpolitischen Stimulierungsmaßnahmen gestern weiter ausgeweitet. Das sechsköpfige Gremium entschied sich dazu, das bestehende Anleihekaufprogramm von 300 Mrd. SEK auf 500 Mrd. SEK auszuweiten und bis zum Juni 2021 zu verlängern. Zudem sollen ab September erstmals Unternehmensanleihen im Volumen von 10 Mrd. SEK gekauft werden. Auch zusätzliche Maßnahmen zur Verbesserung der Kreditvergabe wurden beschlossen. Zeitgleich nahm die Riksbank ihre Inflationsprognosen deutlich nach unten. “Es ist noch nicht vorbei”, betonte Zentralbank-Gouverneur Stefan Ingves. Um auf der sicheren Seite zu sein, habe man entschieden, mehr zu tun. Als Reaktion auf die überraschende Riksbank-Entscheidung hat die SEK gestern leicht nachgegeben. Längerfristig wird es aber darauf ankommen, wie der Markt die Chancen auf eine wirtschaftliche Erholung einschätzt, die bisherige SEK-Entwicklung spiegelt jedenfalls eine gehörige Portion Optimismus wider. Einen Optimismus, den die Riksbank offensichtlich nicht teilt. Weiteres Rückschlagspotential in der SEK ist unseres Erachtens daher nicht ausgeschlossen.

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