Währung

Vor der EZB-Sitzung: Was wollen eigentlich die Zentralbanken?

GBP: In Großbritannien geht’s um die ganz großen Fragen: die Stellung des Landes in der Welt, den Frieden auf der irischen Insel, die Zukunft der Demokratie. Da ist’s schon nachgerade niedlich, dass Juli-Daten zur Realwirtschaft (monatliche BIP-Schätzung, Industrieproduktion etc.) die GBP-Wechselkurse mehr bewegen als Nachrichten, die die eigentlich relevanten Fragen betreffen. Zeigen diese Zahlen nun, dass Großbritanniens Wirtschaft auch im Fall eines No-Deal-Brexit prosperieren wird – wie es die Brexiteers versprechen? Nein, im Auf und Ab der Nachrichtenlage zum Brexit gibt’s auch mal Lichtblicke. Und natürlich muss die Angst vor diesem Worst Case nicht die gleichen Wirkungen haben wie der “Case” selbst. Wenn der realwirtschaftliche Vorgeschmack nicht ganz so schlimm ist, hat das nur bedingten Informationsgehalt für den eigentlichen Kasus.

Zum eigentlich Relevanten gab’s gestern Abend nicht viel Neues. Warum hätte auch das Parlament diesmal einer frühen Neuwahl zustimmen sollen? Da immer wahrscheinlicher wird, dass die Regierung sich der gesetzlichen Verpflichtung auf Verlängerung entziehen will, wird’s immer wichtiger, die parlamentarische Kontrolle der Regierung in der entscheidenden Phase nicht dadurch zu verwässern, dass das Parlament im entscheidenden Moment gerade abgewählt ist.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CV0V4A Short EUR/GBP Faktor: -10
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

EUR: In der EZB-Woche müssen wir natürlich über Geldpolitik reden. Da bis zur Entscheidung von Europas Währungshütern noch zwei Tage Zeit sind, gibt’s heute Morgen hierzu grundsätzlicheres, nämlich das Thema, das es jüngst mal wieder auf die Titelseiten (zumindest der Fachpresse) schaffte: “Überschuldung” von Unternehmen und Haushalten.

Wenn sich Institutionen wie IIF und BIS darum sorgen, ist das das Eine. Wenn aber Zentral-Banker in dieses Chor einstimmen (in der Vergangenheit z.B. BoE-Gouverneur Mark Carney oder BoC-Vize Lynn Patterson), dann platzt mir die Hutschnur. Was wollen die Zentralbanken eigentlich? “Lockere” Geldpolitik funktioniert doch immer so, dass Zentralbanken die Geschäftsbanken dazu überreden / drängen, mehr Kredite zu vergeben. Was soll eine Zentralbank denn sonst “lockern” als die Bedingungen, die die Kreditvergabe der Banken determinieren? Tun sie das, steigen halt auch die Schulden der Nichtbanken. Das heißt aber nichts anderes, als dass die weltweite mega-expansive Geldpolitik nicht völlig wirkungslos ist.

Natürlich wird’s schmerzhaft, wenn die Zentralbanken das irgendwann wieder zurückdrehen. Aber das ist ja gerade der Sinn von “restriktiver” Geldpolitik. Sie ist in diesem Sinne immer schmerzhaft und soll es sein. Man muss das halt richtig dosieren, damit es nicht in einer neuen Krise endet. Klar, das wird schwierig angesichts der massiven unkonventionellen Instrumente. Aber das hätte man sich überlegen sollen, als man diese Instrumente eingeführt hat. Damals habe ich mich darüber aufgeregt. Jetzt nicht mehr.

Warum sich der Devisenmarkt darum scheren muss? Weil die Antagonismen der weltweiten expansiven Geldpolitik immer deutlicher werden: dass einerseits der Instrumenteneinsatz immer ungezügelter wird und andererseits niemand mehr glaubt, dass es außer Kollateralschäden etwas nützt. Für die Wechselkursentwicklung wird entscheidend sein, wie sich die Zentralbanken in diesem Dilemma verhalten. Falls die EZB – wie von unseren EZB-Watchern vorhergesagt – die “Bazooka” auspackt (20 Basispunkte Zinssenkung plus Wiederaufnahme von QE), signalisiert sie damit, dass sie ohne Rücksicht auf Verluste weitermacht. Das fügt den EUR-Wechselkursen Schaden zu. Wäre sie vorsichtiger, würde sie damit die Antagonismen anerkennen. Das wäre weiterhin keine Antwort, aber wie heißt es so schön: Erkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Und es wäre ein deutlicher Gegensatz zur bisherigen Attitüde der EZB, die nassforsch so tut, als gäbe es kein Dilemma. Dieser Sinneswandel wäre EUR-positiv. Leider erachten unsere Experten ihn als unwahrscheinlich.

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WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10
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SEK: Letzte Woche blieb die Riksbank bei ihrer restriktiven Haltung, indem sie Ende 2019/Anfang 2020 eine weitere Zinserhöhung signalisierte. Sie senkte aber den Zinspfad ab und deutet damit an, dass der Leitzins langsamer und nicht so hoch steigen wird wie noch im Juli angenommen. Als Grund nannte sie die niedrigeren Zinsen weltweit sowie die schlechte Stimmung aufgrund des Handelskonflikts. Daheim läuft im Prinzip alles bestens. Die Inflation liegt laut Riksbank seit 2017 (nahe) am Inflationziel und sei jüngst sogar etwas höher ausgefallen als erwartet. Allerdings haben die Inflationserwartungen zuletzt leicht nachgegeben und sieht auch der Inflationstrend weniger überzeugend aus. Enttäuschen die Daten für August daher heute, kann die Krone einige der Gewinne, die sie seit Monatsanfang sieht, schnell wieder abgeben. Denn dem Markt könnten erste Zweifel an der restriktiven Haltung der Riksbank kommen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
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CU2XMM Long EUR/SEK Faktor: 5
CV0V4F Short EUR/SEK Faktor: -5
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NOK: Bei der Norges Bank sieht die Lage etwas anders aus. Noch im Juli erhöhte sie den Leitzins um 25 Basispunkte auf 1,25% und stellte sie in Aussicht, dass er im Jahresverlauf 2019 höchstwahrscheinlich weiter steigen würde. Sie muss den Entwicklungen im Handelsstreit in ihren neuen Prognosen also erst noch Rechnung tragen. Insofern dürfte sie auf ihrer Sitzung nächste Woche aufgrund der möglichen Risiken für die heimische Wirtschaft vorsichtiger werden – ordentliche Inflationszahlen hin oder her. Ich würde deshalb nicht davon ausgehen, dass die August-Zahlen ausschlaggebend sind und der Krone einen zusätzlichen Schub geben. Sie profitiert derzeit in erster Linie von der etwas besseren Stimmung am Markt. Allerdings könnten überraschend niedrige Ergebnisse Zweifel an der restriktiven Haltung der Norges Bank nächste Woche aufkommen lassen und die Krone unter Abwärtsdruck bringen.

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CU2XMJ Long EUR/NOK Faktor: 10
CE9MCU Short EUR/NOK Faktor: -10
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