Rohstoffe

Volatilität am Ölmarkt kehrt zurück

Energie: Steigende US-Rohölvorräte bringen Ölpreise unter Druck

Der WTI-Ölpreis ist gestern getrieben von Produktionsunterbrechungen durch Hurrikan Zeta zunächst um 3% auf knapp 40 USD je Barrel gestiegen, bevor er nach einem negativen Lagerbericht des API fast sämtliche Gewinne wieder abgegeben hat. Heute Morgen notiert WTI unter 39 USD, Brent unter 41 USD je Barrel. Ein großer Teil der Ölproduktionseinrichtungen im sog. Mississippi-Tal im Golf von Mexiko sowie die Raffinerien rund um New Orleans liegen auf dem Weg des Hurrikans. Deshalb wurde bereits die Hälfte der US-Ölproduktion im Golf geschlossen. Zeta ist bereits der 27. Tropensturm – seit Beginn der Aufzeichnungen hat es nur im Jahr 2005 mit 28 mehr benannte Stürme gegeben als in dieser Saison. Da aber noch der ganze November bevorsteht, kann man wohl von der aktivsten Hurrikansaison aller Zeiten sprechen. Die Unterbrechungen der Produktion und des Transports im Golf dürften die Lagerstatistik demnächst weniger aussagekräftig machen. Vorerst steht aber heute die Veröffentlichung des DOE-Berichts an, von dem man sich ein besseres Bild der aktuellen Angebots-Nachfrage-Situation in den USA erhofft. Der gestrige API-Bericht hat für die Woche zum 23. Oktober einen Anstieg der US-Rohölvorräte um 4,6 Mio. Barrel gezeigt. Der Bloomberg-Konsens rechnet heute mit einem geringeren Aufbau. Auch bei Benzin könnte der DOE-Bericht negativ überraschen. Während das API einen Anstieg der Bestände um 2,3 Mio. Barrel sieht, rechnet der Konsens mit unveränderten Vorräten. Obgleich das API zum sechsten Mal in Folge einen Rückgang der Destillatebestände gemeldet hat, was im Vorfeld der Heizsaison wichtig ist, darf man anzweifeln, dass dieser beachtet wird. Denn die Stimmung der Ölmarktteilnehmer ist recht positiv und nimmt viele stützende Nachrichten vorweg: In der Woche zum 20. Oktober nahmen die Netto-Long-Positionen der spekulativen Finanzanleger bei WTI um 13% und bei Brent um 18% zu. Insbesondere bei WTI sind diese mit knapp 340 Tsd. Kontrakten wieder sehr hoch, was kurzfristige Gewinnmitnahmen wahrscheinlich macht.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Chinas Goldhandel erwacht wieder

In den USA ist im September das Konsumentenvertrauen entgegen den Erwartungen leicht gefallen. Dies dürfte im Zusammenhang mit den stark steigenden Neuinfektionszahlen mit Covid-19 stehen. Damit deutet sich im Dienstleistungssektor möglicherweise wieder eine langsamere Gangart an, während das verarbeitende Gewerbe noch auf Erholungskurs ist. Der Goldpreis ist leicht auf 1.910 USD je Feinunze gestiegen und wurde zusätzlich unterstützt durch die größten ETF-Zuflüsse seit Monatsbeginn (4,4 Tonnen). Ein weiterer Preisanstieg wird heute durch den etwas festeren US-Dollar verhindert, nachdem US-Präsident Trump einräumte, dass vor der Wahl nächste Woche kein neues Hilfspaket für die US-Wirtschaft verabschiedet werden wird. Dafür soll es nach der Wahl das „beste Stimulus-Programm jemals“ geben.

Gemäß Daten der Hongkonger Statistikbehörde hat China im September überraschend viel Gold aus Hongkong importiert. Die Netto-Importe sind demnach auf 11,1 Tonnen gestiegen, nach 1,2 Tonnen im Vormonat. Sie lagen fast auf Vorjahresniveau. Die Schweizer Goldhandelsdaten hatten dagegen letzte Woche eine anhaltend niedrige Importtätigkeit Chinas gezeigt. Der Verband der chinesischen Goldproduzenten sprach allerdings gestern wiederum von einer Erholung der chinesischen Goldnachfrage im dritten Quartal. Morgen gibt der World Gold Council einen Einblick in die Goldnachfragetrends des letzten Quartals. Sollte auch er ein Anziehen der so wichtigen physischen Goldnachfrage in Asien belegen, dürfte der Goldpreis perspektivisch wieder mehr Unterstützung erhalten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
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Industriemetalle: Noch hohe Aluminium-Importe Chinas, aber keine Arbitrage-Möglichkeiten mehr

Nach zwei Monaten Netto-Importeur in Folge war China im September gemäß Daten der Zollbehörde wieder Netto-Exporteur von unverarbeitetem Aluminium und Aluminiumprodukten. Mit gut 70 Tsd. Tonnen lagen die Netto-Exporte allerdings noch auf einem sehr niedrigen Niveau. Im Frühjahr hatte China netto noch fast 400 Tsd. Tonnen Aluminium ausgeführt, ein Jahr zuvor sogar über 500 Tsd. Tonnen. Die nach wie vor sehr geringen Netto-Exporte liegen an den anhaltend hohen Aluminium-Importen Chinas. Chinesische Händler hatten eine seltene Arbitrage-Möglichkeit zwischen den SHFE- und LME-Preisen genutzt – der SHFE-Aluminiumpreis war von April bis Juli deutlich stärker gestiegen als der LME-Preis – und große Mengen Aluminium auf dem Weltmarkt gekauft. Diese wurden im September noch nach China geliefert. Seit August bestehen die Arbitrage-Möglichkeiten nicht mehr, so dass wir davon ausgehen, dass Chinas Aluminiumimporte wieder auf ein „normales“ Niveau sinken werden und das Land in den nächsten Monaten wieder verstärkt netto Aluminium exportieren wird. Das Aluminium fließt in einen unseres Erachtens derzeit gut versorgten Markt. Einer der weltgrößten Aluminiumproduzenten bezifferte den Überschuss am globalen Aluminiummarkt in den ersten drei Quartalen auf 1,7 Mio. Tonnen. Viele Marktbeobachter gehen allerdings davon aus, dass der Überschuss in den nächsten Monaten zum Teil abgebaut wird, da sich die Nachfrage erholt. So scheint zum Beispiel die Autoindustrie ihren Tiefpunkt durchschritten zu haben, worauf zuletzt steigende Verkaufszahlen in den wichtigsten Automärkten hindeuten. Mit über 1.800 USD je Tonne ist der Aluminiumpreis unseres Erachtens derzeit dennoch zu hoch. Der Preis ist durch ein starkes spekulatives Kaufinteresse gestützt, wie die LME-Statistik zeigt. Hinzu kommt, dass viele Finanztransaktionen wegen der Steilheit der Terminkurve den Aluminiummarkt künstlich verknappen.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.