Rohstoffe

Volatilität am Ölmarkt bleibt sehr hoch

Energie: Das Jo-Jo am Ölmarkt schwingt weiter und der Ölpreis bleibt sehr schwankungsanfällig. Nach einem massiven Rutsch am Mittwoch ist der Brent-Ölpreis gestern erneut stark unter die Räder gekommen, hat binnen weniger Stunden über 3% verloren, und ein Wochentief von 57,7 USD je Barrel markiert. Heute notiert er wieder bei 59 USD. Der Ölpreis bleibt aktuell in erster Linie ein Spielball der überlagernden Erwartungen für die Weltkonjunktur und damit gefangen zwischen Konjunktursorgen und Hoffnungen auf ein baldiges Ende des Handelsstreits. Für den gestrigen Preisrückgang könnte aber auch die Nachricht über die Freigabe des zuvor festgesetzten iranischen Öltankers durch Gibraltar beigetragen haben, denn das lindert womöglich die Sorgen vor einer Eskalation der Lage im Persischen Golf. Das Problem dabei ist, dass der Ölpreis zuvor auf deren Zuspitzung nicht reagiert hat und damit die “geopolitische Prämie” im Ölpreis gar nicht erst vorhanden war. Der Ölmarkt bleibt also eher auf einem Ohr taub und anfällig für Preiskorrekturen als durch positive Nachrichten unterstützt.

Für den Gaspreisrückgang dies- und jenseits des Atlantiks sind neben den sinkenden Ölpreisen und Konjunktursorgen auch marktspezifische Gründe verantwortlich. Selbst nach dem Anstieg diese Woche bleiben die US-Gaspreise saisonal betrachtet extrem niedrig, nachdem die Lagerbestände in den letzten Wochen stärker als in den Vorjahren und stärker als erwartet aufgefüllt wurden. In Europa sind die Lager laut GIE mittlerweile zu 87,4% gefüllt, so gut wie zuletzt im Jahr 2011 zu diesem Zeitpunkt. Es überrascht also nicht, dass der TTF year ahead (aktuell also für das Jahr 2020) mit 17,35 EUR je MWh auf den niedrigsten Stand seit März 2018 gefallen ist.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
CJ3D52 Long Natural Gas Future Faktor: 5
CJ3D59 Short Natural Gas Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold fällt zum Wochenausklang auf 1.515 USD je Feinunze. Gestern stieg es nach Äußerungen aus China zum Handelsstreit und nach durchwachsenen US-Konjunkturdaten auf 1.525 USD, wurde aber über Nacht durch einen festeren US-Dollar wieder eingebremst. China hat die geplanten neuen US-Zölle auf chinesische Produkte als Verletzung des Abkommens bezeichnet, das zwischen Trump und Xi im Rahmen des G20-Gipfels in Osaka Ende Juni vereinbart wurde. Es signalisierte zudem seinen Willen, Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Später kündigte Trump an, „sehr bald“ mit Xi über das Thema Handel zu telefonieren und lobte Gespräche zwischen US-Außenminister Pompeo und Chinas Chefdiplomaten Yang Jiechi. EZB-Ratsmitglied Rehn deutete gestern in einem Zeitungsinterview an, dass die EZB auf ihrer Sitzung im September “ein starkes Paket an politischen Maßnahmen” präsentieren und ihr QE-Programm neu starten könne. Rehn zeigte sich sogar offen für Aktienkäufe. Gold in Euro gerechnet stieg daraufhin auf 1.376 EUR je Feinunze, der höchste Stand seit Oktober 2012.

In den laufenden Tarifverhandlungen in der Platinindustrie in Südafrika zeichnet sich bislang keine Einigung ab. So hat die radikale Gewerkschaft AMCU jüngst das Angebot eines Platinproduzenten brüsk zurückgewiesen und dem Produzenten mit einem Streik gedroht. Andere Platinproduzenten haben laut AMCU zwar bessere Angebote vorgelegt, aber auch diese würden nicht die Forderungen der Gewerkschaft erfüllen. Die Forderungen der Gewerkschaft sind für die Platinproduzenten allerdings auch kaum zu erfüllen. Sollte es in Südafrika, dem mit einem Anteil von 74% größten Platinproduzenten, Streiks geben, dürfte dies unseres Erachtens den Platinpreis unterstützen. Derzeit steht Platin jedoch im Zuge der allgemeinen Konjunktursorgen unter Druck. Der Preis ist gestern unter die charttechnisch wichtige 100-Tage-Linie gerutscht und handelt nur noch leicht über der 200-Tage-Linie.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10
CU0E6X Long Platinum Future Faktor: 5
CJ7RL7 Short Platinum Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Wie aus den vom Nationalen Statistikbüro (NBS) vorgestern veröffentlichten Daten zur Industrieproduktion hervorgeht, hat China im Juli 2,98 Mio. Tonnen Aluminium produziert, knapp 2% mehr als im Vorjahr. Dies war der zweithöchste Monatswert aller Zeiten. Auf Tagesbasis lag die Produktion allerdings 3% unter dem Rekordniveau des Vormonats. Dies war vor allem auf die vorübergehende Schließung einer großen Schmelze im Nordosten Chinas zurückzuführen. In der ersten Augusthälfte dürfte die Produktion weiter gefallen sein, da der Taifun „Lekima“ im Osten des Landes große Schäden verursacht hat. Vom Taifun war unter anderem Shandong, die größte Produktionsregion von Aluminium in China, betroffen. Der Aluminiumpreis ist von seinem 2½-Jahrestief Mitte letzter Woche aber nur leicht gestiegen und handelt aktuell bei 1.790 USD je Tonne. Der globale Aluminiummarkt ist unseres Erachtens gut versorgt, was einhergehend mit den Konjunktursorgen deutlich steigenden Preisen entgegenstehen dürfte.

Für die chinesische Stahlproduktion ergibt sich ein ähnliches Bild. NBS-Daten zufolge wurden im Juli 85,2 Mio. Tonnen Stahl hergestellt, fast 5% mehr als im Vorjahr. Sie lag allerdings klar unter dem Niveau des Vormonats, was auf Umweltmaßnahmen von Lokalregierungen und hohe Rohmaterialpreise zurückgeführt wird. Letztere haben dazu beigetragen, dass die chinesischen Stahlhersteller weniger profitabel geworden sind. Nun kommen Anzeichen einer sich abschwächenden Stahlnachfrage hinzu, so zum Beispiel im Immobiliensektor.