Währung

USD: Was sind die größten Risiken für den Greenback?

Was sind die größten Risiken für den Greenback?

Stockt’s in Washington bei den Gesprächen über das Fiskalpaket, erholt sich der Dollar. Wie gestern zu beobachten war. Lange hatte ich den Devisenhändlern nicht zugetraut, dass sie so weitsichtig handeln würden und hatte stattdessen vermutet, dass alles, was die unmittelbaren Folgen der Corona-Pandemie lindert, USD-positiv gewertet wird. Dabei ist die Wirkung expansiver US-Fiskalpolitik tatsächlich zweischneidig:

  • Einerseits kann sie helfen, unnötige Langfristfolgen der Corona-Pandemie zu verhindern, indem sie (a) Pleiten von Unternehmen verhindert, die nach Corona überlebensfähig wären und (b) “Multiplikator-Effekte” minimieren, d.h. einen Rückgang der Wirtschaftsaktivität über den initialen Corona-Effekt hinaus (aufgrund geringeren Konsums durch geringere Einkommen).
  • Andererseits erscheint (a) das gedankliche Konzept einer “Nach-Corona”-Zeit, die der “Vor-Corona”-Zeit ähnelt, immer zweifelhafter. Ob die Rettung von Unternehmen, die sich in den letzten acht Monaten nicht als überlebensfähig erwiesen haben, wirklich langfristig Produktionspotenzial sichert (oder stattdessen “Zombie-Unternehmen” am Leben hält), ist nicht mehr so klar. Und (b) das vielleicht wichtigste Argument: Die USA haben das Problem eines Zwillings-Defizits, d.h. Haushaltsdefizit und Leistungsbilanz-Defizit.

Letzterer Punkt bedarf einer Erklärung: Was zählt, sind letztendlich natürlich nicht die Defizite von Staatshaushalt und Leistungsbilanz, sondern die Verschuldung des Staates und die Verschuldung der US-Volkswirtschaft gegenüber dem Rest der Welt. Sind beide zu hoch, erscheint eine Entschuldung der US-Volkswirtschaft nur noch mittels USD-Abwertung möglich. Man schaut halt nur auf die Defizite, weil sie die rezentesten Informationen über den Verlauf der Schuldenstände liefern. Jedoch muss man gerade bei den Leistungsbilanz-Defiziten vorsichtig sein: Akkumuliert man diese über die Zeit, lieferten sie in den letzten Jahren ein sehr unzureichendes Bild der Verschuldung der US-Volkswirtschaft gegenüber dem Rest der Welt. Der Grund ist klar: weil der Dollar aus fundamentaler Sicht viel zu stark war.

Klar, solange die USA das attraktivste Ziel für die Masse international beweglichen Kapitals sind, ist all das kein Problem. Ändert sich das (z.B. durch einen Politikwechsel, der Unternehmensgewinne in den USA nicht mehr so sprudeln lässt wie bisher, durch die dauerhafte Nullzinspolitik der Fed etc.), wird der Dollar seine Stärke nicht mehr verteidigen können. “Fed-Dollar”, “Biden-Dollar”, nennen Sie’s, wie Sie mögen: Die Gründe für einen starken Dollar verlieren an Strahlkraft, umso mehr, je expansiver die US-Fiskalpolitik heute schon ist. Und da die letzte große Fernsehdebatte der Bewerber um’s Weiße Haus nach ersten Einschätzungen nicht wesentlich die Wahrscheinlichkeiten verschoben hat, spricht in Tendenz Vieles für fortgesetzte USD-Schwäche, auch wenn die aktuelle Nachrichtenlage diesen Prozess immer wieder stocken lässt (wie gestern).

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Die Zinssenkungs-Bazooka

Wer nun glaubt, ich würde aufgrund des oben gesagten EUR-USD in den Himmel schießen sehen, liegt falsch. Nicht weil der Dollar aus mystischen Gründen halt doch so eine tolle Währung wäre, sondern weil die EZB alles tun dürfte, den Euro schwach zu reden. Zumindest muss das nach der Erfahrung der letzten Monate befürchtet werden. Klar, ist sich der Devisenmarkt in seiner fundamentalen Einschätzung einig, hilft das Gerede von (z.B.) EZB-Chefvolkswirt Philip Lane so wenig gegen EUR-Stärke wie gegen starken Wind. Doch ist solche Einigkeit vor der US-Wahl kaum zu erwarten. Und schließlich gilt: Würde EUR-USD zu schnell zulegen, hätte die EZB ja immer noch die Bazooka einer weiteren Zinssenkung in petto. So ganz hohl sind die verbalen Drohungen der EZB daher nicht.

CNY: „Neutrale“ Erwartungen

Letzte Nach wurde China zu einem der Top-Themen bei der letzten US-Präsidentschaftsdebatte. So erklärte insbesondere Biden, er werde dafür sorgen, dass sich China an die Regeln halte. Indes bleibt Trump bei seinem Konfrontationskurs und macht deutlich, dass China den US-Farmern Geld schulde. Da sich Biden nur selten zu seiner Haltung gegenüber China äußert, bieten seine Ausführungen einen gewissen Vorgeschmack auf seine künftige Diplomatie: stärker mit den Verbündeten auf China zugehen und Regeln und Konventionen in den Vordergrund stellen. Was Biden bei seinem Einzug ins Weiße Haus genau vorhat, ist noch immer unklar. Doch der Aufstieg Chinas wird auf der Agenda des nächsten US-Präsidenten ganz oben stehen – ob er will oder nicht. Das kommt in der heutigen Debatte abermals zum Ausdruck, wobei ich das Gefühl habe, dass das Thema China künftig an vielen Fronten weitreichende Spuren hinterlassen wird.

Themawechsel: Ein Sprecher der staatlichen Devisenhandelsbehörde Chinas (SAFE) erklärte heute Morgen in Zusammenhang mit den CNY-Wechselkursen, die Erwartungen zum CNY hätten letztlich in Richtung „neutral“ tendiert. Unterdessen sei es für China schwierig, weiterhin einen großen Leistungsbilanzüberschuss zu erwirtschaften. Deswegen rechne er damit, dass die CNY-Wechselkurse in beide Richtungen schwanken. Diese Aussagen der SAFE haben nach der jüngsten Rally des CNY ohne Frage besondere Beachtung verdient. Nach meiner Einschätzung suggeriert die Auffassung der SAFE zumindest, dass die Politik keinen weiteren Höhenflug des CNY will.

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