Währung

USD: Warum Trumps Fed-Kandidaten dem USD schaden könnten

USD: Manches verschlägt mir immer noch die Sprache. So der Satz von US-Präsident Donald Trumps Fed-Kandidat Stephen Moore, geäußert in einem Interview gestern: „Growth does not cause inflation. We know that. When you have more output of goods and services, prices fall.“ Für die makroökonomischen Laien unter unseren Lesern mag sich das plausibel anhören. Doch jeder, der schon mal wenigstens ein Semester „Einführung in VWL“ gehört hat, wird sich die Haare raufen. Da hat jemand die Grundlagen unserer Wissenschaft nicht verstanden. Muss man auch nicht. Nur sollte man dann halt nicht Zentralbanker werden wollen. Ich will ja auch nicht Profi-Kicker werden.

Moore wird nicht den Pfad der US-Geldpolitik bestimmen können. Mit Chair Jay Powell, Vize-Chair Richard Clarida und anderen im Board of Governors und im Federal Open Market Committee gibt es genügend erfahrene, kluge Geldpolitiker in der Fed, dass es für solche Außenseiter wie ihn auf absehbare Zeit keine Mehrheit in den Entscheidungsgremien geben wird. Die Gefahr, die von Moores Nominierung ausgeht, ist eine andere. Sie besteht darin, dass die US-Geldpolitik in die schmutzigen Niederungen der Tagespolitik hineingezogen wird. Und da gehört sie nicht hin – auch das ist eine der Grunderkenntnisse der VWL. Wenn Trump auf Powell schimpft, rümpft jedermann ob der ungebührlichen Einmischung des Präsidenten in die Geldpolitik die Nase. Würde Moore als Fed-Gouverneur das gleiche sagen, wäre das ein gewichtigerer Einspruch.

Es ist nicht klar, ob Trumps neue Kandidaten (neben Moore auch Herman Cain) es durch den Kongress schaffen. Insbesondere gegen Cain regt sich auch auf Seiten der Republikaner deutlicher Widerstand. Doch zeigt allein die Nominierung der beiden, dass Trump es mit seinem Angriff auf die Fed-Unabhängigkeit ernster meint als früher.

Zyniker könnten argumentieren, dass eine Fed, deren Vertrauen erodiert, das ideale Mittel sei, um Inflationserwartungen wieder auf gewünschte Niveaus steigen zu lassen. Das kann stimmen. Und ich will gar nicht auf dem Punkt herumreiten, wie die Inflation dann wieder einzufangen wäre. Für mich als FX-Analyst zählt nur: Für den US-Dollar wäre das negativ, denn es würde die wahrscheinlichen Kombinationen von US-Inflation und US-Zinsniveau eindeutig zu Ungunsten des Greenbacks verschieben. Wir haben seit 2010 immer (und m.E. zu Recht) angenommen, dass der Euro schwächer handelt als er eigentlich würde, weil die EZB politischer agiert, als es einer Zentralbank zusteht. Einen gewissen Abschlag müssen wir – so fürchte ich – in Zukunft auch für den Dollar unterstellen. Aber das wäre ja dann genau das, was Trump eh will. Konsistent ist seine neue Nominierungspolitik allemal.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

GBP: Vor kurzem hatte ich noch gehofft, die Zeit extrem niedriger Volatilität wäre bald vorbei, doch das Gegenteil ist eingetreten. Und das ist kein GBP-Phänomen. Unser FX-Vol-Index zeigt auch in seiner „ex-GBP“-Variante einen so dramatischen Rückgang, dass bald die Extremniveaus von Sommer 2014 erreicht sind (Abbildung 1 in der pdf-Datei). Es ist bemerkenswert, dass besonders in diesem Marktumfeld selbst in EUR-USD (mit täglichem Umsatz von über 1000 Mrd. $) Sprünge auftreten – typischerweise zu asiatischen Handelszeiten. Heute Morgen ging’s in einem Rutsch von 1,1260 auf 1,1290. Als ob die Liquidität tagsüber vor allem von konträren Marktteilnehmern kommt, deren dämpfende Wirkung auf Wechselkursbewegungen zu Spannungen führt, die sich entladen, wenn diese Marktteilnehmer inaktiv sind.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

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