Währung

USD: Hinweise auf eine zu restriktive US-Geldpolitik?

USD: Ein Grund, weswegen die meisten Ökonomen nach wie vor Optimismus in Bezug auf die globale Wirtschaft verbreiten, ist, dass die Geldpolitik – ein typischer Auslöser für eine Rezession – aktuell nicht als restriktiv erachtet wird. So notieren die Leitzinsen allgemein auf oder nahe historischen Tiefs. Selbst in den USA sind die Zinsen nach wie vor weit von ihren „normalen“ Niveaus entfernt. Doch die Erfahrung der letzten Jahre hat uns gelehrt, dass viele Dinge im ökonomischen Sinne nun einmal nicht mehr „normal“ sind. Daher kann auch nicht vollkommen ausgeschlossen werden, dass die aktuelle US-Geldpolitik bereits deutlich restriktiver wirkt als angenommen wird. Auf diese Möglichkeit weist auch Chicago Fed Präsident (und stimmberechtigtes FOMC-Mitglied) Charles Evans hin. Evans prognostiziert derzeit, dass die US-Leitzinsen noch bis zum Herbst nächsten Jahres auf ihrem derzeitigen Niveau bleiben werden. Auch wenn er nicht damit rechnet, dass die Zinsen gesenkt werden müssen, so sieht er doch die Möglichkeit für einen solchen Schritt, und zwar konkret in dem Fall, dass die Kerninflation in Richtung 1,5% fällt. Denn ein solcher Rückgang wäre für ihn ein Signal für eine zu restriktive Geldpolitik. Nun notiert die Kerninflation derzeit bei 1,8%, also nicht meilenweit entfernt von dem von Evans benannten kritischen Niveau, womit sein Szenario nicht vollkommen abwegig ist. Fraglich ist nur, ob auch die restlichen FOMC-Mitglieder seine Sicht teilen.

Nun die für mich weitaus relevantere Frage: Wäre dieses Szenario negativ für den US-Dollar? Nicht unbedingt, bzw. das genaue Gegenteil wäre wohl eher der Fall. Denn wenn sich herausstellen sollte, dass die US-Geldpolitik in der Tat deutlich restriktiver wirkt als gedacht, dann wären die globalen Rezessionsängste zum Teil gerechtfertigt. Und dann wäre der US-Dollar – wie schon in den letzten Wochen – der ultimative sichere Hafen, da die US-Notenbank die Möglichkeit hat, ihre Zinsen zu senken und die US-Konjunktur unmittelbar zu stützen, wohingegen die Notenbanken anderer großer Industrienationen in ihren Möglichkeiten, die Geldpolitik zu lockern, weitaus eingeschränkter sind.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

CHF: Kaum ist der Brexit (vorerst) vom Tisch, steigt der EUR-CHF-Kurs wie an einer Schnur gezogen. Die zuletzt abgeklungenen globalen Konjunktursorgen dürften ebenso geholfen haben. Nur wird die Freude der Franken-Bären wohl nicht mehr allzu lange anhalten. Denn das letzte Mal, dass EUR-CHF nahe dem ehemaligen Mindestkurs von 1,20 gehandelt hatte, waren ein starker Euro und abklingende Euroraum-Risiken wesentliche Gründe. Das wird in absehbarer Zeit aber wohl kaum erneut der Fall sein, nachdem die EZB eine weitere Normalisierung ihrer Geldpolitik vorerst auf Eis gelegt hat – eine bislang wichtige Stütze für den Euro – und da aufgrund der schwächeren Konjunktur finanzpolitische Spannungen innerhalb des Euroraums wieder zunehmen dürften. Wir prognostizieren daher, dass sich EUR-CHF im Bereich 1,16 stabilisieren wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CD91QD Long EUR/CHF Faktor: 10
CD91QC Short EUR/CHF Faktor: -10

Rechtline Hinweise: Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise


Bitte beachten Sie zusätzlich den wichtigen Hinweis zu allen abgebildeten Charts und Kursverläufen: Frühere Wertentwicklungen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.