Währung

USD: Fed Chef Powell muss Rechenschaft ablegen

USD: Die heutige Anhörung von Fed Chair Jay Powells vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses wird mit besonderer Spannung erwartet. Zugegeben, nicht alle Ausschussmitglieder werden Powell feindlich gesonnen sein. Doch der Fed-Vorsitzende dürfte kaum umhin kommen, den zunehmenden politischen Gegenwind aus Washington gegen die Fed-Politik zu kommentieren. Da keinerlei Zweifel daran besteht, dass er die Unabhängigkeit der Fed rigoros verteidigen wird, konzentriert sich der Devisenmarkt wohl jedoch auf mögliche Signale hinsichtlich der Zinssenkungspläne der Fed. Eine Zinssenkung im Juli ist noch immer nahezu vollständig eingepreist. Doch nach dem letzten guten Arbeitsmarktbericht sind sich Marktteilnehmer weniger sicher, ob ein “richtiger” Zinssenkungszyklus notwendig sein wird. Für die USD-Wechselkurse ist diese Frage natürlich hoch relevant! Ein USD-negativer Effekt ist nur zu erwarten, wenn die Lockerungspläne der Fed über einen einmaligen präventiven Zinsschritt hinausgehen. Ist das nicht der Fall, könnte der USD sogar deutlich profitieren. Das würde natürlich nur gelten, wenn sich die USA vom Rest der Welt abkoppeln können, und alle anderen Zentralbanken angesichts niedriger Inflation und globaler Wachstumssorgen an ihren Lockerungsplänen festhalten. Das ist in unseren Augen kein sehr realistisches Szenario, weshalb wir vorerst weiterhin davon ausgehen, dass der größere Lockerungsspielraum der Fed früher oder später in USD-Schwäche münden wird.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10

GBP: Keinen klaren Auslöser aber genügend Gründe gab es für den gestrigen Rutsch des Pfundes. Analysten befürchten, dass die britische Wirtschaft im zweiten Quartal erstmals seit 2012 schrumpfen könnte, und befeuern damit die Erwartung des Marktes, dass die Bank of England im Laufe des kommenden Jahres ihren Leitzins senken könnte. Für das Pfund sind derartige Sorgen natürlich ein zusätzlicher Belastungsfaktor, weshalb enttäuschende Produktionsdaten heute leicht zu einem nachhaltigeren Test der gestrigen Tiefs führen können.

Doch der große, richtungsweisende Treiber bleibt natürlich der Brexit. Noch diese und nächste Woche haben die gut 160 Tausend konservativen Parteimitglieder Zeit, zwischen Boris Johnson und Jeremy Hunt als ihrem zukünftigen Anführer zu wählen, wobei letzterem kaum noch Chancen eingeräumt werden, woran die gestrige Fernsehdebatte auch nichts mehr geändert haben dürfte. Das Ergebnis wird am 23. Juli bekannt gegeben. Doch der Markt hat sich längst auf BoJo und damit ein gestiegenes No-Deal-Brexitrisiko eingestellt – aber noch lange nicht tatsächlich auf einen ungeordneten Brexit, womit wohl ein erhebliches weiteres GBP-Abwertungspotenzial verbunden wäre. Das liegt nicht zuletzt daran, dass noch immer vollkommen unsicher ist, wie selbst ein No-Deal erreicht werden kann, solange sich noch immer eine klare Mehrheit des Parlamentes gegen einen ungeordneten Brexit ausspricht. Und gestern hat der konservative Brexit-Kritiker Dominic Grieve wieder einmal bewiesen, dass auch Abgeordnete der Regierungspartei durchaus bereits sind, aktiv einen ungeordneten Brexit zu verhindern. Mit einer Stimme Vorsprung nahm das Parlament gestern eine von ihm vorgeschlagene Gesetzeserweiterung an, deren Ziel es ist, Parlamentssitzungen im Oktober sicherzustellen, um womöglich eine erneute Verlängerung der EU-Mitgliedschaft zu erzwingen und so einen chaotischen Brexit zu verhindern. Noch muss das Gesetz zwar auch durch das Oberhaus, aber das Signal ist klar: Ein Ende der Brexit-Hängepartie ist nicht absehbar. Auch das gibt GBP-Bären zusätzliche Nahrung.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL6 Long EUR/GBP Faktor: 10
CV0V4A Short EUR/GBP Faktor: -10

CAD: Die Bank of Canada wird ihren Leitzins heute unverändert lassen. Trotzdem könnte die geldpolitische Sitzung alles andere als langweilig für den kanadischen Dollar werden! Denn zunehmend werden Stimmen laut, dass die jüngste CAD-Aufwertung zu weit gehen könnte. Zumindest einige Marktteilnehmer werden deshalb heute wohl ganz besonders an BoC-Gouverneur Stephen Poloz Lippen hängen. Gut 3% hat der CAD allein seit Juni gegenüber dem US Dollar aufgewertet. Unter den G10-Währungen ist er damit seit Jahresbeginn der Top-Performer. Dennoch bezweifeln wir, dass sich die BoC explizit zur Währung äußern wird. Denn angesichts der gut laufenden Wirtschaft und der bequem im Zielbereich liegende Inflation gibt es für sie eigentlich keinen unmittelbaren Grund zur Sorge – und warum sollte man mit Äußerungen zur Währung schlafende Hunde südlich der Landesgrenze wecken, die Handelspartner gerne mit dem Vorwurf der Währungsmanipulation in die Defensive drängen?

Doch natürlich hat die BoC wenig Interesse daran, dass der Markt mit Blick auf ihre Geldpolitik und den CAD zu optimistisch wird. Schließlich gibt es nach wie vor zahlreiche globale Unsicherheitsfaktoren, die den Ausblick trüben. So ergeben sich insbesondere aus den anhaltenden Ängsten vor einer globalen Rezession Abwärtsrisiken für den Ölpreis, die den Ausblick für die kanadische Wirtschaft schnell ins Gegenteil kippen könnten. Am besten dürfte die BoC daher damit fahren, sich in vorsichtiger Zurückhaltung zu üben: Die zuletzt guten wirtschaftlichen Signale anerkennen, auf die anhaltenden Abwärtsrisiken verweisen und abwarten, was die Fed genau signalisiert. Dann dürfte sich der CAD vorerst auf den aktuellen USD-CAD-Niveaus um 1,31 gut halten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLU Long EUR/CAD Faktor: 2
CE9MCY Short EUR/CAD Faktor: -2
WKN Typ Basiswert Merkmale

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