Währung

USD: Die Reaktionsfunktion der Fed

USD: Das „wann” ist geklärt. Die Fed wird Ende dieses Monats ihren Leitzins aller Voraussicht nach senken. Uneinigkeit herrscht allerdings noch darum, um wie viel sie insgesamt senken wird. Dabei werden in erster Linie zwei Szenarien diskutiert: eine Zinssenkung im Juli um 50 oder weniger Basispunkte, wonach keine weitere folgt. Oder eine Reihe von Zinssenkungen. Letzteres wäre klar die stärkere Belastung für den USD. Abhängig dürfte dies von der weiteren Entwicklung der US-Konjunktur und Inflation sein. Daher erscheint es naheliegend, dass der Markt in den nächsten Wochen vor allem durch die Daten getrieben wird. Doch leider hat sich jüngst gezeigt, dass der Markt die Reaktionsfunktion der Fed noch nicht ganz durchschaut hat. Zumindest hatte er den guten Arbeitsmarktbericht zu positiv interpretiert und wurde durch Fed-Chair Jay Powell vergangene Woche eines Besseren belehrt. Die Kombination macht es also. Ich würde daher nur eine moderate Reaktion der USD-Wechselkurse auf die US-Daten in nächster Zeit erwarten, die sich erst dann verstärkt, wenn sie durch die Äußerungen der US-Notenbanker bestätigt wird.

EUR: Wird Ursula von der Leyen heute zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt? Berichten zufolge wird es knapp. Für den EUR könnte die Abstimmung vor allem dann relevant werden, wenn von der Leyen die Wahl verlieren sollte. Denn dann dürfte das Karussell um die EU-Spitzenposten, darunter auch der des EZB-Präsidenten, von neuem losgehen. Schnell könnten dann Spekulationen aufkommen, dass Jens Weidmann doch noch Chancen auf die Chefposition der EZB hat, was wiederum Hoffnungen auf eine weniger expansive Geldpolitik wecken könnte. Allerdings dürfte das den EUR, wenn überhaupt, nur kurzfristig stützen, da wir nicht davon ausgehen, dass Weidmann – selbst wenn er gewählt würde – einen Richtungswechsel einleiten würde.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CD910E Short EUR/USD Faktor: -10

CHF: Ein wesentlicher Grund, weswegen vor allem der Schweizer Franken derzeit als sicherer Hafen gefragt ist, dürfte die Tatsache sein, dass die Wirtschaft in Europa nach wie vor sichtbar schwächelt, wohingegen die anderen großen Volkswirtschaften, d.h. die USA und China, sich jüngst deutlich robuster gezeigt haben. Das dämpft die Nachfrage nach dem Yen, der besonders empfindlich auf Sorgen rund um die chinesische Konjunktur reagiert. Solange die Waffenruhe zwischen den USA und China anhält und damit kein Grund besteht, doch noch einen stärkeren Abschwung im Reich der Mitte zu erwarten, dürfte die Atempause des Yen anhalten. Für den Franken, und damit zum Ärger der Schweizerischen Nationalbank (SNB), sieht die Situation dagegen weniger entspannt aus. Eine spürbare Wende bei den Stimmungsindikatoren im Euroraum lässt noch auf sich warten. Solange diese ausbleibt, dürfte der Aufwertungsdruck auf den Franken bestehen bleiben. Doch Vorsicht ist geboten! Wie mein Chef Ulrich Leuchtmann gestern bereits erklärte: EUR-CHF handelt bereits auf für die SNB überaus ungemütlichen Niveaus. Damit steigt nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei einer weiteren Abwärtsbewegung in EUR-CHF zu Interventionen greift, sondern sie könnte auch jegliche Aufwärtsbewegungen – beispielsweise ausgelöst durch einen besser als erwarteten ZEW-Index heute – dazu nutzen, einen Sicherheitspuffer zu schaffen, indem sie eine Franken-Abwertung durch Interventionen verstärkt. Dies macht insbesondere mit Blick auf die EZB-Sitzung kommende Woche Sinn und passt zu Bewegungen in EUR-CHF, die schon in der Vergangenheit vor ähnlichen Risiko-Ereignissen zu beobachten waren.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XL0 Long EUR/CHF Faktor: 5
CD91QB Short EUR/CHF Faktor: -5

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