Rohstoffe

USA verschärfen Angebotsknappheit am Ölmarkt

Energie: Die Ankündigung der US-Regierung, die bislang geltenden Ausnahmen von den Iran-Sanktionen Anfang Mai nicht zu verlängern, sorgte gestern für einen deutlichen Preissprung bei Rohöl. Brent handelt am Morgen bei 74,5 USD je Barrel auf dem höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Gleiches...

Energie: Die Ankündigung der US-Regierung, die bislang geltenden Ausnahmen von den Iran-Sanktionen Anfang Mai nicht zu verlängern, sorgte gestern für einen deutlichen Preissprung bei Rohöl. Brent handelt am Morgen bei 74,5 USD je Barrel auf dem höchsten Stand seit fast sechs Monaten. Gleiches gilt für WTI mit 66 USD. Kurzfristig dürften die Preise weiter steigen. Der Ölmarkt ist bereits unterversorgt. Im März lagen die iranischen Ölexporte laut Daten von Bloomberg bei 1,3 Mio. Barrel pro Tag. Fallen diese wie von den USA gewünscht vollständig weg, würde sich das Defizit am Ölmarkt auf bis zu 2 Mio. Barrel pro Tag ausweiten. Die USA setzen offenbar darauf, dass Saudi-Arabien und andere Anbieter in die Bresche springen. Saudi-Arabien produziert derzeit ca. 500 Tsd. Barrel pro Tag weniger als es laut Kürzungsabkommen dürfte. Um diesen Betrag könnte das Land seine Ölproduktion ohne Probleme erhöhen. Eine stärkere Anhebung würde das Abkommen verletzen und könnte schwere Verwerfungen innerhalb der OPEC zur Folge haben. Ob Saudi-Arabien dazu bereit ist, bleibt abzuwarten. Auch die Erfahrung vom letzten Jahr dürfte Riad vorsichtig machen. Damals erhöhte man die Produktion im Vorfeld der Iran-Sanktionen deutlich und der Ölpreis brach daraufhin ein, weil plötzlich zuviel Öl am Markt war. Eine weitere Frage ist, ob China den USA Folge leisten und seine Käufe von iranischem Öl einstellen wird. Die Käufe beliefen sich im März auf gut 600 Tsd. Barrel pro Tag. In einer ersten Reaktion wies China das Ansinnen der USA zurück. Ob die USA tatsächlich soweit gehen und Sanktionen gegen China verhängen würden, ist auch im Hinblick auf die laufenden Handelsgespräche eine spannende Frage.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold kommt nicht vom Fleck: Auch nach Ostern handelt Gold nur bei gut 1.270 USD je Feinunze, obwohl die geopolitischen Risiken zugenommen haben (siehe Energie). Nach wie vor halten sich die Finanzanleger mit Goldkäufen zurück, was unter anderem an den Beständen der Gold-ETFs erkennbar ist. Seit Monatsbeginn wurden die Bestände sogar um über 26 Tonnen abgebaut. Auch die Nachfrage nach Goldmünzen war im April bislang sehr verhalten, so dass der Goldpreis von dieser Seite derzeit ebenfalls keine Unterstützung erhält. Die spekulativen Finanzinvestoren haben in der Woche zum 16. April gemäß CFTC-Statistik sogar mehrheitlich wieder auf fallende Goldpreise gesetzt. Die Netto-Short-Positionen von 15,4 Tsd. Kontrakten waren die höchsten seit Ende November. Dem Preis nach zu urteilen dürften sie seitdem nicht abgebaut worden sein. Die spekulativen Finanzinvestoren waren wohl hauptverantwortlich für den Preisrückgang von Gold und dürften in den letzten Tagen einer Erholung im Wege gestanden haben. Ähnlich sieht es bei Silber aus: Hier wurden die Netto-Short-Positionen zuletzt deutlich ausgeweitet. Der Silberpreis handelt schon seit einigen Tagen rund um die Marke von 15 USD je Feinunze und rund um die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie. Letztere gibt derzeit offenbar noch Unterstützung. Da Silber weiterhin kein Eigenleben aufweist und mit Gold nur mitläuft, bleibt das Gold/Silber-Verhältnis bei 85, einem historisch betrachtet hohen Niveau.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die Metallpreise starten nach dem langen Osterwochenende gemischt in die verkürzte Handelswoche. Kupfer fällt auf 6.450 USD je Tonne zurück. Der Ausflug über die Marke von 6.600 USD Mitte letzter Woche hat sich damit als kurzlebig erwiesen. Auch Nickel gibt weiter nach: Es rutscht auf 12.600 USD je Tonne ab – ein 2-Monatstief – und nähert sich wieder der charttechnisch wichtigen 200-Tage-Linie. Offenbar ist derzeit die Nickelnachfrage verhalten. Laut Bloomberg, die sich auf den chinesischen Datenanbieter Mysteel berufen, haben sich in China große Edelstahlvorräte aufgetürmt. Mit deutlich über 400 Tsd. Tonnen liegen sie fast auf Rekordhoch. Die International Nickel Study Group (INSG) hat für den globalen Nickelmarkt für Januar und Februar zusammengenommen nur ein relativ geringes Angebotsdefizit von 5,7 Tsd. Tonnen berichtet. Auch für 2019 erwartet sie bislang nur ein moderates Defizit. Aluminium legt dagegen leicht auf 1.880 USD je Tonne zu. Es bekommt Rückenwind aus Shanghai, wo der meistgehandelte Futures-Kontrakt (Fälligkeit Juni) heute auf ein 6-Monatshoch von gut 14.200 CNY je Tonne (2.120 USD) steigt. Im Vergleich zum SHFE-Preis, der sich in einer Woche um rund 3% verteuert hat, ist der LME-Preis auf Wochensicht allerdings kaum gestiegen. Der Anstieg der Aluminiumpreise an der SHFE wird auf sinkende Lagerbestände zurückgeführt. Diese sind per 18. April auf den tiefsten Stand seit November 2017 gefallen. Nach dem Ende der Wintersaison läuft in China derzeit die saisonal nachfragestarke Zeit.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7J Long Copper-Future Faktor: 5
CJ3D7R Short Copper-Future Faktor: -5

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