Währung

US-Viruswelle keine Gefahr für den Dollar?

US-Infektionsgeschehen und der Dollar

Die Rallye an den Märkten nach der US-Wahl und der Nachricht eines wirksamen Impfstoffes hat so langsam ihr Ende gefunden. Klar, Sorgen sind mit Blick auf die Infektionszahlen weiterhin angebracht. Das betonten gestern auch die drei Top-Zentralbanker Jerome Powell, Christine Lagarde und Andrew Bailey während einer Konferenz. Zwar zeichnet sich in Europa ein Plateau ab, dafür steigt die Zahl an Neuinfektionen in den USA mittlerweile wieder rasant, was bereits wieder zu ersten lokalen Beschränkungen geführt hat. Doch die Chancen stehen gut, dass der Markt angesichts dieser Entwicklung nicht allzu schnell wieder in den Panikmodus schaltet. Denn zumindest hat sich die US-Wirtschaft während der letzten Viruswelle im Sommer als überaus resilient erwiesen. Die jüngsten Zahlen vom Arbeitsmarkt stimmen zudem weiterhin positiv, da sie trotz steigender Infektionen bislang noch eine fortgesetzte Erholung anzeigen.

Aber noch viel wichtiger für den US-Dollar ist, dass im Gegensatz zum Euroraum, in den USA nicht so schnell Zinssenkungspekulationen aufkommen dürften, selbst wenn wieder härtere Corona-Beschränkungen drohten. So zeigte sich beispielsweise Dallas Fed Präsident Robert Kaplan besorgt bezüglich des Infektionsgeschehens. Doch für ihn würden weitere Hilfen vor allem in Kooperation mit dem US-Treasury erfolgen, womit er vor wohl vor allem von Kredithilfen spricht. Zinssenkungen wären für ihn dagegen “vom Tisch”. Nun ist Kaplan “nur” ein regionaler Fed-Präsident. Bei der Fed kommt es vor allem auf die Meinung der Board-Mitglieder an, da diese in der Regel bei geldpolitischen Angelegenheiten geschlossen abstimmen. Aber auch hier scheint der Appetit für Negativzinsen gering. Sowohl Fed-Vize Richard Clarida als auch Fed-Gouverneurin Lael Brainard hatten Negativzinsen in der Vergangenheit als unattraktives Instrument bezeichnet. Insofern droht zumindest von dieser Seite keine Gefahr für den Dollar.

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Brexit: Von einer Deadline zur nächsten

Das Pfund hat in den letzten Tagen etwas an Boden verloren, was wohl aber mit den globalen Gegebenheiten und nicht mit UK-spezifischen Faktoren zu tun hat. Dieses Wochenende läuft zwar die Frist ab, die sich Großbritannien und die EU gesetzt hatten, um ein Abkommen zu finden. Doch der Markt dürfte diese nie ernst genommen haben. Vier Jahre Brexit, in denen bereits zahlreiche Fristen verschoben wurden, stumpfen ab. Der Blick richtet sich nun vielmehr auf den nächsten EU-Gipfel am 19. November. Die Rede ist davon, dass dies nun “die Deadline aller Deadline” ist. Und natürlich, allein aus administrativen Gründen, sollte ein Handelsabkommen bestenfalls noch vor Ende des Jahres, wenn Großbritannien dann auch aus dem EU-Binnenmarkt austritt, stehen. Nur, es kann nun einmal nicht vollkommen ausgeschlossen werden, dass auch diese Deadline noch einmal verschoben bzw. mit entsprechenden Abmachungen umgangen wird. Ich erinnere mich nur zu gern, an Boris Johnsons Aussage, dass er lieber “tot im Graben” liegen würde, als zuzulassen, dass das UK nach Oktober 2019 noch EU-Mitglied sei. Wie wir wissen, trat Großbritannien erst Anfang dieses Jahres aus. Insofern ist die Entspanntheit des Marktes nur zu gut nachzuvollziehen und auch wir sind optimistisch, dass letztlich ein Abkommen, welcher Art auch immer, noch zustandekommt. Doch Risiken sind nicht von der Hand zu weisen. Nur weil es 99 Mal gutgegangen ist, heißt das nicht, dass dies auch beim 100. Mal so ist. Die nur moderat hohen impliziten GBP-Volatilitäten erscheinen mir vor dem Hintergrund nicht unattraktiv.

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Die neue Fazilität der BoJ

Die Bank of Japan hat vor einigen Tagen eine neue Fazilität vorgestellt. Letztlich war es nur eine Randnotiz für den Markt und ging im US-Wahl- und Imfpstoffnachrichtenfluss völlig unter. Und schließlich zielt die Fazilität darauf ab, Regionalbanken Anreize für Zusammenschlüsse und Kostensenkungen zu geben und hat damit auf den ersten Blick wenig mit Geldpolitik zu tun. Die Notenbank unterstützt entsprechende Pläne damit, dass sie den Banken Zinsen (0,1%) auf einen Teil der bei ihr liegenden Reserven zahlt. Damit dürften die Reserven gemeint sein, die aktuell mit einem Strafzins von 0,1% belegt sind.

Einige Marktanalysten haben jedoch mittlerweile kommentiert, dass die neue Fazilität es der BoJ nun erschweren würde, ihren Einlagensatz weiter zu senken – sie also durchaus Implikationen für die Geldpoltik hat. Meiner Meinung nach eine Fehlinterpretation. Die BoJ hatte von Anfang an Ausnahmen vom Negativzins eingeführt, u.a. beispielsweise für Reserven die in Verbindung mit Hilfskrediten bei Naturkatastrophen standen. Auch damit “steuerte” die BoJ im Prinzip das Verhalten der Banken, genauso, wie sie es nun mit der neuen Fazilität tut. Dennoch: Vollkommen falsch ist die Interpretation, dass der Schritt als tendenziell restriktiv anzusehen ist, nicht. Die Tatsache, dass die BoJ versucht, auf strategische Entscheidungen der Regionalbanken Einfluss zu nehmen, zeigt ihre tiefe Sorge um diesen Sektor. Und diese Sorge spricht tatsächlich dafür, dass die BoJ ihren Einlagensatz nicht weiter senken wird, da dies die Belastung für den Bankensektor erhöhen könnte. Es war auch die Bank of Japan, die als erste große Notenbank das Thema “Reversal Rate”, d.h. der Punkt an dem Zinssenkungen nicht mehr expansiv sondern restriktiv wirken, in den Fokus rückte. Selbst wenn sie ihren Einlagensatz noch einmal senken würde, dann würde sie mit hoher Wahrscheinlichkeit diesen Schritt mit zahlreichen Ausnahmeregelungen für die Banken flankieren, dass deren Wirkung verpuffen würde. Insofern halten wir eine Zinssenkung weiterhin für unwahrscheinlich, was langfristig eine gute Nachricht für den Yen ist.

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