Rohstoffe

US-Ölproduktion soll 2019 deutlich steigen

Energie: Die Aussicht auf eine Anhebung der Ölproduktion durch die drei größten Produzenten hat den Anstieg der Ölpreise vorerst ausgebremst. Russlands Präsident Putin sagte gestern, dass man keinen unkontrollierten Ölpreisanstieg haben wolle. Das aktuelle Preisniveau bezeichnete Putin aber als angemessen. Am Tag zuvor hatte ein russischer Offizieller sogar davon gesprochen, dass die Produktion auch erhöht werden könnte. Der saudi-arabische Energieminister hatte eine Rücknahme der über das Ziel hinausgehenden Produktionskürzungen angedeutet. Die US-Energiebehörde EIA erhöhte unterdessen ihre Prognose für die US-Ölproduktion leicht und erwartet nun einen Anstieg um 1,43 Mio. auf durchschnittlich 12,39 Mio. Barrel pro Tag in diesem Jahr. Der spürbare Rückgang der Bohraktivität seit Jahresbeginn und die angekündigten Ausgabenkürzungen der Schieferölproduzenten machen sich erst im nächsten Jahr bemerkbar, wo das Wachstum nur noch halb so hoch ausfallen soll. Ein Produktionsniveau von 13 Mio. Barrel pro Tag soll weiterhin im 2. Quartal 2019 erreicht werden.
Im EU-Emissionshandel klettert der Preis für den Dezember-Kontrakt heute Morgen auf fast 27 EUR je Tonne. Teurer war CO2 zuletzt im Juli 2008. Fundamentalen Rückenwind gibt momentan die (relative) Verbilligung von Kohle zu Gas, welche die emissionsintensive Kohlekraft attraktiver macht. Die Charttechnik ist „positiv“, der Markt bleibt jedoch stark spekulativ getrieben. Dafür spricht auch das gestern überdurchschnittlich hohe Handelsvolumen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold ist gestern erneut leicht gestiegen, da sich der US-Dollar weiter abgeschwächt hat. Zudem gaben die Aktienmärkte nach und auch die Anleiherenditen sind leicht gefallen. Heute findet in Brüssel das möglicherweise entscheidende Gipfeltreffen zum Brexit statt. Der Entwurf einer Gipfelerklärung sieht vor, dass die Austrittsfrist Großbritanniens aus der EU verlängert wird, möglicherweise sogar bis ins nächste Jahr. Das hieße aber auch, dass Großbritannien an den Europa-Wahlen Ende Mai teilnehmen muss. Die EZB-Sitzung, die heute ebenfalls stattfindet, dürfte dagegen nur von untergeordnetem Interesse sein. Wir erwarten noch keine Details zu den angekündigten Langfristtendern. Dahingehende Erwartungen einiger Marktteilnehmer dürften enttäuscht werden.
Platin und Palladium sind gestern in das altbekannte Handelsmuster zurückgefallen: Platin gab nach und rutschte unter 900 USD je Feinunze, Palladium verteuerte sich dagegen vorübergehend auf über 1.400 USD je Feinunze. Entsprechend hat sich die Preisdifferenz zwischen den beiden Edelmetallen wieder etwas ausgeweitet. Dies ist für uns überraschend, zumal ein privater Verband für März abermals schwache Autoabsätze in China gemeldet hat. Demnach sind die Autoverkäufe im Vergleich zum Vorjahr um 12% gefallen, womit sich die Negativserie fortgesetzt hat. Diesmal dürften aber einige geplante Autokäufe in die kommenden Monate verschoben worden sein, da die Autohersteller die seit Anfang April niedrigere Mehrwertsteuer an die Kunden weitergeben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4
CJ7RMS Long Palladium-Future Faktor: 5
CJ7RMH Short Palladium-Future Faktor: -5

Industriemetalle: Nachgebende Aktienmärkte rund um den Globus im Zuge einer höheren Risikoaversion der Marktteilnehmer bremsen die Metallpreise aus. Der LME-Industriemetallindex kann daher aus seiner relativ engen Handelsspanne knapp oberhalb von 3.000 Punkten, in der er sich bereits seit fast sieben Wochen befindet, nicht ausbrechen. Heute Morgen zeigen sich die Metallpreise nahezu unverändert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat gestern zum dritten Mal in den letzten sechs Monaten seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum nach unten korrigiert. Die erwarteten +3,3% für 2019 sind das schwächste Wachstum seit zehn Jahren. Ein Grund hierfür sind laut IWF die höheren Zölle, die den Welthandel belasten.
Auch wenn der Zinnpreis in den letzten Tagen etwas unter Druck gekommen ist, hält er sich noch klar über der Marke von 20.000 USD je Tonne. Wie Daten des indonesischen Handelsministeriums zeigen, kommen die Zinnexporte Indonesiens nur langsam wieder in Schwung. Im März wurde zwar die größte Menge Zinn seit einem halben Jahr ausgeführt (5,7 Tsd. Tonnen), die Exporte im ersten Quartal lagen mit 15,4 Tsd. Tonnen aber 10% unter Vorjahr. Die Dynamik dürfte unseres Erachtens jedoch anziehen, da die Handelsbeschränkungen, die die Ausfuhren monatelang beeinträchtigt hatten, mittlerweile aufgehoben wurden.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

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