Währung

US-Dollar wird von robuster Wirtschaftsentwicklung gestützt

USD: Der US-Dollar gab als Reaktion auf den Arbeitsmarktbericht nach, was mit Blick auf den katastrophal schwachen Beschäftigungszuwachs zunächst nachvollziehbar war. Doch näher betrachtet sieht die Lage keinesfalls so dramatisch aus, wie die Zahl im ersten Moment suggerierte. Zum einen fiel die Arbeitslosenquote und das Lohnwachstum legte stärker zu als erwartet. Zum anderen war der Beschäftigungszuwachs in den letzten beiden Monaten derart volatil, dass es auf der Hand liegt, dass Sondereffekte am Werke waren. Aus diesen Zahlen einen Trend abzulesen, erscheint mir doch sehr müßig, wenn nicht sogar gewagt. Insofern würde ich davon absehen, aus den Daten Schlüsse für die weitere USD-Entwicklung zu ziehen.

Dennoch war die Episode am Freitag aufschlussreich. Denn immerhin haben die USD-Wechselkurse doch sichtbar auf die schwachen Daten reagiert, was bedeutet, dass der Fokus des Marktes auf die realwirtschaftliche Entwicklung gerichtet ist. Für mich liegt daher auch zunehmend die Erklärung nahe, dass die bislang noch immer robuste Entwicklung der US-Wirtschaft – insbesondere im Gegensatz zu der anderer großer Volkswirtschaften – ein wesentlicher Grund ist, weswegen sich die US-Währung von der Schwäche im Zuge des Kurswechsels der Fed so schnell erholen konnte. So schwanken die US-Zinserwartungen zwar noch, doch „der große Rutsch“ ist aber im Grunde genommen durch. Seitdem tut sich nicht mehr allzu viel an dieser Front. Im Gegensatz dazu sind die Zinserwartungen in vielen anderen Währungsräumen in der Tendenz weiter gefallen.

Und klar, sollte die US-Wirtschaft von einem globalen Konjunkturabschwung verschont bleiben, dann wäre die USD-Stärke sicherlich gerechtfertigt. Denn dann wäre die US-Notenbank unter Umständen die einzige, die nicht mit expansiven Maßnahmen gegensteuern müsste. Der Zinsvorteil des Dollars würde ohne Zutun der US-Notenbank weiter steigen, was für eine stärkere Währung spricht.

Dies ist sicherlich ein mögliches Szenario, aber nicht das, was wir für aktuell am wahrscheinlichsten halten. Wir gehen stattdessen nach wie vor davon aus, dass keine der anderen großen Volkswirtschaften in eine Rezession rutschen wird, so dass auch Zinssenkungen seitens der entsprechenden Notenbanken ausbleiben werden – nicht zuletzt aber auch, weil viele von ihnen gar nicht den Raum haben, ihre Zinsen weiter zu senken. Da der Markt gleichzeitig bereits Zinserhöhungen vielerorts nahezu ausgepreist hat, sehen wir entsprechend von dieser Seite nur noch begrenztes Korrektur- bzw. Abwertungspotenzial zum Dollar.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CD910B Long EUR/USD Faktor: 5
CD910C Short EUR/USD Faktor: -5

GBP: Ausgenommen ist das britische Pfund, was sich zugebenermaßen in einer Sondersituation befindet. Die Währung schwächte sich deutlich ab, nachdem Medien berichteten, dass Premierministerin Theresa May nicht genügend Stimmen für sich gewinnen konnte und ihr Austrittsabkommen wohl erneut vom britischen Unterhaus diese Woche abgelehnt werden würde. Einige Marktteilnehmer hatten offenbar noch die Hoffnung gehegt, dass die Brexit-Befürworter dem Austrittsabkommen zustimmen würden, aus Angst, dass der Brexit sonst komplett abgeblasen werden könnte. Doch danach sieht es nicht aus, womit eine Verschiebung des Austrittsdatums immer wahrscheinlicher wird. Aber solange auch dies nicht in trockenen Tüchern ist, würde ich als GBP-Investor weiterhin achtsam bleiben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CV0V44 Long EUR/GBP Faktor: 5
CV0V49 Short EUR/GBP Faktor: -5

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