Währung

US-Dollar: Wieviel Arbeitsmarkt ist eingepreist?

EUR: Das Carry-Argument ist nicht totzukriegen

In den letzten Tagen höre ich von den EUR-Bären wieder zunehmend das alte Argument gegen den Euro: seinen negativen Carry. Der würde – so die Logik hinter dieser Argumentation – Europas Gemeinschaftswährung zur idealen “Funding”-Währung machen, also Short-Positionen in EUR rechtfertigen, die dann Long-Positionen in attraktiven Währungen finanzieren könnten. In USD, in EM-Währungen, je nach gusto. Niemand wolle den Euro halten, heißt es sogar teilweise. Also: Jeder, der seine Euros nicht mehr will, kann sie gerne mir schenken. Ich nehme auch große Scheine…

Im Ernst: Mich wundert mittlerweile wenig. Dass aber auch nach vielen Jahren, in denen Carry-Trades nicht liefen, dieses alte Argument nicht totzukriegen ist, finde ich allerdings beachtlich. Zur Klarstellung: Spätestens seit 2013 weisen Carry-Trades im G10-Universum keine systematisch positive Performance auf. Über diesen gesamten Zeitraum haben Carry-Strategien sogar Geld vernichtet. Zugegeben, in den vergangenen zwei Jahren konnte man damit im Schnitt Geld verdienen, allerdings so wenig, dass das eher als Zufall erscheint, weniger als systematisch ausnutzbare Strategie.

Das heißt aber auch: Als “Funding”-Währung, die Wetten auf attraktive Drittwährungen finanziert, taugen alle G10-Währungen gleich gut.

Insbesondere wird dieses Argument dann fraglich, wenn es zu einem Zeitpunkt kommt, an dem die im Optionsmarkt eingepreisten Wechselkursvolatilitäten wieder zunehmen. Denn bei zunehmender Volatilität wird der Zinsvorteil von EUR-Short-Positionen zunehmend insignifikant gegenüber dem möglichen Risiko einer EUR-Aufwertung.

Man kann – entgegen meiner Meinung und entgegen der Meinung der Mehrheit der Analysten – annehmen, dass der Euro abwertet. Der Carry-Vorteil von EUR-Short-Positionen ist dann ein willkommener Nebeneffekt. Als Grund für EUR-Short-Positionen taugt der Carry-Nachteil des Euros freilich nicht. Anders ausgedrückt: Der Carry-Nachteil des Euros macht das Hedging von EUR-Long-Positionen schwieriger. Aber weder kann beobachtet werden, dass Devisenmarkt-Teilnehmer das zum Anlass nehmen, im Mittel weniger zu hegen, noch wäre solch ein Verhalten sinnvoll.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLS Long EUR/USD Faktor: 10
CU54YP Short EUR/USD Faktor: -10
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

USD: Wieviel Arbeitsmarkt ist eingepreist?

Heute Morgen lese ich noch etwas: dass am Devisenmarkt viele mit einem schwachen US-Arbeitsmarktbericht rechnen würden. Wenn das richtig ist, dann müsste der Bericht heute schon katastrophal ausfallen, damit er den Dollar noch belasten könnte. Und ein nur moderat “schlechter” Bericht könnte dem Dollar sogar helfen. Unter dieser Prämisse müsste die Empfehlung heute eigentlich lauten, sich eher auf ein wenig USD-Erholung einzurichten.

Allerdings schreibe ich ja selbst lange genug Reports, um zu wissen, wie das läuft. Alle, denen die derzeitige USD-Schwäche gegen den Strich läuft, müssen heute Morgen irgend einen Grund für die Marktbewegung finden. Was liegt da näher, als gewisse Markterwartungen zu konstatieren? Solche Erwartungen sind eh nicht messbar. Wir Analysten können sie – seit es nicht mehr entsprechende Derivate gibt – nur raten. Und da ist natürlich jeder (ich will mich bestimmt nicht ausnehmen!) geneigt, alles aus seiner Sicht Unerklärliche als erwartungs-getrieben zu trivialisieren.

Nun bin ich in genau der gegenteiligen Situation. Seit Jahr und Tag erkläre ich der Welt, warum aus meiner Sicht EUR-USD fester handeln sollte. Tut es das, finde ich das ganz normal und muss mich nicht auf die Suche nach möglicherweise verzerrten Erwartungen begeben. Daher sehe ich keinen Grund, eine Markterwartung anzunehmen, die signifikant von der der Analysten abweicht.

So, jetzt sind Sie, liebe Leserin, lieber Leser, zu klug als wie zuvor, oder? Vielleicht ist es am sichersten, anzunehmen, dass die Wahrheit irgendwo in der Mitte zwischen meiner und der Meinung des Marktes liegt, dass also ein schwacher Arbeitsmarktbericht dem Dollar sehr wohl noch schaden kann, aber dass die positive Reaktion des Greenbacks bei überraschend gutem Arbeitsmarktbericht größer ausfallen dürfte.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU2XLR Long EUR/USD Faktor: 5
CU54YQ Short EUR/USD Faktor: -5
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PLN: Zloty mit Underperformance, da Rechtsstaatlichkeit wieder zum Thema wird

Der polnische Zloty entwickelte sich während der letzten Woche schlechter als andere Währungen, wie der ungarische Forint, nachdem das polnische Verfassungsgericht zum Thema Fremdwährungshypothek Banken kritisch entschieden hatte. Gestern verstärkte sich die Underperformance noch, als das Thema der Rechtsstaatlichkeit in Polen wieder einmal in den Blickpunkt rückte. Im gestrigen Urteil der Kammer für Arbeit und soziale Sicherheit des Verfassungsgerichts wurde die Rechtmäßigkeit der neu errichteten Disziplinarkammer des Verfassungsgerichts und des erneut geschaffenen Nationalen Richterrates (KRS) angezweifelt. Diese beiden Institute bestehen hauptsächlich aus Personen, die durch die herrschende Partei PiS (Recht und Gerechtigkeit) ernannt wurden. Ihre Unvoreingenommenheit und die Legitimität der Justizbehörde wird auf breiter Basis angezweifelt. Ohne auf Details einzugehen, werden die Versuche fortgesetzt, das Gerichtswesen umzustrukturieren. Schon in der Vergangenheit führte dies zu Strafinterventionen und Vertragsverletzungsklagen der EU-Kommission, woraufhin schließlich das Verfahren nach Artikel 7 eingeleitet wurde. Die Kernfrage lautet, ob ein Gremium aus Berufsrichtern oder die Regierung sowie das Rechtsministerium die Mitglieder der wichtigsten Justizbehörden ernennen sollten. Gegenwärtig ist dies ein integraler Bestandteil der rechtsstehenden Politik. Auf Basis von Kriterien des Europäischen Gerichtshofs bestätigte die Kammer für Arbeit gestern, dass der neue KRS nicht als unabhängig angesehen und die Disziplinarkommission weder im europäischen noch im nationalen Sinn als ein Gericht betrachtet werden kann. Die Spannungen dürften nun zunehmen. Durch diese Entwicklungen wird sich die politische Lage im Inland wohl ebenso verschärfen wie Polens Streit mit der EU. Es könnte erneut eine Debatte über Strafmaßnahmen der EU-Kommission entbrennen. Für den Zloty ergibt sich ein negatives Umfeld.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU74YL Call EUR/PLN Hebel: 5,0
CU9XR7 Put EUR/PLN Hebel: 4,8
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CNY: Sanfterer Tonfall?

Der Markt wartet ungeduldig auf Hinweise, ob es zu einer Verzögerung der für den 15. Dezember vorgesehenen Zölle kommen könnte. Das chinesische Handelsministerium gab gestern bekannt, dass ein Phase-1-Deal unter der Bedingung von „Zollsenkungen“ erreicht werden könnte. Dies klingt etwas sanfter, denn vor einem Monat hatte das Ministerium gesagt, dass für einen Phase-1-Deal eine „zweistufige Zollaufhebung“ notwendig sei. Peking scheint also seine Forderungen etwas zurückgeschraubt zu haben, indem es nicht mehr auf einer vollständigen (wenn auch stufenweisen) Rücknahme der Zölle besteht. Für einen Phase-1-Deal scheinen nun niedrigere Zollsätze auszureichen. Unterdessen teilte der Nationale US-Sicherheitsberater Robert O’Brien heute Morgen mit, dass er mit Finanzminister Steven Mnuchin und dem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer gesprochen habe, die das Handelsabkommen mit China verhandeln. Demnach befänden sich die USA kurz vor der Unterzeichnung eines Phase-1-Deals. Am Währungsmarkt hatte USD-CNY während der letzten Tage wilde Kursschwankungen verzeichnet. In Erwartung der Handelsschlagzeilen beruhigte sich der Kurs nun während der asiatischen Handelsstunden ein wenig.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU9PUB Call EUR/CNH Hebel: 4,8
CU8H2V Put EUR/CNH Hebel: 4,5
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