Währung

US-Dollar: Suboptimaler sicherer Hafen

Negative US-Zinsen und der Dollar

Der US-Dollar ist seit gestern im Aufwind. Allgemein wird die Stärke auf eine erhöhte Risikoaversion zurückgeführt, weshalb die US-Währung als sicherer Hafen gefragt ist. Ein wenig verwunderlich finde ich das schon. Klar, typischerweise sind Niedrigzinswährungen sichere Häfen, weil bei ihnen die Möglichkeit für Zinssenkungen seitens der Notenbank begrenzt sind. Zudem locken diese Währungen in Zeiten fallender Wechselkursvolatilität so genannte Carry Trader an, die diese als Finanzierungswährungen nutzen, um in Hochzinswährungen zu investieren. Bei ansteigender Unsicherheit und damit auch Wechselkursvolatilität, werden diese Positionen dann schnell geschlossen, was dann zu einer Aufwertung der Niedigzinswährung führt. Seit März zählt auch der Dollar nun wieder zu diesen Währungen, nachdem die Fed ihren Leitzins im Schnelltempo gesenkt hat. Aber das gilt eben nicht nur für den Dollar. Nahezu alle Notenbanken im G10-Universum haben ihre Zinsen mittlerweile auf nahe Null gesenkt. So gesehen erfüllen sie nun alle die wesentliche Eigenschaft eines sicheren Hafens. Was mich speziell beim Dollar jedoch stört ist, dass der Markt offenbar aber noch Raum für Zinssenkungen sieht. So sind die Fed Funds Futures, unser präferiertes Maß für die US-Zinserwartungen am Markt, seit vergangener Woche wieder im Abwärtstrend und signalisieren eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für negative Zinsen in den USA an (siehe Grafik). Gut, unsere US-Experten halten es aus vielerlei (u.a. auch rechtlichen) Gründen für unwahrscheinlich, dass die Fed ihren Leitzins in den negativen Bereich senkt. Und auch einige US-Notenbanker haben die Idee bereits verworfen. Aber das tut in diesem Fall nichts zur Sache. Schließlich zählen die Erwartungen des Marktes. Und dass der Markt auf US-Zinssenkungen setzt und gleichzeitig den Dollar als sicheren Hafen handelt, erscheint mir inkonsistent – auch wenn die Zinserwartungen bislang nur moderat gefallen sind.

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Pfund hinkt hinterher

Gleich eine Reihe an Faktoren haben dem Pfund in den letzten Tagen zugesetzt, was auch dessen vergleichsweise schwache Performance erklärt. Zum einen hat Großbritannien mittlerweile Italien den Rang als Corona-Hotspot innerhalb Europas abgelaufen, was auch heftige Kritik an der Strategie der Regierung in London im Umgang mit dem Virus ausgelöst hat. So werden geplante Lockerungsmaßnahmen nicht nur aufgrund ihres Timings kritisiert, sondern es herrscht auch allgemeine Unklarheit über deren Ausmaß. Alles in allem macht die Regierung nicht gerade einen souveränen Eindruck, was auch Sorgen am Markt in anderen Bereichen – genau genommen beim Thema Brexit – aufkommen lassen könnte. Laut Austrittsabkommen müssten sich London und Brüssel bis zum 1. Juli auf eine Verlängerung der Übergangszeit einigen. Ansonsten würde diese wie bislang vorgesehen zum Ende dieses Jahres auslaufen. Sollte bis dahin kein Freihandelsabkommen stehen, würde Großbritannien dann ohne eines endgültig aus der EU scheiden. Und aktuell sieht es in dieser Hinsicht schlecht aus. Die Verhandlungen über ein Handelsabkommen haben sich nicht nur aufgrund der Coronakrise verzögert, es zeichnen sich bisher auch keinerlei Annäherungen bei kritischen Themen ab. Die EU hatte schon vor der Coronakrise oft genug darauf hingewiesen, dass die Verhandlungszeit wohl nicht ausreichen werde. Doch noch bleibt die Regierung unter Boris Johnson hart und will keiner Verlängerung zustimmen. Das mag alles Verhandlungstaktik sein. Dennoch mahnen wir beim Pfund zur Vorsicht, auch wenn ein Abebben der aktuellen Krise in der zweiten Jahreshälfte wahrscheinlich erscheint, was der britischen Währung theoretisch zugute kommen sollte.

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Das Deflationsgespenst ist zurück in Japan

Das Protokoll der letzten Bank of Japan Sitzung hat gezeigt, dass sich die Notenbanker vor einem Rückfall zurück in deflationäre Zeiten fürchten. In der Tat dürfte die Coronakrise aufgrund des niedrigeren Ölpreises und eines allgemeinen Nachfrageeinbruchs insbesondere kurzfristig einen deutlichen deflationären Effekt ausüben. Die Sorgen der BoJ zeigen aber auch das Dilemma, in dem sie sich befindet. Denn trotz ihrer durchaus berechtigten Befürchtungen hat sie in ihrer letzten Sitzung keine weiteren nennenswerten expansiven Maßnahmen angekündigt. Sie hat lediglich ihr jährliches Volumenziel für ihre Anleihekäufe gestrichen, was unserer Ansicht nach nicht mehr als ein symbolischer Schritt war. Es ist insofern fraglich, ob die BoJ noch Handlungsspielraum hätte, sollte die Inflation in den nächsten Monaten tatsächlich in den negativen Bereich fallen. Die marktbasierten Inflationserwartungen notieren bereits wieder knapp unter Null. Ein weiteres Abrutschen würde mit einer Aufwertung des Yen einhergehen (schließlich wird die Kaufkraft der Währung durch fallende Preise erhöht).

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CNY: Handelssorgen die neue Normalität

Erneut wird der Markt von Handelssorgen durchgeschüttelt. Laut chinesischen Staatsmedien fordern die chinesischen Hardliner eine Neuverhandlung des Handelsabkommens, da die USA China weiterhin zum Virus-Sündenbock machen. Auch die australische Presse berichtete heute Morgen, dass China Importe von vier australischen Schlachthöfen untersagt hat. Das dürfte Vergeltung für die Kritik der australischen Regierung sein, die China mangelnde Transparenz in der Virus-Krise vorwarf. In der Folge kam es zu Beginn der Handelssitzung in Asien zu einem ausgeprägten Anstieg der Risikoaversion. Allerdings dürfte diese Form des „Wie-du-mir-so-ich-dir-Spielchens“ inzwischen fast normal sein, wobei Peking seine Taktik ganz offensichtlich verschärft hat. Insgesamt bleibt es weiterhin schwierig, für den Renminbi eine klare Tendenz auszumachen.

In diesem Zusammenhang sei angemerkt, dass sich die Verbraucherpreisinflation in China im April beträchtlich abgeschwächt hat, während sich die Deflation der Erzeugerpreise verstärkt. Das legt nahe, dass die PBoC noch weiteren Spielraum für die Lockerung ihrer Geldpolitik besitzt.

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