Aktie

US-Dollar: Gratwanderung der Fed

Gratwanderung der Fed

Eigentlich begibt sich die Fed freiwillig auf eine gefährliche Gratwanderung. Denn sie hat keine Eile, den geldpolitischen Stimulus zurückzufahren, was sie heute Abend erneut bestätigen wird – entsprechend könnten einige enttäuscht sein und EUR-USD wieder einen Tick nach oben rutschen. Warum kann diese Unbeirrbarkeit riskant sein?

Sicherlich wäre eine Diskussion um langfristige Inflationsgefahren im geldpolitischen Ausschuss angebracht, aber die FOMC-Mitglieder werden sich hüten, dem Markt Futter für Taper-Spekulationen zu geben. Zumal sie sowieso nicht mit mittelfristigem Inflationsdruck rechnen, trotz des starken Wirtschaftswachstums. Aufgrund temporärer Faktoren wird die Inflation gemäß der Fed-Prognosen bis zum Sommer über 2% steigen, danach aber wieder fallen und um 2% verharren. Insofern sieht die Fed auch gar keinen Anlass, irgendwelche langfristigen Inflationsgefahren zu thematisieren und den Markt damit aufzuschrecken, der dann die US Renditen und den Dollar wieder hochtreiben würde.

Doch der Gedanke ist berechtigt, dass sich die Fed auch verkalkulieren könnte, indem sie darauf baut, dass trotz einer heiß laufenden Wirtschaft die Preise nicht nachhaltig steigen werden – schließlich stellt US Präsident Joe Biden heute dem Kongress sein nächstes Fiskalpaket vor, das 1,8 Bio. schwere „American Families Plan“, das die Wirtschaft zusätzlich anschieben würde. Sollte die Erwartung der Fed, dass die Inflation nicht nachhaltig steigt, auf mittlere Sicht enttäuscht werden, müsste sie zügig den Leitzins anheben und würde dabei sogar riskieren, aus Marktsicht hinter die Kurve zu fallen. Dies wird sich aber erst in der zweiten Jahreshälfte herauskristallisieren. Aktuell heißt es für die Fed und ihren Chef Jerome Powell, alle davon zu überzeugen, dass der geldpolitische Stimulus erst einmal nicht zurückgefahren wird, ungeachtet der Preisdaten, die in den kommenden Wochen veröffentlicht werden, und ungeachtet des fiskalischen Schwungs durch Bidens Pakete. Überraschen die Preisdaten in der nächsten Zeit jedoch auf der Oberseite, könnten dem Markt immer wieder Zweifel an der Strategie der Fed aufkommen, sodass die US-Renditen und der Dollar wieder Schub bekämen.

Letztendlich steht und fällt alles mit der tatsächlichen Inflationsentwicklung, vor allem in der zweiten Jahreshälfte. Spannend bleibt es allemal, ob die Fed am Ende recht behält oder nicht. Das bedeutet aber gerade auf kurze Sicht angesichts der temporär steigenden Preisdaten ein Auf und Ab in EUR-USD, ohne wirkliche klare Richtung.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD9J7LCallEUR/USDHebel: 11,6
SD9WZ6PutEUR/USDHebel: 18,0
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Brexit: Es ist vollbracht

Jetzt ist die Scheidung nach 4 langen Jahren durch. Das EU-Parlament hat das Post-Brexit Abkommen mit Großbritannien ratifiziert, das seit dem ersten Januar provisorisch in Kraft war. Und gleich eine Warnung mitgeschickt: Die EU würde nicht zögern, britische Waren mit Zöllen zu belegen, sollte Großbritannien nicht seinen Verpflichtungen in Nordirland (also den Zollkontrollen zwischen Großbritannien und Nordirland, die die Regierung Boris Johnsons einseitig ausgesetzt hat) nachkommen, so EU Kommissionspräsidentin von der Leyen. Man wolle die Vergeltungsmaßnahmen des Handels- und Partnerschaftsabkommens zwar nicht einsetzen, sie, falls notwendig, aber durchführen. Da die Übergangszeit Ende April ausgelaufen wäre, wurde es höchste Zeit, ein Abkommen zu ratifizieren, ansonsten hätte ein No-Deal Brexit ab dem 1. Mai gedroht. Am Markt war das Thema vermutlich angesichts der Pandemie untergegangen, weshalb auch das Pfund keine große Reaktion zeigte. Ein ungeordneter Brexit ohne Abkommen wurde zwar verhindert. Aber die Warnung an Großbritannien zeigt, dass auch in Zukunft Spannungen drohen, die neben den tatsächlichen Auswirkungen auf den Außenhandel Großbritanniens (Einbußen durch Verwaltungsaufwand, Zölle etc.), und den tatsächlichen langfristigen Folgen des Brexits auf dem Pfund zu lasten drohen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD34P9CallEUR/GBPHebel: 4,9
CJ1UX5PutEUR/GBPHebel: 6,8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

SEK: Flach wie eine Flunder

Beneidenswert, wie locker flockig die Riksbank den Markt davon überzeugen konnte, dass sie erst einmal auf absehbare Zeit expansiv bleiben wird und keinen Gedanken an eine etwas weniger stimulierende Geldpolitik verschwendet. Dementsprechend war gestern kaum mehr als ein kurzes Zucken in EUR-SEK anlässlich der Zinsentscheidung zu vermerken. Der Markt hatte zwar nicht mit etwas Besonderem gerechnet, aber die Riksbank ist immer für eine Überraschung gut. Außerdem hat die Bank of Canada letzte Woche ihr wöchentliches Anleihekaufvolumen zurückgefahren, was zeigt, dass sich einige Zentralbanken der Problematik einer starken Wachstumserholung und daraus folgendem, eventuell nachhaltigem Preisdruck bewusst sind. Auch die Riksbank gibt zu, dass sich der wirtschaftliche Ausblick verbessert hat, weshalb sie ihre Wachstumsprognose für 2021 deutlich anhob (+3,7% ggü. Vj). Ihre Inflationsprognosen hob sie hingegen nur leicht an, für den CPIF rechnet sie mit 1,5% 2021 und 1,4% 2022. Die Tatsache, dass das Inflationsziel (CPIF bei 2%) auf absehbare Zeit nicht erreicht wird, rechtfertigt neben der weiterhin vorhandenen Unsicherheit, wie die Wirtschaft und der Arbeitsmarkt aus der Krise kommen, allemal, dass sie ihren Expansionsgrad erst einmal beibehält. Der Leitzins bleibt im (neuen) Prognosehorizont bis Mitte 2024 bei 0%, der Zinspfad entsprechend flach wie eine Flunder. Die Riksbank kauft weiterhin Anleihen im gesteckten Rahmen von 700 Mrd. Kronen, wobei sie damit rechnet, dass dieser Betrag Ende 2021 dann auch ausgeschöpft sein wird. Insofern wäre für mich die Zinssitzung im September, anlässlich derer auch der neue geldpolitische Bericht mit den Prognosen veröffentlicht wird, ein guter Anlass, falls geplant ein endgültiges Ende des Kaufprogramms zu signalisieren. Bis dahin dürfte sich die Riksbank mit ihrer aktuellen geldpolitischen Strategie erst einmal zufrieden zeigen. Das heißt aber nicht, dass der Markt nicht schon vorher darauf setzt, dass die Riksbank ihren Zinspfad korrigieren muss, sofern die Konjunkturdaten positiv überraschen. Zwar ist schon viel Positives in die Krone eingepreist, aber Spekulationen in Richtung einer ersten Zinserhöhung seitens der Riksbank könnten der Krone insbesondere in der zweiten Jahreshälfte wieder etwas mehr Aufschwung verleihen.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD9QTUCallEUR/SEKHebel: 5,1
CJ4VQFPutEUR/SEKHebel: 6,8
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

AUD: Eine goldene Nase

Wenig überraschend ist auch in Australien das Preisniveau gestiegen, wie die Inflationszahlen für das erste Quartal heute früh zeigten (+1,1% ggü. Vj., +0,6% ggü. Vq.), allerdings deutlich weniger als vom Markt erwartet, da die Preise durch staatliche Programme künstlich nach unten verzerrt waren, weshalb der AUD einknickte. Im zweiten Quartal könnte sich die Inflation jedoch wie in anderen Industrienationen deutlich beschleunigen. Obwohl die Reserve Bank of Australia (RBA) betont, dass sie durch die temporären Preissteigerungen hindurchblicken wird (es handelt sich laut RBA um Basiseffekte, gleichzeitig bleibt die Lage am Arbeitsmarkt angespannt, sodass kein nennenswerter Lohndruck entstehen wird) und die Kerninflation in den kommenden Jahren unter 2% liegen wird, könnte der Markt angesichts des sehr guten Wachstumsausblicks seine Taper-Erwartungen wieder hochschrauben. Die Eisenerzpreise haben im Gleichklang mit anderen Rohstoffpreisen (bspw. Kupfer) neue Hochs erreicht, sodass sich Australien u.a. mit diesem Exportschlager derzeit eine goldene Nase verdient. Außerdem ist ein Freihandelsabkommen mit Großbritannien in der Pipeline, das bis Juni stehen soll. Auch wenn letzteres eher eine Randnotiz ist, so springt der Markt gerne auf alle positiven Aspekte und treibt den AUD höher, zuletzt bis 0,78 AUD-USD – der schwächelnde US Dollar ist dabei das Tüpfelchen auf dem i. Die RBA wird die Entwicklung des AUD kaum begrüßen. Für sie handelt er bereits am „oberen Ende der Spanne der letzten Jahre“. Ich würde deshalb nicht ausschließen, dass die RBA auf ihrer Sitzung nächste Woche ihren Wortlaut gegenüber dem starken AUD wieder etwas hochfährt und ähnlich wie die Fed versuchen wird, den Markt von ihrer derzeit noch sehr expansiven Haltung zu überzeugen. Kurzfristig mag ihr das gelingen. Auf mittlere Sicht bin ich mir weniger sicher.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
CL9AV1CallAUD/USDHebel: 8,5
SD9MA3PutAUD/USDHebel: 8,5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Start in die Dividendensaison

Auch in diesem Jahr ist im Frühjahr die Zeit für Hauptversammlungen und so können sich viele Aktionäre über Ausschüttungen freuen. Lesen Sie hier, was Anleger von der kommenden Dividendensaison erwarten können.