Währung

US-Dollar: Aufgeschoben ist nicht aufgehoben

USD: Warten auf die Wahl

Der Devisenmarkt scheint seine Enttäuschung über die abgesagten Stimulusgespräche zwischen Demokraten und Republikanern überwunden zu haben. Die Nervosität im Markt ließ sichtlich nach, klassische RisikoWährungen wie die schwedische Krone und der australische Dollar legten zu, während die sicheren Währungshäfen Schweizer Franken, japanischer Yen und eben der US Dollar abwerteten.

Das lag auf der einen Seite sicherlich daran, dass sich Nancy Pelosi, demokratische Sprecherin des Repräsentantenhauses, offen gezeigt hatte, zumindest einzelne der von US Präsident Donald Trump im Anschluss an seine Absage geforderten Sofortmaßnahmen (Hilfen für die Luftfahrtindustrie zur Vermeidung von Massenentlassungen) zu diskutieren. Auf der anderen Seite haben die nach stets weiterem Stimulus lechzenden Finanzmärkte ihre reflexhafte Panik-Reaktion vielleicht auch einfach nur einem Realitätscheck unterzogen. Denn:

  1. die Chancen für ein umfangreiches Stimuluspaket noch vor der Wahl waren immer gering. So kurz vor der Wahl droht eine zu weitgehende Kompromissbereitschaft Wählerstimmen zu kosten und der Zeitplan, die Entscheidung durch den Kongress zu bringen ist knapp.
  2. ja, die wirtschaftliche Erholung verlangsamt sich spürbar, doch das ist überall der Fall. Das Auslaufen der vorherigen Stimulusmaßnahmen im Juli hatte bisher nur einen vergleichsweise geringen Einfluss auf die Wirtschaft.
  3. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Trump hat für unmittelbar nach seinem Wahlsieg ein umfangreiches Stimulusprogramm in Aussicht gestellt. Doch man kann getrost davon ausgehen, dass auch ein möglicher Wahlsieger Joe Biden umgehend weitere fiskalpolitische Unterstützung in Angriff nehmen würde.

Es ist daher kaum überraschend, dass bis zur Wahl erst einmal abwarten angesagt ist. Entsprechend kamen von der Fed, anders als von einigen Marktteilnehmern erhofft, auch keinerlei Signale, dass sie die fehlende fiskalische Unterstützung über zusätzlichen geldpolitischen Stimulus zu kompensieren versuchen würde. Die gestrigen Fed-Minutes waren, wie meine Kollegin gestern vorhergesagt hatte, ein absolutes Dollar-Non-Event, und auch diverse Fed-Redner in den vergangenen Stunden schienen erst einmal abwarten zu wollen, wie sich die Wirtschaft entwickelt. Es sind noch gut 26 Tage bis zur Wahl. Und solange müssen wir wohl noch warten, bis wieder andere Themen im Dollar dominieren.

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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Irrungen und Wirrungen in Europas Problem-Währung

Es überrascht mich immer wieder, was für Brexit-Nachrichten es schaffen, dass Pfund zu bewegen. So auch gestern wieder, als das Pfund doch deutlich auf die Meldung reagierte, dass Großbritannien die Brexit-Handelsgespräche beenden wird, wenn bis zum 15. Oktober keine Einigung absehbar sein sollte. Dabei hatten unmittelbar vorher noch der britische Verhandlungsführer David Frost und Vize-Premierminister Michael Gove eine positive Zwischenbilanz der noch bis Freitag angesetzten Verhandlungen gezogen. Die Gespräche verliefen konstruktiv, auch wenn noch viel zu tun bliebe, um bis Jahresende alles in trockenen Tüchern zu haben. Später bezifferte Gove die Wahrscheinlichkeit für eine Einigung auf doch recht zuversichtliche 66%. Letztendlich dürfte dies dazu beigetragen haben, das das Pfund seine Verluste wieder korrigierte.

Und ganz im Ernst: glaubhaft ist die Drohung der britischen Seite, die Verhandlungen ohne eine grundsätzliche Einigung kommende Woche hinzuschmeißen, in meinen Augen nicht. Schließlich lässt sich angesichts der gravierenden ökonomischen Konsequenzen der britischen (Wahl-)Bevölkerung kaum erklären, warum man die Zeit bis Jahresende nicht nutzt, diese abzumildern. Die Hoffnung, dass im Zuge des EU-Gipfels nächste Woche endlich verlässlich Klarheit über das Brexit-Schicksal des Pfundes herrschen könnte, halte ich für trügerisch, zumal die EU wiederholt signalisierte, dass sie sich von Ultimaten der britischen Seite nicht unter Druck setzen lässt.

Die Tatsache, dass GBP-Händler sich dennoch genötigt fühlen, auf jedes noch so kleine Gerücht zu handeln, zeigt natürlich, dass der Brexit das kurzfristig dominante Risiko für das Pfund bleibt. Doch es ist keineswegs das einzige, wie EUR-GBP-Niveaus über 0,90 trotz der zuletzt signalisierten Fortschritte in den Verhandlungen zeigen. So sorgen zuletzt wieder deutlich steigende Corona-Infektionszahlen und womöglich unmittelbar bevorstehende weitere lokale Lockdown-Maßnahmen für zusätzlichen Gegenwind für die Brexit-bedingt bereits verunsicherte Wirtschaft. Das Pfund ist und bleibt die Problemwährung des G10-Universums.

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CJ4VF3CallEUR/GBPHebel: 7,3
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