Währung

US-China-Konflikt: Eine Chance für den Euro?

Die Gemüter im US-chinesischen Konflikt erhitzen sich zusehends. Nun mag es viele nicht verwundern, dass der Streit zwischen den beiden Supermächten erneut aufflammt. Auch unsere China/US-Experten haben nach Abschluss des Teil-Handelsabkommens immer gewarnt, dass eine erneute Eskalation früher oder später wahrscheinlich sei, da es in dem Konflikt nun einmal um sehr viel mehr geht, als ein paar Sojabohnen. Dass sich der Markt dem ebenso bewusst war, erklärt, weshalb er bislang recht verhalten auf die Entwicklungen reagiert. Jedenfalls hat der US-Dollar in den letzten Tagen trotz der steigenden Unsicherheit nicht zulegen können. Vielmehr dominiert noch die positive Stimmung aufgrund der graduellen Corona-Lockerungsmaßnahmen und der positiven Signale von der Wirtschaft, insbesondere aus Europa.

Das kann sich kurzfristig durchaus ändern, sollten auf die bislang vorwiegend verbalen Attacken auch mal konkrete Handlungen folgen. Beispielsweise eine Aufkündigung des Phase-1-Abkommens und die Wiedereinführung von Zöllen. Die für heute angekündigte Pressekonferenz von US-Präsident Donald Trump (Uhrzeit bislang nicht bekannt) könnte in dieser Hinsicht also spannend werden. Ich befürchte, dieses Ping-Pong-Spiel könnte noch Jahre weiter gehen. Die entscheidende Frage allerdings ist: Wie soll das langfristig enden?

Ich kann mir vorstellen, dass ein andauernder Konflikt mit einem ständigen Hin- und Her von Zöllen und Sanktionen vor allem zu zunehmendem Frust unter den US- und chinesischen Unternehmen führen würde, die Außenhandel mit dem jeweils anderen Land betreiben. Langfristig müssten sie sich wohl fragen, wie lukrativ dieses Geschäft noch ist. Aber auch Unternehmen aus Drittländern, die Handel mit beiden Ländern betreiben, könnten ins Kreuzfeuer geraten und von Sanktionen und Zöllen getroffen werden, weil sie mit dem jeweils anderen Land handeln. All dies könnte im schlimmsten Fall zu einer Teilung der Weltmärkte führen, mit den USA auf der einen Seite und China auf der anderen. Unternehmen müssten sich dann für einen Markt entscheiden, um sich langfristig vor Sanktionen zu schützen. Das wiederum könnte Implikationen für den Status des US-Dollars als Weltleitwährung haben. So ist meine These, dass ein wesentlicher Grund für die dominierende Rolle des Dollars, ist, dass sich der chinesische Renminbi aufgrund der geschlossenen Kapitalmärkte Chinas nicht als Fakturierungswährung durchsetzen konnte. Angesichts des Aufstiegs Chinas als Welthandelsmacht hätte man erwarten können, dass der Anteil des Renminbis am internationalen Zahlungsverkehr heute deutlich höher wäre, zumindest wenn man nach dem “Grassmanschen Gesetz” gehen würde, nach dem der Handel von Industriegütern vornehmlich in der Währung des Exporteurs abgerechnet wird. Erschwerend dürfte hinzugekommen sein, dass es bislang keine attraktive Alternative zum US-Dollar gab. Der Status des Dollar könnte jedoch erodieren,

  1. falls es den EU-Politikern gelingt, die Stabilität des europäischen Währungsraums aus Sicht des Marktes zu stärken, was die Attraktivität des Euros als internationale Währung erhöhen würde, und
  2. je tiefer die Kluft zwischen den USA und China wird.

Ich gebe zu, dies sind alles sehr langfristige Gedankenspiele, die für den EUR-USD oder USD-CNY-Kurs aktuell kaum eine Rolle spielen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht noch relevant werden können.

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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

AUD besser als erwartet

Der australische Dollar profitierte in den letzten Wochen stärker als von uns erwartet von der risk-on Stimmung an den Märkten. Hierzu tragen auch heimische Faktoren bei, denn die jüngsten Daten wie die zum Bau und zu den privaten Investitionsausgaben im ersten Quartal fielen nicht so stark wie befürchtet. Zudem beflügelt den AUD die Hoffnung, dass sich die Wirtschaft dank massiver Stimuli rasch erholt.

In seiner jüngsten Rede versicherte Philip Lowe, Governeur der australischen Notenbank (RBA), dass die Bank nötigenfalls mehr tun könne. Allerdings ist beim Leitzins kein Spielraum mehr vorhanden. Die RBA hatte ihn krisenbedingt auf die von ihr definierte Untergrenze von 0,25% gesenkt. Lowe sprach sich erneut gegen negative Zinsen aus, wiederholte aber, dass der Leitzins lange Zeit niedrig bleiben werde. Der expansive Kurs werde solange beibehalten, bis sich Fortschritte Richtung Vollbeschäftigung abzeichnen und die RBA eine nachhaltige Rückkehr der Inflation ins Zielband von 2% bis 3% sehe. Mit diesem Kurs dürfte sie sich kaum von anderen Notenbanken unterscheiden, sodass wir für den AUD von dieser Seite vorerst wenig Impulse erwarten. Gleichzeitig bleiben die exogenen Risiken hoch. Hierzu zählen neben der Corona-Krise vor allem die drohende Fortsetzung und Eskalation US-chinesischer Handelsspannungen. Hier dürfte der AUD anfällig bleiben.

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CNY: Warum bleibt der Markt beunruhigt?

Obwohl ich von zu Hause arbeite, kann ich das Unbehagen am Markt förmlich riechen. Viele Kunden und Journalisten fragen, was am Devisenmarkt vor sich geht und wie sich die Beziehungen zwischen den USA und China entwickeln werden. Ehrlich gesagt erinnert mich die Unruhe an die Geschehnisse im August 2015 und im August 2019. In diesen beiden Monaten wertete der chinesische Yuan rasch und unerwartet ab. Wird sich das wiederholen? Vielleicht ist diese Frage genau der Grund, weshalb der Markt vorerst unruhig bleibt. Heute Morgen nehmen die Sorgen erneut zu, da Trump eine Pressekonferenz wegen China abhalten wird. Larry Kudlow, der Wirtschaftsberater des Weißen Hauses, sagte, dass China beim Thema Hongkong einen großen Fehler mache, das Handelsabkommen aber noch Bestand habe. Gestern gab auch der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang im Rahmen der Pressekonferenz zum Nationalen Volkskongress bekannt, dass es bei den Beziehungen zwischen den USA und China zu neuen Problemen und neuen Herausforderungen gekommen sei. Falls Sie bereits nervös sind, möchte ich Ihre Nerven nicht weiter strapazieren. Um Sie etwas zu beruhigen, möchte ich Sie vielmehr an zwei Faktoren erinnern: Erstens ist der US-Dollar generell schwach, was der CNY-Abwertung zumindest weniger Schwung verleiht. Zweitens sind die Beziehungen zwischen China und den USA stets anfällig und das Thema Hongkong ist nicht neu. Damit wünsche ich Ihnen ein schönes Wochenende!

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