Rohstoffe

Unsicherheit am Ölmarkt: Noch weniger Ölbohrungen in Nordamerika

Energie: Unsicherheit am Ölmarkt

Am Freitag war der WTI-Ölpreis zunächst um fast 10% eingebrochen, hat sich aber im Handelsverlauf fast vollständig erholt. Der Grund für den Rückgang war wohl die allgemeine Unsicherheit an den Finanzmärkten vor allem in Bezug auf die Spannungen rund um China, dem mit Abstand wichtigsten Ölimporteur. Von der Angebotsseite dürften die Ölpreise weiterhin gut unterstützt bleiben. So ist Anzahl aktiver US-Ölbohrungen letzte Woche laut Baker Hughes, die Daten zur nordamerikanischen Explorationsaktivität seit 1944 veröffentlichen, um 21 auf 237 gefallen, den niedrigsten Stand seit dem Sommer 2009. Die Anzahl aktiver Bohrungen insgesamt (also inklusive Erdgas) hat ein weiteres Rekordtief bei 318 markiert. In Kanada ist deren Anzahl mittlerweile auf nur 21 gefallen, ebenfalls ein Rekordtief und ein massiver Rückgang von 255 noch im Februar. Nach Einschätzung der Energy Intelligence Group dürfte die kanadische Rohölproduktion auch ohne eine offizielle Kürzungsaufforderung von über 4,4 Mio. im März um 15% auf unter 3,8 Mio. Barrel täglich im April gefallen sein. Der massive Rückgang der Weltölproduktion war sicherlich der entscheidende Faktor für den jüngsten Ölpreisanstieg. Zugleich ist die Stimmung der Anleger sehr optimistisch geworden. An der NYMEX haben die Großanleger ihre Netto-Long-Positionen in der Woche zum 19. Mai auf 360 Tsd. Kontrakte ausgeweitet, den höchsten Stand seit über 20 Monaten. Doch die Unsicherheit insbesondere in Bezug auf die Nachfrageerholung bleibt groß. So hat der Amerikanische Autoverband AAA erstmals seit der Prognoseeinführung vor 20 Jahren keine Voraussage über die Reiseaktivität der Amerikaner am gerade stattfindenden Memorial Day Wochenende gemacht, an dem traditionell die Sommer(fahr-)saison beginnt. Der Grund dafür sei die geringe Aussagekraft der zugrunde liegenden Wirtschaftsindikatoren wegen Covid-19. Aufgrund der weiterhin hohen Unsicherheit halten wir den jüngsten Preisanstieg für verfrüht.

Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 5,8
CL7248PutOil Brent FutureHebel: 6,6
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 4,4
CL726UPutOil WTI Light FutureHebel: 4,9
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold und Silber im Konsolidierungsmodus

Der Goldpreis fällt zum Wochenauftakt auf 1.725 USD je Feinunze, der Silberpreis unter 17 USD je Feinunze. Wir erachten dies als Konsolidierung nach den starken Anstiegen in den letzten Wochen. Gold hatte genau vor einer Woche ein 7½-Jahreshoch markiert, Silber war im Zuge dessen ebenfalls kräftig gestiegen. Solange Gold sich über der Marke von 1.700 USD behauptet, stellt dies u.E. lediglich eine kurze Verschnaufpause im intakten Aufwärtstrend dar. Erst bei einem Rutsch unter diese Marke wäre mit einer länger anhaltenden Korrektur zu rechnen. Allerdings spricht derzeit wenig dafür, dass es dazu kommt. So ist das spekulative Interesse an Gold weiterhin nicht sonderlich hoch. Die spekulativen Netto-Long-Positionen stiegen in der letzten Berichtswoche erstmals seit Mitte April zwar wieder. Allerdings fiel der Positionsaufbau mit knapp 5 Tsd. Kontrakten vergleichsweise moderat aus, bedenkt man, dass der Goldpreis gegen Ende der Berichtswoche sein 7½-Jahreshoch markierte. Das Niveau der Netto-Long-Positionen liegt mit 127 Tsd. Kontrakten zudem nach wie vor nur knapp über einem 11-Monatstief. Der Preisanstieg war also kaum spekulativ getrieben. Bei Silber stiegen die spekulativen Netto-Long-Positionen in der letzten Berichtswoche zwar um 7,5 Tsd. Kontrakte bzw. um gut 50% auf ein 2-Monatshoch. Mit aktuell 21,5 Tsd. Kontrakten ist aber auch hier das Niveau nicht außerordentlich hoch. Im Februar lagen die Netto-Long-Positionen bei Silber bspw. bei über 60 Tsd. Kontrakten. Die Nachfrage nach Gold-und Silber-ETFs ist dagegen ungebrochen hoch. Am Freitag wurden Zuflüsse von 7 Tonnen Gold und 281 Tonnen Silber in die von Bloomberg erfassten ETFs gemeldet. Auch dies spricht gegen eine stärkere Preiskorrektur.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CJ7RL2LongSilver FutureFaktor: 3
CJ7RLXShortSilver FutureFaktor: -3
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Industriemetalle: Globale Aluminiumproduktion auf Rekordkurs

Wie erwartet hat das International Aluminium Institute letzte Woche für April eine anhaltend hohe globale Aluminiumproduktion gemeldet. Diese lag mit 5,26 Mio. Tonnen bzw. 175,2 Tsd. Tonnen pro Tag marginal über dem Vorjahresniveau und nur leicht unter dem Vormonatswert. Somit wurde die Produktion sowohl in China als auch außerhalb trotz der niedrigen Preise – im April wurde ein 4½-Jahrestief markiert – nicht nennenswert gedrosselt. In den ersten vier Monaten des Jahres wurde weltweit 1,5% mehr Aluminium hergestellt als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum (21,3 Mio. Tonnen). Damit liegt die globale Aluminiumproduktion auf Rekordkurs. Dass so viel Aluminium hergestellt wird, liegt im Wesentlichen an zwei Faktoren: Zum einen werden die defizitären Schmelzen in China subventioniert und so künstlich am Leben erhalten. Zum anderen sind die Kosten für ein Herunterfahren und späterer Neustart sehr hoch. Ein großer US-Aluminiumproduzent gibt diese mit rund 25 Mio. USD je Produktionsstraße an. Solange die Produktion aber nicht konsequent reduziert wird, bleibt der globale Aluminiummarkt unseres Erachtens hoffnungslos überversorgt. Angesichts dessen hält sich der Preis mit rund 1.500 USD je Tonne noch erstaunlich gut. Offenbar setzen einige Marktteilnehmer auf eine Erholung der Nachfrage, nachdem die Lockdown-Maßnahmen in vielen Ländern schrittweise zurückgenommen werden. Man kann hierbei auf die physischen Prämien verweisen, die ihren Absturz zumindest vorerst gestoppt und sich seit Anfang Mai stabilisiert haben. Hinzu kommt ein deutlicher Abbau der SHFE-Aluminiumvorräte um 40% bzw. gut 210 Tsd. Tonnen seit Mitte März. Dem gegenüber steht allerdings ein noch größerer Aufbau der LME-Bestände um fast 400 Tsd. Tonnen im selben Zeitraum. In Großbritannien ist heute wegen eines Feiertages geschlossen, weshalb es an der LME keinen Handel und keine Preise gibt.