Rohstoffe

Unsicheres Gleichgewicht am Ölmarkt

Energie: IEA warnt OPEC vor Ausweitung der Ölproduktion

Die Ölpreise legten gestern um weitere 2% zu. Brent handelt am Morgen bei gut 43 USD je Barrel, WTI bei rund 41 USD, was jeweils einem Anstieg um ca. 2 USD binnen zwei Tagen entspricht. Der Preisanstieg erfolgte auch gestern trotz überwiegend preisbelastender Nachrichten. So warnte die IEA die OPEC davor, das Ölangebot auszuweiten. Dies würde das ohnehin schon wackelige Gleichgewicht am Ölmarkt noch unsicherer machen. Die IEA verweist dabei auf die steigenden Corona-Neuinfektionen in vielen Ländern, wodurch die Erholung der Ölnachfrage ins Stocken geraten könnte. Der Ölmarkt hätte daher kaum Spielraum, mehr Angebot aufzunehmen. Bislang scheint die OPEC+ an ihrem Plan festhalten zu wollen, die Produktionskürzungen Anfang 2021 weiter zurückzunehmen. In den letzten zwei Tagen sprachen sich sowohl der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate als auch der russische Energieminister dafür aus, die Produktionserhöhung um 2 Mio. Barrel pro Tag wie geplant umzusetzen. Wir glauben nicht, dass das letzte Wort hier schon gesprochen ist. Sollte sich die Nachfrage spürbar eintrüben, wird die OPEC+ nicht darum herumkommen, die Produktionserhöhung abzublasen, will sie nicht ein erneutes Überangebot und einen neuerlichen Preisrutsch riskieren. Hinzu kommt, dass das Ölangebot wegen der Rückkehr Libyens ohnehin steigt. Heute trifft sich das Technische Komitee der OPEC+, um eine Bestandsaufnahme der aktuellen Situation am Ölmarkt zu machen. Preisunterstützende Nachrichten gab es allerdings auch: Vor zwei Tagen berichtete die US-Energiebehörde, dass die US-Schieferölproduktion im November um 123 Tsd. Barrel pro Tag fallen soll. Das wäre der stärkste Rückgang seit sechs Monaten und steht im Widerspruch zur vorherigen Prognose der EIA einer moderat steigenden US-Rohölproduktion. Das API meldete zudem gestern nach Handelsschluss einen Rückgang der US-Rohölbestände um 5,4 Mio. Barrel.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold kämpft mit der 1.900 USD-Marke

Gold kämpft weiter mit der Marke von 1.900 USD je Feinunze und tut sich schwer, diese zurückzuerobern. Nach wie vor hängt der Goldpreis stark an der Entwicklung des US-Dollar. Gestern gab ein leicht abwertender Dollar dem Goldpreis etwas Aufwind, heute Morgen belastet die festere US-Währung hingegen bereits wieder. Wir sehen Gold gut unterstützt und erwarten in den nächsten Wochen eher einen neuen und nachhaltigen Preisanstieg anstatt einer nennenswerten Korrektur. So steigen die weltweiten Neuinfektionen mit Covid-19 weiter rasant – nicht nur in den USA, sondern zum Beispiel auch in vielen europäischen Ländern. Dies führt zu Sorgen, dass es zu neuen umfangreichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens bis hin zu neuen Lockdowns kommen könnte. Zudem musste diese Woche bereits eine zweite Medikamentenstudie im Kampf gegen das Coronavirus aus Sicherheitsgründen ausgesetzt werden. Dies zeigt, dass der Weg zur Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen gegen das Virus doch holprig ist und schnelle Erfolge nicht wie vormals erhofft zu erwarten sind. In den USA hat Finanzminister Mnuchin letzte Nacht weitere Zweifel gesät, dass sich die Parteien noch vor der Präsidentenwahl auf ein neues Hilfspaket für die US-Wirtschaft einigen. Trotz einiger Fortschritte sei man in vielen Punkten noch weit auseinander. Unterdessen sind Spekulationen aufgekommen, dass Joe Biden und die Demokraten ein Konjunkturpaket im Umfang von 5 Bio. USD auf den Weg bringen könnten, sollte Biden neuer US-Präsident werden und die Demokraten die Mehrheit im Senat gewinnen (die Mehrheit im Repräsentantenhaus stellen sie bereits). Dies würde zu einem weiteren starken Anstieg der Staatsverschuldung führen, den die US-Notenbank Fed wohl mit Anleihekäufen auffangen müsste. Dadurch würde die ohnehin schon sehr lockere Geldpolitik der Fed wohl noch expansiver werden. In diesem Fall sehen wir Gold schnell in Richtung 2.000 USD oder sogar darüber hinaus steigen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Massive Investitionen in Nickel-Produktionskapazitäten in Indonesien

In einem eher verhaltenen Marktumfeld für die Industriemetalle stach Nickel gestern hervor: Es stieg um 2% auf über 15.300 USD je Tonne und näherte sich seinem Jahreshoch von Anfang September. Einen speziellen Auslöser für den Preisanstieg gab es jedoch nicht. Die International Nickel Study Group hat ihre virtuelle Herbsttagung zwar mittlerweile beendet, aber noch keine neue Einschätzung zur Lage am Nickelmarkt veröffentlicht. Dies hat dafür vor zwei Tagen ein großer Nickelproduzent aus Japan getan. Nach vier Jahren Angebotsdefizit erwartet er für dieses Jahr einen Überschuss in Höhe von 75 Tsd. Tonnen. Ein Wettbewerber geht bislang von einem annähernd doppelt so hohen Überschuss aus. Der Überschuss soll wegen einer schwachen Nachfrage zustande kommen. Diese führt der japanische Produzent auf die geringere Edelstahlproduktion außerhalb Chinas und die niedrigere Nachfrage aus der Luftfahrtindustrie zurück. Er erwartet ferner, dass Indonesien dieses Jahr China als weltgrößten NPI-Produzenten ablöst. Zu den Aussichten für 2021 will sich der Produzent später im Jahr äußern. Zum Aufstieg Indonesiens zu einem führenden Nickelproduzenten trägt der Bau von zahlreichen Raffinerien dort bei. In Indonesien liegen knapp ein Viertel der weltweiten Nickelreserven. Mit der Wiedereinführung des Exportverbots von unbehandelten Erzen seit Jahresbeginn möchte die Regierung den Aufbau der Wertschöpfungskette forcieren. Dazu wurden von der Regierung bereits mehrere Projekte im Umfang von über 30 Mrd. USD angekündigt. Laut einer neuen Meldung könnten weitere 20 Mrd. USD in Nickel-Produktionskapazitäten in Indonesien investiert werden. Das Land möchte insbesondere das Zentrum der Nickelproduktion für Batterien in der Region werden. Derzeit befinden sich speziell hierzu vier Projekte im Bau bzw. in der Planung. Dabei handelt sich um technisch anspruchsvolle HPAL-Projekte (high pressure acid leaching – Hochdruck-Säureauslaugung). Das erste davon soll bis spätestens Ende nächsten Jahres die Produktion aufnehmen.