Rohstoffe

Umwelt-Aktivismus als ölpreisstützender Faktor

Energie: Umwelt-Aktivismus als ölpreisstützender Faktor

Beflügelt von guten Konjunkturdaten und dem Risikoappetit der Anleger an den Finanzmärkten nimmt der Brentölpreis einen neuen Anlauf auf die psychologisch wichtige Marke von 70 USD je Barrel. Der WTI-Ölpreis ist auf Schlusskursbasis sogar auf den höchsten Stand seit Oktober 2018 gestiegen und notiert heute Morgen über 67 USD je Barrel. Die Nachfragesorgen wegen der Pandemie weichen dem Optimismus angesichts der raschen Rückkehr der Konsumenten. Gleichwohl scheint die OPEC+ die Angebotsseite fest im Griff zu haben, wobei die Rückkehr der iranischen Ölexporte noch auf sich warten lässt. Der stellvertretende iranische Außenminister hat die Erwartungen an einen schnellen Durchbruch bei den aktuell laufenden Wiener Gesprächen über das Atomabkommen gedämpft.

Ein weiterer Aspekt, der in der Berichterstattung oft nur eine kleine Rolle spielt, sind die jüngsten richtungsweisenden Entscheidungen in Bezug auf die weltgrößten Ölunternehmen. Zum einen hat ein Gericht verfügt, dass ein führender europäischer Ölproduzent seine Emissionen bis 2030 um 45% ggü. 2019 reduzieren muss. Das bedeutet, dass er deutlich aggressiver gegen Emissionen vorgehen muss als geplant und schafft gleichzeitig einen Präzedenzfall für rechtliche Schritte gegen andere Konzerne aufgrund ihrer Klimaverpflichtung. Außerdem musste ein großes US-Ölunternehmen gleich zwei Sitze im Aufsichtsrat einem kleinen aktivistischen Investor einräumen, der das Unternehmen dazu drängen will, sich über Öl hinaus zu diversifizieren und den Klimawandel zu bekämpfen. Gepaart mit der jüngsten “Empfehlung” der IEA, dass sämtliche Investitionen in neue Ölprojekte eingestellt werden müssen, wenn bis 2050 Klimaneutralität erreicht werden soll, spricht dies für ein komplettes Umdenken im Sektor und einen massiven Rückgang der Investitionen. Aus unserer Sicht ist dies eine riskante Strategie, die angesichts der nach wie vor steigenden Ölnachfrage weltweit zu einem übermäßigen Ölpreisanstieg in den nächsten Jahren führen könnte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SD13PBLongOil Brent FutureFaktor: 5
SD3353ShortOil Brent FutureFaktor: -5
SD2S7VLongOil WTI Light FutureFaktor: 5
SD3357ShortOil WTI Light FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: China importierte im April deutlich mehr Gold, Platin neigt zur Schwäche

Gold kämpft weiter mit der Marke von 1.900 USD je Feinunze, die sich als nur schwer zu überwindendes Hindernis darstellt. China hat wie erwartet im April deutlich mehr Gold aus Hongkong importiert. Die Netto-Importe stiegen laut Daten der Statistikbehörde von Hongkong auf fast 53 Tonnen, was dem höchsten Monatswert seit fast drei Jahren entspricht. Zuvor hatte bereits die Schweizer Zollbehörde deutlich höhere Goldlieferungen nach China berichtet. Auch im Mai ist mit hohen Goldimporten Chinas zu rechnen, da die Zentralbank den Geschäftsbanken deutlich höhere Importquoten zugeteilt hat.

Während Gold im Mai bislang rund 7% gestiegen ist, handelt Platin mit 1.180 USD je Feinunze ca. 2% niedriger als Ende April. Die Preisdifferenz hat sich infolge dessen auf rund 700 USD ausgeweitet. Auch für Palladium lief es in den letzten Wochen nicht wirklich gut. Von seinem zu Monatsbeginn verzeichneten Rekordhoch ist es zeitweise fast 10% gefallen. Gestern gab Platin zwischenzeitlich 2% nach, während Palladium um bis zu 3% zulegte. Die unterschiedliche Preisentwicklung dürfte auf die Prognosen des weltgrößten Palladiumproduzenten Nornickel aus Russland zurückzuführen sein. Dieser sieht den Platinmarkt in diesem Jahr mit 1,1 Mio. Unzen im Überangebot, den Palladiummarkt dagegen mit 900 Tsd. Unzen im Defizit. Heraeus und SFA Oxford kamen vor wenigen Tagen zu ähnlichen Einschätzungen. Dabei ist allerdings zu bedenken, dass Nornickel und Heraeus/SFA Oxford die Investmentnachfrage in ihren Prognosen nicht berücksichtigen. Diese war in den letzten beiden Jahren bei Platin rekordhoch. Sollte sie ähnlich hoch ausfallen, wäre auch der Platinmarkt unterversorgt. In jedem Fall ist der Angebotsüberschuss unter Berücksichtigung der Investmentnachfrage deutlich geringer als von Nornickel und Heraeus/SFA Oxford prognostiziert. Da die Investmentnachfrage bei Palladium keine nennenswerte Rolle mehr spielt, liegen die Defizitschätzungen von Nornickel und Heraeus/SFA Oxford ähnlich hoch wie bei Johnson Matthey und Metals Focus.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T54LongGold FutureFaktor: 4
SB42W8ShortGold FutureFaktor: -4
SB42W9LongPlatinum FutureFaktor: 4
SB3T8AShortPlatinum FutureFaktor: -4
SB42XALongPalladium FutureFaktor: 4
SB3T8BShortPalladium FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Preise ziehen stark an, Zinn auf neuem 10-Jahreshoch

Allen Bemühungen der chinesischen Behörden zum Trotz, die Spekulation an den Rohstoffmärkten einzudämmen, haben die Metallpreise gestern einen ordentlichen Schluck aus der Pulle genommen. Angeführt von Nickel (+3,5%) ist der LME-Industriemetallindex um 2,7% gestiegen. Neben Nickel legten auch Aluminium und Zink um über 3% zu. Heute Morgen steigen die Metalle zumeist weiter. Allerdings ist für uns nicht ganz klar, was den Preisen diesen starken Auftrieb gibt. Der US-Dollar hat gestern leicht aufgewertet und die Aktienmärkte sind eigentlich nicht stark genug gestiegen, um von einem hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer sprechen zu können. Gute US-Konjunkturdaten könnten eine Rolle gespielt haben, ebenso das Bekanntwerden von Details zum US-Haushaltsentwurf für das nächste Fiskaljahr. Wir denken aber eher, dass Angebotssorgen wieder die Oberhand gewonnen haben, da die chinesischen Behörden ihre Pläne zum Abbau der CO2-Emissionen in den energielastigen Branchen vorantreiben. Dies könnte zukünftige Produktionssteigerungen verhindern oder dadurch die Produktion sogar gedrosselt werden. Die Klimapläne zielen zwar hauptsächlich auf die Stahlindustrie ab und haben dadurch auch Auswirkungen auf Eisenerz. Daneben werden aber auch die Schmelzen in der Metallindustrie betroffen sein, und zwar nicht nur die für Aluminium. Der Zinnpreis ist im aktuellen Marktumfeld auf ein neues 10-Jahreshoch von 30.800 USD je Tonne gestiegen. Die Zinnvorräte in den LME-Lagerhäusern wurden zuletzt auf nur noch 855 Tonnen abgebaut und mehr als die Hälfte davon ist noch zur Auslieferung angefordert. Dies deutet auf eine robuste Nachfrage hin. Daneben spielen auch hier Angebotssorgen eine Rolle, da zum Beispiel in der chinesischen Provinz Yunnan wegen einer Energieknappheit die Zinnproduktion laut Einschätzung der International Tin Association für 10-20 Tage ausgesetzt werden muss.

Positive Perspektiven für den deutschen Aktienmarkt

Trotz aller Risiken wie der Inflationsdebatte, Covid-19 oder hoher Bewertung, deretwegen es an den Aktienmärkten holprig werden könnte, ist der grundsätzliche Aufwärtstrend intakt. Lesen Sie hier, wie die weiteren Aussichten für den deutschen Aktienmarkt sind.