Währung

Trumps Maske und der Devisenmarkt

Corona-Bewältigung in den USA

Wer hätte das gedacht? Der US-Präsident zeigt sich mit Gesichtsmaske. Nur ein kleines Stück Stoff? Nicht nur. In den USA ist es längst ideologisches Symbol – bislang verpönt in weiten Teilen der Trump-Anhängerschaft. Dass der Präsident nun “umfällt”, zeigt: Die Pandemie hat ihre eigenen Gesetze. Wer mag nun noch glauben, dass es einen “zweiten Lockdown”, den der US-Präsident bislang kategorisch ausschloss, wirklich nicht mehr geben kann – wenn nur der Infektionsverlauf entsprechend ist. Diejenigen Devisenmarkt-Teilnehmer, die den US-Dollar selbst in einer Lage als “sicheren Hafen” betrachten, in der vor allem die USA von der Pandemie betroffen sind, mögen darauf spekuliert haben, dass die US-Regierung und die US-Gesellschaft hohe Infektionszahlen akzeptiert und trotz dieser Zahlen zur wirtschaftlichen Normalität zurückkehrt – anders als die hasenfüßigen Europäer. Auch diese Sicht schwingt mit, wenn Marktteilnehmer immer wieder davon fabulieren, die USA würden aus jeder Krise “besser” herauskommen als “old Europe”. Trumps Maske zeigt: Die US-Regierung wird solch eine stoische Haltung nicht durchhalten.

Verstehen Sie mich nicht falsch: Genau das Gleiche kann jederzeit in Europa passieren. Die allgemeine Rückkehr zur Normalität oder einfach nur Pech bei der Ausbreitung von einigen wenigen Infektionsherden können auch Europa einen neuen Lockdown bescheren – völlig unabhängig davon, dass Politiker sich auch hier überbieten, das “auszuschließen”. Aber momentan ist zumindest kein US-Dollar-Vorteil erkennbar. Entsprechend ist es nur richtig, dem US-Dollar diesmal nicht die Sicherer-Hafen-Funktion zuzusprechen, der er sich im März erfreute.

Kann nun gar nichts dem Dollar helfen? Klingt die Pandemie ab, erzeugt Risk-Off-Stimmung USD-Schwäche, sonst der US-Infektionsverlauf? Solch eine Aussage wäre unsinnig. Wenn’s USD-negative Szenarien gibt, dann muss es auch USD-positive geben. Positiv wäre demnach alles, was auf eine Überlegenheit der USA in Sachen Krisenbewältigung hindeutet. Nur ist das kaum an den in dieser Woche anstehenden Wirtschaftsdaten ablesbar. Exporte und Importe, Einzelhandelsumsätze, Konsumentenvertrauen: all diese Juni-Zahlen sind Makulatur. Sie sind zumindest schlechte Belege für eine mögliche Sonderstellung des Greenback. Daher erscheinen USD-Short-Positionen derzeit m.E. attraktiver als USD-Long-Positionen.

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Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Das Brexit-Perpetuum Mobile

Man kann es kaum glauben: Nur ein Viertel der britischen Unternehmen ist bereits fit für den endgültigen, de-facto-Brexit, der ökonomsich ja erst am 31. Dezember dieses Jahres droht (anders als der de-jure-Brexit, den wir am 31. Januar sahen). So eine jüngste Umfrage unter britischen Unternehmen. Zeit genug war da. Das Problem ist nur: Sehr wenige wussten, worauf sie sich vorbereiten sollen. Können sie auch nicht, denn die Mechanik der politischen Verhandlungen gebietet es, Kompromisse erst möglichst spät einzugehen. Dann aber drängt die Unvorbereitetheit der Unternehmen dazu, neue Übergangsperioden zu schaffen, womit wir das perfekte Brexit-Perpetuum Mobile hätten. Ganz unabhängig davon, dass das Unterhaus-Impase von 2017/18 überwunden scheint. Das heißt freilich auch: Es gibt in absehbarer Zeit keinen Moment, ab dem die langfristigen EU-UK-Beziehungen eindeutig absehbar sind. Wer glaubt, am 1. Januar 2021 Bescheid zu wissen, wie’s in den nächsten Jahren weitergeht, mag enttäusch werden.

Unsere EUR-GBP-Prognose (0,88 im Dezember, 0,86 Ende 2021) kann einigen Lesern als “ich-weiß-nicht”-Prognose erscheinen. Was freilich nicht heißen muss, dass nur wir nicht wissen, wie es ab nächstem Jahr weitergeht. Vielleicht weiß es der Markt innerhalb unseres Prognose-Horizonts auch nicht. Deshalb ist solch eine “unendschiedene” Prognose vielleicht genau die, die sich als richtig erweisen kann: keine Post-Brexit-Rallye der britischen Währung, aber auch kein Absturz des Pfundes.

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CNY: Derzeit keine Phase 2

Trump könnte den Markt zwar etwas enttäuscht haben, verwies aber auch auf die Fakten. Angesichts der zerbrechlichen Beziehungen zwischen den USA und China mache er sich über die nächste Phase des Handelsdeals gegenwärtig keine Gedanken. Wie er selbst erklärte, hat er ohne Frage noch jede Menge andere Probleme zu lösen, darunter insbesondere die wiederaufkeimende Pandemie in den USA. Indes ist ein weiterer Handelsdeal wenig sinnvoll und erscheint eher als Utopie, zumal China mit der Umsetzung des Phase-1-Abkommens stark im Verzug ist. Auch wenn die spontane Reaktion nahelegt, dass die Stimmung durch Trumps Aussage getrübt wurde, wird der Markt wohl kaum über die Maßen enttäuscht sein, da bezüglich der Einigung zum Phase-2-Abkommen bislang nur wenig eingepreist wurde. USD-CNY könnte die 7er-Marke erst in einiger Zeit testen und auf die nächste Nachricht warten – vermutlich das BIP Chinas im 2. Quartal an diesem Donnerstag.

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