Rohstoffe

Trump verunsichert Rohstoffmärkte

Energie: Ölpreisanstieg ausgebremst

Die Ölpreise verzeichneten gestern den zweiten Tag in Folge deutliche Zuwächse. Brent erreichte im Zuge dessen in der Spitze knapp 43 USD je Barrel, WTI fast 41 USD. Heute notieren die Preise ca. 1 USD tiefer. Die Nachricht, dass US-Präsident Trump die Gespräche über Konjunkturhilfen bis nach den Wahlen verschieben will, lastet heute auf den Preisen, genau wie ein festerer US-Dollar. Zudem berichtete das API am Abend einen unerwarteten Anstieg der US-Rohölvorräte um 951 Tsd. Barrel. Die Nachrichten, die gestern die Preise haben steigen lassen, treten dagegen etwas in den Hintergrund, auch wenn sie nicht verschwunden sind. So will die Ölgewerkschaft Lederne in Norwegen vier weitere Ölfelder bestreiken lassen, wenn bis zum 10. Oktober keine Einigung mit dem Produzentenverband NOG über höhere Löhne erzielt worden ist. Somit drohen die Produktionsausfälle noch größer zu werden als die bislang gemeldeten 330 Tsd. Barrel pro Tag. Im Golf von Mexiko drohen ebenfalls Produktionsausfälle. Hurrikan Delta befindet sich aktuell nahe der Halbinsel Yucatan und nimmt danach Kurs in Richtung US-Golfküste. Auf dem Weg dorthin befinden sich Ölplattformen, an der Küste zahlreiche Raffinerien und ein wichtiger Ölhafen. Das könnte auch erklären, warum die Preise von Ölprodukten gestern stärker gestiegen sind als die Rohölpreise. Preisunterstützend ist auch die Nachricht, dass Saudi-Arabien seine offiziellen Verkaufspreise für Öllieferungen nach Asien im November leicht erhöht hat. Dies deutet auf eine stärkere Nachfrage hin. In den beiden Monaten zuvor hatte Saudi-Arabien seine Preise gesenkt. Die US-Energiebehörde revidierte ihre Prognose für die US-Ölproduktion in diesem Jahr nach oben und erwartet “nur” noch einen Rückgang um 800 Tsd. Barrel pro Tag. Grund hierfür ist eine höhere Produktion in der 2. Jahreshälfte. Einen nennenswerten Produktionsanstieg erwartet die EIA bis Ende 2021 allerdings nicht.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold nach Trump-Ankündigung unter Druck

Gold konnte sich gestern zunächst von der 1.900 USD-Marke etwas absetzen und ist zeitweise auf 1.920 USD je Feinunze gestiegen. Im späten Handel rutschte es jedoch um 40 USD ab, nachdem US-Präsident Trump verkündete, die Gespräche mit den Demokraten über ein weiteres Hilfspaket für die US-Wirtschaft bis nach den Wahlen auszusetzen. Dies birgt die Gefahr, dass die Wirtschaftserholung in den USA abgewürgt wird. Kurz zuvor hatte der Fed-Vorsitzende Powell weitere fiskalpolitische Stimulierungsmaßnahmen gefordert. Er warnte davor, dass die US-Wirtschaft ohne weitere Hilfen sogar zurück in eine Rezession rutschen könnte. Er sieht die US-Notenbank selbst dabei nicht in der Pflicht, einen weiteren Beitrag zu leisten. Dass es kurzfristig keine neuen Stimulierungsmaßnahmen für die Wirtschaft gibt, hätte auf den ersten Blick eigentlich positiv für Gold sein müssen. Der Preisrutsch im späten Handel ist jedoch auf den aufwertenden US-Dollar zurückzuführen, der offenbar unmittelbar nach den Aussagen von Trump trotz allem als sicherer Hafen gefragt war. So beendete Gold den Handel letztlich mit einem Minus von 1,8% unter 1.880 USD. Silber und Platin rutschten gestern sogar um 5,4% bzw. 4,9% ab. Einzig bei Palladium hielt sich das Minus mit 0,9% in Grenzen. Heute Morgen erholen sich die Edelmetalle etwas. Während die Fed wie erwähnt vorerst keine neuen Stimulierungsmaßnahmen plant, wird in der EZB offenbar über eine weitere Lockerung der Geldpolitik nachgedacht. So kann sich EZB-Präsidentin Lagarde laut gestrigen Aussagen neben einer Ausweitung der Anleihekäufe auch eine Senkung des Einlagensatzes vorstellen. Eine Entscheidung über weitere expansive Schritte sei aber noch nicht getroffen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SB3T90ShortSilver FutureFaktor: -5
SB3T5GLongPlatinum FutureFaktor: 3
SB3T9QShortPlatinum FutureFaktor: -3
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Deutlich gestiegene Eisenerzexporte aus Brasilien

Die Ankündigung von US-Präsident Trump, die Gespräche mit den Demokraten über ein weiteres Hilfspaket für die US-Wirtschaft bis nach den Wahlen auszusetzen, hat kaum Auswirkungen auf die Metallpreise. Diese starten nahezu unverändert in den Tag. Auch Eisenerz zeigt sich heute in einem nach wie vor nachrichtenarmen Umfeld kaum bewegt. An der SGX in Singapur kostet eine Tonne gut 117 USD. An der DCE in Dalian findet wegen der Feiertagswoche in China aktuell kein Handel mit Eisenerz statt. Der Preis hat sich von seinem Rückgang in der vorletzten Woche mittlerweile nennenswert erholt, was für uns etwas überraschend ist. Denn das Angebot wird wieder spürbar ausgeweitet. So hat letzte Woche das brasilianische Wirtschaftsministerium Daten veröffentlicht, wonach die täglichen Eisenerzexporte des Landes im September (21 Geschäftstage) auf durchschnittlich 1,8 Mio. Tonnen gestiegen sind. Im August lagen sie „nur“ bei rund 1,5 Mio. Tonnen täglich, ebenso im September vor einem Jahr. Die Daten des Wirtschaftsministeriums decken sich mit denen des Ministeriums für Industrie und Außenhandel. Demnach hat Brasilien im September 37,9 Mio. Tonnen Eisenerz exportiert. Dies war die größte Menge in einem Monat seit Dezember 2015. Zum Vergleich: Im Mai hatte Brasilien wegen Corona-Maßnahmen lediglich 21,5 Mio. Tonnen Eisenerz ausgeführt. Wie vom weltgrößten Eisenerzunternehmen schon Mitte des Jahres angekündigt, scheinen die Probleme überwunden zu sein und es steht wieder mehr Angebot zur Verfügung. Einen großen Teil des Eisenerzes verschifft Brasilien nach China. Dort scheint das Eisenerz aber nicht vollständig verbraucht zu werden. Denn die Eisenerzvorräte in den chinesischen Häfen sind per 2. Oktober auf knapp 123 Mio. Tonnen gestiegen, den höchsten Wert seit über einem halben Jahr. Unseres Erachtens ist Eisenerz derzeit zu teuer.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.