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Steter Tropfen höhlt den Euro: Die dritte Welle belastet EUR-USD

Die dritte Welle belastet EUR-USD

Wer sich für den Euro heute Impulse von den Einkaufsmanagerindizes erhofft, dürfte enttäuscht werden. Die Datenveröffentlichungen haben schon seit geraumer Zeit an Relevanz eingebüßt, da sie zu keiner für den Euro wirklich entscheidenden Reaktion der EZB führen. Das Kaufvolumen des PEPP wird zwar in den kommenden Wochen “signifikant” erhöht. Und sicherlich hängt das auch mit den trüberen Wachstumsaussichten zusammen. Aber in erster Linie will die EZB damit den Anstieg der langen Renditen eindämmen, um die Finanzierungsbedingungen in der Wirtschaft niedrig zu halten.

Wir haben oft argumentiert, dass in erster Linie eine Zinssenkung den Euro deutlich schwächen könnte, da die EZB damit signalisieren würde, dass -0,5% eben doch nicht die effektive Zinsuntergrenze ist. Würde dem Markt damit glaubhaft vermittelt, dass die Zinsen noch sehr viel tiefer fallen können, würde der Euro unter deutlichen Abgabedruck geraten. Doch von einer Zinssenkung ist die EZB meilenweit entfernt. Sie wäre allerhöchstens denkbar, sollte der Euro (aus welchem, für uns derzeit nicht ersichtlichen Grund auch immer) unerwartet plötzlich und unterwartet schnell aufwerten. Schließlich hat die EZB in den vergangenen Monaten wiederholt betont, dass sie den Wechselkurs genau beobachtet und alle Instrumente einsetzen würde, sollte der Wechselkurs (also ein starker Euro) die Inflationsentwicklung gefährden.

Ganz im Gegenteil: solange die Impfkampagnen in Europa im Schneckentempo vorankommen und sich die Länder von Lockdown zu Lockdown hangeln, ist dem Euro kaum Aufwärtspotential zuzutrauen. Die Einkaufsmanagerindizes für März werden heute zwar erneut belegen, dass die Industrie trotz Lockdowns weiter fleißig brummt, aber dass die Wirtschaft zweigeteilt bleibt. Denn der Dienstleistungssektor leidet nach wie vor erheblich unter den Restriktionen. Das verarbeitende Gewerbe kann diese Einbußen nicht ausgleichen. Vor diesem Hintergrund ist die Ausweitung des PEPP in den Augen der EZB sicherlich das geeignete Mittel, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen. Etwas mehr oder weniger Anleihekaufvolumen macht für den Euro aber schon seit langer Zeit keinen großen Unterschied mehr, da sich die geldpolitische Ausrichtung nicht grundlegend ändert; sie bleibt einfach ultra-expansiv. Deshalb hat der Euro auch unter der Ankündigung, dass das PEPP-Volumen im nächsten Quartal signifikant erhöht wird, nicht wirklich gelitten. Und deshalb wird er auch unter enttäuschenden Daten nicht übermäßig stark leiden. Aber steter Tropfen höhlt den Stein bzw. den Euro – denn mit der dritten Covid-Welle dürften die Daten eben erst einmal weiterhin mau aussehen, vor allem im Vergleich zu den USA. Dort schreiten die Impfungen gut voran und gibt es positive Signale aus der Wirtschaft, wie Fed Chair Powell und Finanzministerin Yellen gestern Abend vor dem Senatsausschuss feststellten. Vor allem mit der aktuellen Unsicherheit über die dritte Welle steigt damit das Risiko, dass EUR-USD unter 1,18 abrutscht.

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