Währung

Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner bekommt es mit

USD: Einen gewissen Grundoptimismus halte ich durchaus für gesund. Und so mag es am Ende sogar richtig sein, dass der Markt angesichts des drohenden Handelskrieges der USA mit dem Rest der Welt nicht in Panik verfällt – trotz der Warnungen vieler Experten vor den ökonomischen Folgen. Insbesondere der stabile US-Aktienmarkt ist vor diesem Hintergrund erstaunlich. Die Gelassenheit der Investoren könnte aber auch darauf zurückzuführen sein, dass sich die US-Notenbank bisher nicht deutlich besorgter zeigt. So wies Fed-Chair Jay Powell kürzlich zwar darauf hin, dass der Handelsstreit ein Risiko darstelle. Doch die US-Wirtschaftslage bewertete er ansonsten als überaus positiv. Fraglich ist, wie lange sich der oberste Notenbanker angesichts der zunehmenden Spannungen diesbezüglich noch zurückhalten kann und wird. Vor diesem Hintergrund dürften die Marktteilnehmer heute seine halbjährliche Anhörung vor dem US-Senat mit besonders großem Interesse verfolgen. Denn es besteht kein Zweifel daran, dass die Senatoren ihn zu dem Thema mit Fragen durchlöchern werden.

Dabei dürfte der Markt in erster Linie daran interessiert sein, wie die Fed reagieren würde, wenn sich der Handelsstreit verschärft: Mit aggressiveren Zinserhöhungen aufgrund des inflationären Effekts der Importzölle oder mit einem Aussetzen der Zinserhöhungen aufgrund des wachstumsdämpfenden Effekts. Um ehrlich zu sein glaube ich, dass es für die Risikowahrnehmung im ersten Moment wohl keinen großen Unterschied machen würde. Diese würde in beiden Fällen steigen, entweder aus Angst vor einer restriktiveren US-Geldpolitik oder eben aufgrund der Aussicht auf ein schwächeres US-Wachstum und im Zuge dessen einem globalen Abschwung. Entsprechend würde ich erwarten, dass der US-Dollar im Zuge einer Flucht in sichere Häfen zunächst aufwertet, wobei er im Falle aggressiverer Zinserhöhungen wohl noch stärker profitieren würde.

Doch wird sich Powell heute wirklich detaillierter zu der Reaktion der Fed auf einen Handelskrieg äußern? Ich würde nicht darauf setzen. Denn nach seinen bisherigen Auftritten zu urteilen bewertet Powell die Lage der US-Wirtschaft in erster Linie auf Basis von Fakten und harten Daten, wogegen er ungerne Schätzungen abgibt. Damit bliebe dem Markt nichts anderes übrig, als die Fed-Reaktion anhand der weiteren Entwicklung der Konjunktur und Inflation zu prognostizieren. Das würde jedoch bedeuten, dass der Markt noch eine Weile brauchen könnte, um die Effekte des Handelskrieges wirklich einzupreisen. Kurzfristig würde ich daher nicht mit größeren Ausschlägen in den Wechselkursen rechnen.

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CV33R3 Call EUR/USD Hebel: 14,3
CV8XA3 Put EUR/USD Hebel: 15,6

GBP: Das kommt davon, wenn man versucht, es allen Recht zu machen. So bekommt die britische Premierministerin Theresa May zunehmend Gegenwind aus ihrer eigenen Partei zu spüren, nachdem sie von ihren „harten“ Brexit-Plänen abgerückt ist. Änderungen an einem Zollgesetz wurden gestern nur mit einer sehr knappen Mehrheit durch das britische Unterhaus gebracht. Gleichzeitig scheint May nicht wirklich Freunde dazugewonnen zu haben. Denn diejenigen, die gegen den Brexit waren, werden ihre Pläne genauso wenig erfreuen. Schließlich stellt sich die Frage, warum das UK überhaupt aus der EU austreten muss, wenn eine enge Beziehung weiterhin angestrebt wird. Wie man es auch dreht und wendet: May hat weiterhin einen sehr schweren Stand. Das größte Risiko für die GBP-Wechselkurse stellt somit vor allem ein kurzfristiger Regierungswechsel dar, der einen erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit der EU vor Ablauf der Frist Ende März 2019 in Gefahr bringen könnte.

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CV43K3 Call EUR/GBP Hebel: 14,2
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