Rohstoffe

Steigender Risikoappetit am Rohstoffmarkt

Energie: Ölpreis-Rally setzt sich fort

Ungeachtet des negativen fundamentalen Umfelds preschen die Ölpreise vor: Der WTI-Ölpreis, der noch am Montag letzte Woche bei 34 USD je Barrel notierte, ist mittlerweile auf 42,5 USD gestiegen, ein 2-Monatshoch. Der Brentölpreis stieg ebenfalls erstmals seit Anfang September auf fast 45 USD je Barrel. Wir führen die jüngste Rally in erster Linie auf die positivere Anlegerstimmung zurück. Außerdem gibt es hin und wieder Hinweise auf eine verbesserte Nachfragesituation. Laut den gestern Abend veröffentlichten inoffiziellen Lagerdaten des API sind die US-Rohölvorräte in der Woche zum 6. November um 5,15 Mio. Barrel zurückgegangen. Bereits für die Woche davor hatte das API einen massiven Rückgang um 8 Mio. Barrel berichtet, was dann auch von den DOE-Daten bestätigt wurde, während der Konsens mit einem deutlich geringeren Abbau rechnete. Außerdem wiesen die API-Daten einen Rückgang der Benzin- und Destillatvorräte um 3,3 Mio. bzw. 5,6 Mio. Barrel aus. Wegen des heutigen US-Feiertages werden die offiziellen Lagerdaten des US-Energieministeriums erst morgen veröffentlicht. Hier besteht verglichen mit der Markterwartung erhebliches Überraschungspotenzial, wenn sich die Schätzungen des API erneut bestätigen sollten. Auch der Monatsbericht der US-Energiebehörde EIA fiel nicht so negativ aus wie befürchtet. Zwar dürfte die Weltölnachfrage im nächsten Jahr auf “nur” 98,8 Mio. Barrel täglich steigen und damit weiter unter dem 2019er-Niveau bleiben. Doch dürfte die Reaktion der US-Ölindustrie verhalten ausfallen. Die Produktion soll laut EIA im November zwar auf 11,2 Mio. Barrel täglich steigen, danach aber über ein Jahr stagnieren. Das lässt mittelfristig mehr Spielraum für die OPEC und ihre Verbündeten (OPEC+). Kurzfristig hat die OPEC+ aber ein anderes Problem, nämlich Libyen, das im November revidierten Verladeplänen zufolge 27,81 Mio. Tonnen bzw. 927 Tsd. Barrel täglich an Rohöl und Kondensaten zu exportieren plant. Will die OPEC+ ein Überangebot vermeiden, muss sie ihre Produktion weiter kürzen.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD0UQEShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold weiterhin angeschlagen

Gold handelt am Morgen bei 1.880 USD je Feinunze. Der starke Preisrückgang am Montag steckt den Marktteilnehmern weiterhin in den Knochen. Dies erkennt man auch an neuerlichen Abflüssen aus den Gold-ETFs gestern. Der festere US-Dollar und steigende Anleiherenditen sorgen ebenfalls für Gegenwind. Die 10-Jahresrendite in den USA kratzt mittlerweile an der Marke von 1%. Da sich an der ultra-expansiven Ausrichtung der Fiskal- und der Geldpolitik in absehbarer Zeit nichts ändern wird, sollte Gold gefragt bleiben. Denn bis ein Corona-Impfstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht und eine hinreichend große Zahl an Menschen geimpft wurde, dürfte noch viel Zeit vergehen. Derzeit steigen die Neuinfektionszahlen noch an, was nun auch einige US-Bundesstaaten wie Kalifornien zu neuen Restriktionen veranlasst hat. Der Druck auf Regierungen und Zentralbanken, mit weiteren Stimulierungsmaßnahmen die Zeit bis zu flächendeckenden Impfungen zu überbrücken, dürfte daher bestehen bleiben. Wir erwarten daher weiterhin, dass Gold demnächst wieder über 1.900 USD steigt und am Jahresende bei 2.000 USD notiert.

Robuste chinesische Autoabsätze positiv für Palladium

Der Verband der chinesischen Automobilhersteller meldete für Oktober robuste Autoverkaufszahlen. Diese lagen bei 2,11 Mio. Fahrzeugen und damit 9,3% höher als im Vorjahr. In den ersten 10 Monaten zusammen beläuft sich das Minus noch auf 10%, was am Einbruch zu Jahresbeginn liegt. Die voranschreitende Erholung des weltgrößten Automarktes bedeutet Rückenwind für Palladium, das zu Wochenbeginn auf ein 8-Monatshoch von gut 2.500 USD je Feinunze stieg und dem jüngsten Einbruch bei Gold weitgehend trotzte.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: -6
SB42XALongPalladium FutureFaktor: 4
SB3T8BShortPalladium FutureFaktor: -4
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
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Industriemetalle: Aluminiumpreise steigen trotz hoher Überschüsse auf Mehrjahreshochs

Wie wir bereits am Montag erwähnt haben, hat China im Oktober deutlich mehr Güter exportiert als erwartet. Dies trifft aber nur bedingt auf Stahl und Aluminium zu. Gemäß Daten der Zollbehörde sind die Ausfuhren von Stahlprodukten im Oktober gegenüber Vormonat zwar um 5,5% auf 4,04 Mio. Tonnen gestiegen, sie lagen damit aber fast 16% unter dem Vorjahresniveau. Nichtsdestotrotz deutet der Anstieg der Exporte im Monatsvergleich – der zweite in Folge – auf ein Anziehen der Wirtschaftsaktivitäten in Ländern außerhalb Chinas und auf eine wieder bessere Nachfrage nach chinesischem Stahl im Ausland hin. Zugleich produziert China schon seit Monaten Rekordmengen Stahl – unseres Erachtens tendenziell über Bedarf. Die Exporte von Aluminium und Aluminiumprodukten lagen mit 419 Tsd. Tonnen im Oktober leicht unter dem Vormonats- und dem Vorjahresniveau. Marktbeobachter führen dies unter anderem auf Anti-Dumping-Maßnahmen auf chinesische Aluminiumprodukte in verschiedenen Ländern/Regionen zurück. Wie bei Stahl könnte China unseres Erachtens theoretisch auch große Mengen Aluminium exportieren, da die Aluminiumproduktion ebenfalls auf Hochtouren läuft. Das produzierte Aluminium wird jedoch nicht vollständig verbraucht, wie der sich auftürmende Überschuss zeigt. Das unabhängige Research-Institut CRU schätzt diesen in China 2020 auf 900 Tsd. Tonnen (und auf 2,3 Mio. Tonnen außerhalb Chinas). Dennoch steigt der Aluminiumpreis an der SHFE in Shanghai heute auf ein 2½-Jahreshoch von über 15.000 CNY je Tonne (umgerechnet rund 2.300 USD). An der LME in London verteuert sich Aluminium auf 1.930 USD je Tonne. Der Preis steht somit kurz davor, ein neues Jahreshoch zu markieren. Manche Marktteilnehmer führen den Preisanstieg auf den Abbau von Lagerbeständen in China zurück, den sie mit einer robusten Nachfrage in Verbindung bringen. Wir denken eher, dass Aluminium wegen des ausgeprägten Contango in der Terminkurve ein Spielball von Spekulanten ist – wie schon oft in der Vergangenheit.