Währung

Steigende Fallzahlen und Stimulusmüdigkeit belasten Devisenmärkte

Risk-off an den Märkten trotz positiver Wirtschaftsdaten

Der besser als vom Analystenkonsens erwartete ifo Geschäftsklimaindex konnte gestern niemanden hinter dem Ofen hervorlocken. Im Gegenteil: es war “risk-off” angesagt, wovon vor allen Dingen der US-Dollar profitieren konnte. Dass der Markt nicht auf die guten Daten reagierte, mag daran liegen, dass der Anstieg des Index vor allen Dingen auf einen Sprung in den Geschäftserwartungen zurückzuführen war. Die Einschätzung der aktuellen Lage fiel dagegen eher ernüchternd aus. Insofern brachte der Indikator keine neuen Informationen, sondern bestätigte lediglich, wovon die Mehrheit der Marktteilnehmer ohnehin schon ausgeht: Dass sich die Wirtschaft schnell von der Coronakrise erholen wird. Ob sich diese positive Erwartung bewahrheitet, bleibt Dreh- und Angelpunkt für die Märkte.

Im Fokus stehen vor allem zwei Annahmen: Dass erstens das Wirtschaftsleben aufgrund der Lockdown-Lockerungen langsam zur Normalität zurückkehrt und dass zweitens die gewaltigen Stimulusmaßnahmen der Regierungen und Notenbanken eine Erholung beschleunigen werden. Beide Annahmen sind nachzuvollziehen, stehen aber durchaus auf wackligen Füßen. Erstere wird derzeit durch wieder steigende Fallzahlen in Ländern, die den Virus bereits als eingedämmt proklamiert hatten, infrage gestellt. Aber selbst wenn eine zweite Virus-Welle ausbleiben sollte und die Corona-Beschränkungen komplett aufgehoben würden, ist nicht gesagt, inwieweit eine Rückkehr zu den „guten alten Zeiten“ vor der Krise möglich sein wird. Kann man wirklich annehmen, dass Unternehmen und Konsumenten einfach da weitermachen, wo sie vor der Krise aufgehört haben?

Und dann wäre da noch die Frage, wie lange und in welchem Ausmaß Finanz- und Geldpolitik der Wirtschaft noch helfend beiseite stehen werden. Zumindest ein gewisses Maß an „Stimulusmüdigkeit“ scheint sich ja bereits breitzumachen. Notenbanker verweisen dieser Tage gerne darauf, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen noch ihre Wirkung entfalten müssten. Daher ist wohl davon auszugehen, dass sie nicht gleich wieder zu den Geldpumpen hechten würden, sollte die Wirtschaftsdynamik zwischenzeitlich mal wieder etwas nachlassen. Vor allem die Fed, das Zugpferd der weltweiten geldpolitischen Krisenbekämpfung, geht mit ihren zahlreichen Kreditförderprogrammen mittlerweile weitaus gezielter vor und fährt ihre Bilanzausweitung langsam zurück.

All das hat natürlich Implikationen für die Devisenmärkte. Denn ohne eine erneute massive Liquiditätsspritze der großen Notenbanken wie im März und April, dürften Investoren ihr Kapital zukünftig nicht mehr mit der Gießkanne, sondern weitaus selektiver verteilen. Dann kommt es mehr auf die Fundamentaldaten an. Vor allem für einige Emerging Market Währungen, die schon vor der Coronakrise fiskalisch und wirtschaftlich am Straucheln waren, dürfte es dann schwierig werden, weiter Boden gutzumachen. Ein Wackelkandidat bleibt aus unserer Sicht vor allem die türkische Lira. In der aktuellen Lage mögen die Leitzinssenkungen der Notenbank (heute dürfte wohl die nächste folgen) keinen großen Schaden anrichten. Allerdings ist anzuzweifeln, dass der Zins, wenn es aufgrund einer steigenden Inflation notwendig wird, genauso schnell erhöht wird wie er gesenkt wurde

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CU2XLRLongEUR/USDFaktor: 5
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CU2XMDLongEUR/JPYFaktor: 5
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Fitch entzieht Kanada AAA-Rating

Die umfangreichen finanziellen Hilfen der kanadischen Regierung, um die Folgen der Corona-Beschränkungen abzufedern, haben ihren Preis: Fitch hat als erste der drei großen Ratingagentur dem Land das AAA-Rating entzogen und bewertet es “nur” noch mit AA+. Eine große Überraschung ist dieser Schritt eigentlich nicht. Laut dem parlamentarischen Haushaltsbeauftragten dürfte sich das Haushaltsdefizit im Fiskaljahr 2020/2021 auf 12% des BIP belaufen. Im vergangenen Jahr lag es bei rund 1% des BIP. Fitch rechnet damit, dass sich die Verschuldung des Staates von ohnehin schon recht hohen 88% des BIP im letzten Jahr auf 115% des BIP dieses Jahr deutlich verschlechtern wird. Zwar tendierte der CAD zum USD gestern schwächer, dies dürfte aber wohl kaum auf die Ratingentscheidung zurückzuführen, sondern vielmehr der allgemeinen Marktbewegungen geschuldet sein. Möglicherweise werden in den nächsten Monaten die beiden anderen Ratingagenturen folgen. Letztlich dürfte es aber für den Devisenmarkt auf einen Notch mehr oder weniger nicht ankommen. USD-CAD dürfte sich erstmal auf den aktuellen Niveaus halten können.

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CU2XLLLongUSD/CADFaktor: 5
CU54YBShortUSD/CADFaktor: 5
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