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Starker USD bereitet Sorgen

EUR-USD in der Wohlfühlzone?

Sorgen über eine Konjunkturabschwächung dominierten gestern das Marktgeschehen. Chinas strikte Corona-Politik, welche Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft und im Zusammenhang mit den Lieferkettenproblemen auch auf die globale Wirtschaft hat sowie steigende Zinsen hier und da, welche das Wachstum bremsen dürften – in dieser Gemengelage konnte weiterhin vor allem der USD zulegen.

Aber auch der EUR konnte sich gestern vergleichsweise wacker schlagen. Die Erwartungen am Markt und die entsprechenden Kommentare von EZB-Mitgliedern, dass die Zinsen in der Eurozone im Juli steigen könnten, scheinen den Investoren den Appetit für weitere EUR-Verkäufe zu verderben.

Ein gewißes Maß an Skepsis, ob die EZB schlussendlich im Juli den Lift-off wagt, ist aber sicherlich weiterhin berechtigt, insbesondere wenn die Konjunktursorgen zunehmen.

Solange es also bei den Sanktionen und Gegensanktionen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg keine neue Eskalationsstufe gibt und es andererseits noch keine ausreichende Sicherheit darüber gibt, dass die EZB ihren Zins tatsächlich in absehbarer Zeit anhebt, könnte sich EUR-USD auf den aktuellen Niveaus bei rund 1,05-1,06 erstmalwohlfühlen.

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“Umgekehrter Währungskrieg”

“Währungskrieg” war schon in der Wortwahl, aber auch inhaltlich so ein Thema, welches m.E. vor einigen Jahren maßlos aufgebauscht wurde.

Damals hätten Zentralbanken und/oder Regierungen in vielen Ländern gerne gesehen, dass ihre Währungen schwächer notieren. Jetzt, wo der US-Dollar so stark notiert, ist’s andersrum. Und schon gibt’s – ich hätte es ahnen müssen – die umgekehrte Situation. Es wird von “umgekehrtem Währungskrieg” gesprochen.

Wer sich ein wenig in neuerer Wirtschaftsgeschichte auskennt, wird wissen, dass seit Freigabe der Wechselkurse (also seit Ende des Bretton-Woods-Systems in der ersten Hälfte der 1970er Jahre) Regierungen mit Wechselkursschwankungen hadern.

Ältere meiner Landsleute werden sich z.B. noch erinnern, dass der damalige Kanzler Helmut Schmidt (dem aus mir völlig unverständlichen Gründen hierzulande immer noch besondere wirtschaftspolitische Kompetenz zugesprochen wird) schwankende Wechselkurse als Übel empfand, das wohl nur mit den biblischen Plagen vergleichbar ist. Ganz besonders ihm hatte Europa die vielen Versuche zu verdanken, Schwankungen durch Wechselkursarrangements zu vermeiden (“Schlange”, “Schlange im Tunnel”, EWS I etc.). Die natürlich allesamt zum Scheitern verurteilt waren.

Dabei zeigt sich heute, dass die Globalisierung Ende der 1990er / Anfang der 2000er gerade zu einer Zeit stattfand, in der die Wechselkurse so frei schwankten wie niemals zuvor. So schädlich können Wechselkursschwankungen für den Austausch von Waren und Gütern und für den Kapitalverkehr also offensichtlich nicht sein.

Aber klar, die Wirtschaftstheorie hat auch verstanden, dass Wechselkursbewegungen teilweise heftig ausfallen. Heftiger, als die Fundamentaldaten nahelegen. Dass USD-JPY derzeit bei Niveaus über 130 notiert, reflektiert natürlich nicht die derzeitigen Fundamentaldaten. Das ist (in Ökonomen-Sprech) ein “Overshooting”.

Nur ist Overshooting eine rationale, erklärbare, logische und unvermeidbare Reaktion des Devisenmarktes und kein irrationales Verhalten eines teuflischen Marktes, der ausser Rand und Band geraten ist und gezügelt werden muss. Das hat die Politik der westlichen Welt in den 1980ern geglaubt und mit Plaza-Akkord und Louvre-Akkord versucht, den Markt zu manipulieren. Die Folgen waren eher kontraproduktiv.

Wenn wir (1.) freien Kapitalverkehr zwischen den Volkswirtschaften wollen und (2.) jede Zentralbank frei darin sein soll, ihre Inflation so zu steuern, wie sie es mag, müssen wir (3.) freie Wechselkurse zulassen. Auch, wenn die einem manchmal nicht passen und wenn sie so heftig ausfallen, dass sie unerwünschte Nebenwirkungen zeigen. Diese unerwünschten Nebenwirkungen sind nämlich nur unvermeidbare Folgen der Entscheidungen, die in (1.) und (2.) getroffen wurden. Bekämpft man sie, bekämpft man quasi den Boten, der einem die Konsequenzen übermittelt.

Freilich, ich soll in unseren Publikationen weissagen, was kommt. Und nicht verkünden, was ich für richtig halte. Und da muss man natürlich zugestehen, dass Regierungen versucht sein könnten, die negativen Begleiterscheinungen der Abwertung ihrer eigenen Währungen zu vermeiden. Das japanische Finanzministerium (MOF), das dort für die Wechselkurspolitik zuständig ist, hat bereits recht unverhohlene Drohungen vor Interventionen an den Devisenmarkt gesandt.

Jedoch ist “umgekehrter Währungskrieg” (der auf Stärkung der eigenen Währung zielt) qualitativ anders als der “Währungskrieg” in üblicher Richtung (der auf Schwächung der eigenen Währung zielt).

  • Seine eigene Währung zu schwächen ist keine große Kunst. Man muss diejenigen, die sie kaufen wollen, damit zuschütten. Bis zum Erbrechen. Und das ist stets möglich, schließlich kann man sie selbst drucken. Zugegeben, die Schweizerische Nationalbank hat diesen einfachen Zusammenhang im Januar 2015 nicht verstanden. Aber das ist eine andere Geschichte…
  • Auf der anderen Seite ist’s viel schwieriger. Will man den Devisenmarkt mit USD zuschütten, braucht man die. Sprich: Man bräuchte Devisenreserven. Und die sind endlich. Versucht eine Zentralbank oder Regierung, mittels Interventionen ihre Währung zu stärken, ohne dass der Devisenmarkt damit einverstanden ist (und das ist er i.d.R. nicht, wenn der Marktkurs ganz woanders handelt), dann gibt’s einen Fight zwischen Markt und entsprechender Zentralbank. Kurzfristig mögen Zentralbanken den gewinnen. Langfristig kann das aufgrund der Endlichkeit der Devisenreserven nicht gelingen.

Und das heißt: “Währungskrieg” ist unsinnig; “umgekehrter Währungskrieg” ist nicht nur unsinnig, sondern auch zum Scheitern verurteilt. Er kann nur in zwei Fällen gelingen:

  • Wenn die Interventionen koordiniert erfolgen, sprich: wenn die USA mitmachen. Noch haben sie daran kein Interesse, weil momentan die Inflationsbekämpfung vorrangiges Ziel von Zentralbank und Regierung ist. Das kann erst zum Thema werden, wenn die realwirtschaftlichen Folgen restriktiver Geldpolitik in den USA den Appetit auf noch mehr Infaltionsbekämpfung beenden.
  • Oder wenn Overshooting zu einer spekulativen Blase geführt hat, die durch die Intervention zum Platzen gebracht wird. Das mag im Fall des Yen der Fall sein. Jedoch spricht dagegen, dass die Warnung des MOF bislang keine Wirkung zeigt. Eine MOF-Intervention wäre also für Japans Politik ein gewagtes Spiel. Andererseits: Sie kann gelingen. Und die Drohung an sich macht nur Sinn, wenn das MOF auch zum Handeln bereit ist.
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Moderate Inflation in der Schweiz spricht für Status quo in der Geldpolitik

Der Schweizer Franken hat zum EUR in den letzten Tagen nachgegeben. Und das, obwohl die Stimmung an den Finanzmärkten nicht gerade rosig ist. Möglicherweise spielt aktuell die Tatsache, dass die Schweizerische Nationalbank (SNB) überhaupt keine Andeutungen darüber macht, dass auch in der Schweiz die geldpolitische Wende anstehen könnte, eine gewichtige Rolle.

Vergangene Woche wurden die Inflationszahlen für April veröffentlicht. Trotz leichtem Anstiegs im Vergleich zu März: Mit 2,5% bleibt die Verbraucherpreisinflation in der Schweiz im internationalen Vergleich sehr moderat. Die SNB selbst geht davon aus, dass die Inflationsrate in den nächsten Monaten wieder in den Zielkorridor von 0-2% zurückkehren wird. Die jüngsten Datenveröffentlichungen sprechen zumindest nicht dagegen, auch wenn aufgrund der anhaltenden Versorgungsengpässe Aufwärtsrisiken für die Inflation nicht von der Hand zu weisen sind.

Aktuell besteht damit für die SNB wenig Grund von ihrer Haltung, dass die aktuelle Geldpolitik angemessen ist, abzurücken. Aus den Reihen der EZB mehren sich dagegen die Stimmen, die sich für eine erste Zinserhöhung bereits im Juli aussprechen.

Solange die Nachrichtenlage im Zusammengang mit dem Krieg in der Ukraine nicht wieder deutlich eintrübt oder andere Faktoren wie Rezessionssorgen die Märkte stark verunsichern, dürfte der Schweizer Franken als sicherer Hafen weniger stark gefragt sein und sich die heimische, sehr expansive, Geldpolitik weiter als Belastungsfaktor für den Franken erweisen. Sendet die EZB nicht plötzlich wieder taubenhafte Signale, wovon wir aktuell nicht ausgehen, könnte EUR-CHF noch ein bisschen weiter zulegen.

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CAD: Gemischte Arbeitsmarktdaten, kein Hindernis für forcierte Zinserhöhungen

Der am letzten Freitag veröffentlichte Arbeitsmarktbericht für April (Labour Force Survey, April 2022) fiel gemischt aus. Während die Arbeitslosenquote wie vom Bloomberg-Konsens erwartet weiter auf 5,2% fiel und damit so tief wie zuletzt vor mehr als 40 Jahren, stieg die Zahl der Beschäftigten mit 15,3 Tsd weniger als halb so deutlich wie erwartet (40 Tsd.), wobei die Zahl der Vollzeitbeschäftigten zurückging, die der Teilzeitbeschäftigten stieg. Auch die Lohnentwicklung blieb hinter den Erwartungen zurück.

Die Zahlen mögen auf den ersten Blick manche enttäuscht haben. Aber zum einen kann die Beschäftigung nur steigen, wenn die Unternehmen auch das geeignete Personal finden. Dass es hier gewaltig klemmt, hatte die jüngste vierteljährliche Unternehmensumfrage der BoC gezeigt. Zudem können eine sechste Covid-Welle, die ihren Hochpunkt im April hatte, wie auch ein Schneeeinbruch in Teilen des Landes die gemischten Arbeitsmarktdaten zumindest teilweise erklären. Jedenfalls reflektiert neben der Arbeitslosenrate auch die rekordniedrige Quote derjenigen, die lieber vollzeit- als teilzeitbeschäftigt wären, eine angespannteArbeitsmarktlage.

Alles in allem nahm der Markt die Daten gelassen zur Kenntnis. USD-CAD wird aber zu Wochenbeginn angesichts globaler Faktoren auf Niveaus knapp unter 1,30 gehandelt.

Mit Blick auf die anstehenden Zinsentscheidungen der Bank of Canada (BoC) bleibt der Markt offenbar überzeugt, dass die BoC zumindest im Juni und Juli an forcierten Zinserhöhungen festhält. Gemäß den OIS-basierten Zinserwartungen sind auf Sicht von drei Monaten insgesamt 100 Basispunkte nahezu vollständig eingepreist.

Dass die BoC ihren Leitzins aber im Juni sogar um 75 Basispunkte anheben könnte, worauf offenbar manche setzen, scheint uns übertrieben. Von dieser Seite kann der Loonie also wohl vorerst nicht punkten, denn eine Abwärtskorrektur der Zinserhöhungserwartungen würde ihn für sich genommen wohl belasten.

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Gold glänzt als sicherer Hafen und Inflationsschutz

Gold verzeichnete einen ausgesprochen guten Start in das Jahr 2022. Der Preis stieg im ersten Quartal um 6 Prozent, was dem stärksten Zuwachs seit dem zweiten Quartal 2020 und dem besten Jahresauftakt seit fünf Jahren entspricht.

Wie die weiteren Aussichten für das gelbe Edelmetall sind, lesen Sie in der Analyse.