Rohstoffe

Starker Renditeanstieg drückt Gold auf 8-Monatstief

Energie: Ölpreise hängen stärker am Aktienmarkt

Die Ölpreise dürften im Februar den vierten Monat in Folge im Plus schließen. Seit November sind sie um mittlerweile 75% gestiegen. Man kann zwar den Preisanstieg mit besseren Fundamentaldaten erklären, wie z.B. einer anhaltend hohen Förderdisziplin der OPEC+ und der berechtigten Hoffnung auf eine kräftige Erholung der Nachfrage. Doch sollte man auch die Anlegernachfrage nicht außer Acht lassen. So haben sich die Netto-Long-Postionen der Großanleger bei Brent an der ICE seit November mehr als verdreifacht. Angesichts des hohen Anlegeroptimismus scheinen viele positive Erwartungen bereits in den Preisen berücksichtigt. Eine Verschlechterung der Stimmung der Finanzanleger könnte daher am Ölmarkt eine Korrektur auslösen. So wie gestern geschehen, als der Brentölpreis im Zuge der fallenden Aktienmärkte auf mittlerweile rund 66 USD je Barrel gesunken ist. Zuvor hatte er am Morgen noch ein neues 13-Monatshoch markiert. Der weitere Preisverlauf am Ölmarkt wird allerdings neben den Entwicklungen auf der Nachfrageseite im Wesentlichen von den Entscheidungen und der Umsetzung der Strategie der OPEC und ihrer Alliierten (OPEC+) zur freiwilligen Produktionskürzung abhängen. Bis jetzt funktionieren die Kooperation und die Umsetzung tadellos. Laut OPEC-Delegierten hatte die Gruppe im Januar die versprochenen Kürzungen zu 103% umgesetzt, noch disziplinierter als im Dezember, als die Erfüllungsquote bei 99% lag. Die OPEC selbst hat ihre Kürzungszusagen sogar mit 108% übererfüllt, was unfreiwilligen Produktionsausfällen in Nigeria zu verdanken war. Aus unserer Sicht dürfte sich die OPEC+ angesichts der hohen Preise zu einer Erhöhung um 500 Tsd. Barrel täglich und zugleich der Rücknahme der zusätzlichen Produktionskürzung Saudi-Arabiens um 1 Mio. Barrel täglich entscheiden. Vieles wird dabei auch von der Haltung Russlands abhängen, das seine Produktion weiter erhöhen möchte. In den neun Monaten des Abkommens zwischen Mai und Januar hat Russland seine Produktionsquote bereits schätzungsweise um mehr als 800 Tsd. Barrel täglich überschritten.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SD2TALShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SD2TAMShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Bitte beachten Sie, dass bestimmte Produkte nur für kurzfristige Anlagezeiträume geeignet sind. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Starker Renditeanstieg drückt Gold auf 8-Monatstief

Gold rutschte in der Nacht unter 1.760 USD je Feinunze und war damit so preiswert wie zuletzt Anfang Juli letzten Jahres. Gold in Euro fällt am Morgen unter 1.450 EUR je Feinunze, den niedrigsten Stand seit Anfang April 2020. Massiven Gegenwind erfährt Gold weiterhin vom Rentenmarkt. Die Rendite 10-jähriger US-Staatsanleihen stieg gestern in der Spitze auf 1,6%. Zu Wochenbeginn lag sie noch bei 1,3%. Ein Renditeanstieg um rund 30 Basispunkte innerhalb weniger Tage ist eine schwere Hypothek für Gold, das selbst keine Zinsen abwirft. Damit steigt auch der für Gold wichtige Realzins, auch wenn hinter dem Renditeanstieg steigende Inflationssorgen stehen. Heute werden in den USA die Preisindizes für die Konsumausgaben veröffentlicht, die von der Fed als bevorzugtes Inflationsmaß angesehen werden. Erwartet wird ein Anstieg der Preise im Januar um 1,4% gegenüber dem Vorjahr, d.h. der US-Realzins wäre auf Basis dieser Zahlen wieder positiv. Bemerkenswert ist zudem, dass die Anleiherenditen weiter stark steigen, obwohl Fed-Chef Powell in dieser Woche deutlich gemacht hat, dass die Fed an ihrer ultra-lockeren Geldpolitik noch lange festhalten wird. Offensichtlich glaubt der Markt der Fed nicht oder aber er befürchtet, dass die Fed einen Politikfehler begeht, die heraufziehende Inflation also unterschätzt. Sollte dies der Fall sein, würde Gold im Anschluss umso stärker steigen. Kurzfristig sieht die Lage für Gold allerdings trostlos aus, was auch die ETF-Anleger so sehen und deswegen weiter Mittel abziehen. Gestern kamen laut Bloomberg erneut acht Tonnen an Abflüssen hinzu, womit innerhalb von drei Wochen knapp 80 Tonnen Gold aus den ETFs abgeflossen sind. Während Gold vor dem zweiten Monatsverlust in Folge steht, sieht es für die anderen Edelmetalle besser aus. Silber notiert in etwa auf dem Niveau zu Monatsbeginn, Platin und Palladium liegen deutlich im Plus. Darin zeigt sich, dass bei den Edelmetallen ein Favoritenwechsel stattgefunden hat.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6GLongGold FutureFaktor: 5
SB3UAAShortGold FutureFaktor: -5
SB3T6ELongSilver FutureFaktor: 5
SD3ALZShortSilver FutureFaktor: -5
SB3T56LongPlatinum FutureFaktor: 5
SB42W6ShortPlatinum FutureFaktor: -5
SB42XBLongPalladium FutureFaktor: 5
SB3T99ShortPalladium FutureFaktor: -5
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Industriemetalle: Ungerechtfertigter Sprung der Aluminiumpreise

Der Aluminiumpreis wurde gestern nicht nur durch die allgemein euphorische Stimmung und den hohen Risikoappetit der Marktteilnehmer nach oben gezogen, sondern auch durch eine Meldung aus China. Demnach hat die Provinz „Innere Mongolei“ laut Angaben der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission als einzige von 30 chinesischen Provinzen und Städten 2019 ihre Energieverbrauchsziele überschritten. Dies hat zu Sorgen geführt, dass dort die Aluminiumproduktion eingeschränkt werden könnte und in den nächsten beiden Jahren mehr als 1 Mio. Tonnen geplanter jährlicher Produktionskapazitäten nicht realisiert werden könnten. Die Aluminiumpreise schossen auf diese Meldung hin in die Höhe: An der SHFE erreichte der meistgehandelte Futures-Kontrakt am Donnerstag zeitweise seinen maximal möglichen Tagesgewinn von 6% (limit-up). Er ist auf ein 10½-Jahreshoch von umgerechnet 2.730 USD je Tonne gestiegen. Dies hat den LME-Preis wiederum angetrieben: Er kletterte auf ein 2½-Jahreshoch von 2.240 USD je Tonne. Die Korrektur heute Morgen fällt nur moderat aus. Wir halten die Preisreaktion auf diese Nachricht für völlig übertrieben. Das staatliche chinesische Research-Institut Antaike geht davon aus, dass China in diesem Jahr die von der Regierung vorgegebene Kapazitätsobergrenze von 45 Mio. Tonnen p.a. erreichen wird. Die Produktion soll um 5,4% auf 39,3 Mio. Tonnen steigen und damit das erwartete Nachfragewachstum übertreffen, so dass der chinesische Aluminiummarkt überversorgt bleibt. Mit anderen Worten, die Kapazitäten in der Inneren Mongolei werden gar nicht benötigt. Und wenn sie dort nicht gebaut werden, werden sie unseres Erachtens in einer anderen Provinz entstehen. Die Reaktion der Marktteilnehmer zeigt die selektive Wahrnehmung, die derzeit an vielen Märkten vorherrscht. Unserer Meinung nach sind viele Metallmärkte derzeit nicht mehr rational.

Rohstoff-Ausblick 2021: Das sind die Aussichten für Gold, Öl und Co.

Trotz der Corona-Krise konnten die meisten Rohstoffpreise 2020 deutlich zulegen. Wie wird es im neuen Jahr weitergehen? Erfahren Sie hier, welche Rohstoffe neue Rekordhochs erreichen könnten und wer es 2021 schwer haben wird. Jetzt lesen!