Rohstoffe

Starke Preisschwankungen bei den Rohstoffen

Energie: Am Ölmarkt nehmen die Risiken zu

Zwar handeln die Ölpreise heute wieder in ihren jeweiligen Seitwärtsbändern der letzten Wochen – WTI um 40 USD, Brent um 43 USD je Barrel. Doch sind sie im gestrigen Handelsverlauf zwischenzeitlich um fast 6% gefallen, bevor sie sich genauso schnell wieder erholten. Erneut wurde der Ölmarkt vor allem durch die Bewegungen am Aktien- und Devisenmarkt “vorgeführt”, wobei die Aktien mit großen Schwankungen auf die schwachen US-Wirtschaftsdaten reagiert haben und der US-Dollar massiv abgewertet hat. Die rasche Preisbewegung zeigt auf der einen Seite, dass die Ölpreise angesichts vieler Risiken für eine Preiskorrektur anfällig sind. Auf der anderen Seite zeigt die schnelle Preiserholung danach, dass sich der Markt auf dem aktuellen Niveau im Gleichgewicht befindet, wobei sich Risiken und Chancen die Waage halten. Doch mahnen insbesondere zwei Umstände aktuell zur Vorsicht: Zum einen liegen diese Gleichgewichtspreise nicht wie im Vorjahr bei 60-65 USD je Barrel, sondern 30% tiefer. Zum anderen nehmen die Nachfragesorgen zu. Die niedrigen Preise machen das Leben der OPEC-Länder, die ihre Produktion zusätzlich drosseln müssen, schwer. Denn sie benötigen im Hinblick auf die konjunkturellen Belastungen und staatlichen Subventionen wegen der Corona-Krise höhere Öleinnahmen als in der Vergangenheit. Dies dürfte die Förderdisziplin der OPEC+ gefährden. Wir haben gestern auf mögliche Verfehlungen seitens Angolas hingewiesen. Auch der Irak, der sich fest verpflichtet hat, wegen der vorherigen Überproduktion seine Produktion zusätzlich zu drosseln, hat seine Exporte sogar erhöht. Mit insgesamt über 3,15 Mio. Barrel hat das Land im Juli über 80 Tsd. Barrel täglich mehr Rohöl exportiert als noch im Juni. Gleichzeitig scheint sich die Nachfrageerholung zu verlangsamen. Nicht nur die hohen Neuinfektionszahlen in Südamerika, Asien oder den USA sind besorgniserregend. Auch in Europa gerät die Erholung im Flugverkehr trotz zahlreicher Lockerungen ins Stocken. Ein erneuter Angebotsüberschuss am Ölmarkt dürfte die Preise stärker belasten.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6XLongOil Brent FutureFaktor: 6
SB3T6RShortOil Brent FutureFaktor: -6
SB3T6VLongOil WTI Light FutureFaktor: 6
SB3T6NShortOil WTI Light FutureFaktor: -6
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Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Gold mit neuem Rekordhoch, Silber vor größtem Monatsgewinn seit über 40 Jahren

An den Edelmetallmärkten gab es gestern große Preisschwankungen. Der festere US-Dollar führte zunächst dazu, dass Gold, Silber & Co. unter Druck standen. Nach der Veröffentlichung der BIP-Daten in den USA (siehe Industriemetalle unten) hatte sich die Abwärtsbewegung sogar noch beschleunigt. Gold fiel zeitweise auf 1.940 USD je Feinunze, Silber sackte unter 23 USD je Feinunze ab. Am späten Nachmittag drehte dann der US-Dollar und wertete spürbar ab: Der handelsgewichtete Dollar-Index fiel auf den tiefsten Stand seit Mai 2018. Die Abwertung des Dollar unterstützte wiederum die Edelmetallpreise, so dass diese einen Teil ihrer Verluste aufholten. Am Ende stand für Gold ein Minus von 0,7% und für Silber eines von 3,3% zu Buche. Heute Morgen steigt Gold auf ein neues Rekordhoch von 1.983 USD. Mit einem Zuwachs von fast 11% steht es vor dem größten Monatsgewinn seit mehr als vier Jahren. Noch eindrucksvoller ist die Performance von Silber: Mit +33% steht es vor dem größten Monatsgewinn seit über 40 Jahren.

Gold mit höchst unterschiedlichen Nachfragetrends im 1. Halbjahr

Wie wir bereits gestern geschrieben haben, war die Goldnachfrage im zweiten Quartal zweigeteilt: Einer rekordhohen Investmentnachfrage standen laut Quartalsbericht des World Gold Council eine extrem schwache Schmucknachfrage und eine nur verhaltene Nachfrage der Zentralbanken gegenüber. Gleiches lässt sich auch für das erste Halbjahr sagen. Die Investmentnachfrage stieg dank einer überaus robusten Nachfrage nach Gold-ETFs auf 1.131 Tonnen. Die schwächere Nachfrage nach Münzen und Barren fiel dagegen kaum ins Gewicht. Auch diese war zweigeteilt, stark im Westen und schwach in Asien. Die Schmucknachfrage fiel dagegen um knapp 50% auf 572 Tonnen und war damit nur etwa halb so groß wie die Investmentnachfrage. Normalerweise ist das Verhältnis zwischen diesen beiden Nachfragekomponenten umgekehrt. Die Schmucknachfrage im ersten Halbjahr war zudem nur in etwa so groß wie ansonsten in einem Quartal. Auch hier war in erster Linie Asien für die Schwäche verantwortlich. Die Schmucknachfrage in Indien lag 60% unter dem Vorjahresniveau, in China mehr als 50%. Die Schwäche war aber nicht nur auf diese beiden Länder beschränkt. Es gab weltweit keine einzige Region, wo die Schmucknachfrage im ersten Halbjahr nicht mindestens 18% rückläufig war. Die Zentralbankkäufe beliefen sich auf 233 Tonnen, was einem Rückgang um knapp 40% gegenüber dem allerdings sehr hohen Niveau im Vorjahr entspricht. Die Monatsdaten hatten dies bereits angedeutet. Die beiden wichtigsten Käufer unter den Zentralbanken der letzten Jahre, China und Russland, kaufen bereits seit letzten Herbst bzw. seit diesem Frühjahr kein Gold mehr. Das rekordhohe Niveau bei den Zentralbankkäufen von rund 650 Tonnen in den beiden Vorjahren dürfte daher dieses Jahr bei weitem nicht erreicht werden. Die gesamte Goldnachfrage lag im ersten Halbjahr bei 2.076 Tonnen und war damit 6% niedriger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T61LongGold Future Faktor: 6
SB3T6TShortGold Future Faktor: 6
SB3T60LongSilver FutureFaktor: 6
SB3T6JShortSilver FutureFaktor: 6
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Industriemetalle: Schwache US-BIP-Daten belasten Metallpreise kaum

Die US-Wirtschaft verzeichnete im zweiten Quartal wegen des Coronavirus einen historischen Einbruch: Sie ist annualisiert um 32,9% geschrumpft. Wendet man die europäische Rechnungsmethode an, entspricht dies einem Minus von 9,5% gegenüber dem Vorquartal. Damit waren die Zahlen nicht ganz so katastrophal wie befürchtet. Zudem verdecken die Daten, dass in den USA schon im Mai eine Erholung eingesetzt hat. Diese verliert allerdings offenbar wegen der neuerlichen Welle mit Covid-19-Infektionen an Schwung. Die Metallpreise haben auf die BIP-Daten kaum reagiert. Sie sind bereits im Vorfeld der Veröffentlichung leicht gefallen, was mit den schwachen Aktienmärkten und dem phasenweise festeren US-Dollar zusammenhing. Später haben sie einen Teil ihrer Verluste im Einklang mit einem wieder schwächeren US-Dollar aufgeholt. Kupfer fiel gestern zwischenzeitlich unter 6.400 USD je Tonne, handelt heute Morgen aber bereits wieder 100 USD höher. Zum heutigen Preisanstieg trägt der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in China bei, der im Juli entgegen den Erwartungen auf 51,1 gestiegen ist. Er liegt seit nunmehr fünf Monaten im expansiven Bereich. Dies deutet zugleich auf eine weitere Erholung der chinesischen Wirtschaft hin. Daher könnte China auch wieder mehr Metalle nachfragen. Wir halten die Preisrally der Industriemetalle seit ihrem Einbruch im März dennoch für zu heiß gelaufen (+29% gemessen am LME-Industriemetallindex). Entsprechend erwarten wir kurzfristig eine Korrektur.

Produktidee: Faktor-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB3T6YLongCopper FutureFaktor: 6
SB3T6LShortCopper FutureFaktor: -6
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