Rohstoffe

Starke Preisbewegungen bei Gold und Silber

Energie: Ölpreise fallen in ihre Seitwärtstrends zurück

Die Preise von WTI und Brent sind nach ihrem Anstieg in der letzten Woche schnell wieder in ihre jeweiligen engen Handelskorridore zurückgekehrt. Es bleiben noch viele Risiken für die Ölpreise sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. Man sollte nicht vergessen, dass die Preisstabilität vor allem massiven freiwilligen Produktionskürzungen seitens der OPEC und ihrer Alliierten zu verdanken war, die zum Angebotsdefizit in den letzten zwei Monaten geführt haben. Mit der Angebotserhöhung ab August und einer schwächeren Nachfrageerholung wegen (neuerlicher) Corona-bedingter Einschränkungen rechnet die Energieberatungsgesellschaft Rystad Energy jetzt damit, dass der Ölmarkt bis November erneut in einen Überschuss läuft. Ein Hinweis auf eine mögliche Überversorgung sind die wieder ausgeprägte Contango-Struktur am vorderen Ende der Brent-Terminkurve und fallende Prämien, wie z.B. bei der russischen Ölsorte Urals. Diese weist erstmals seit April einen Abschlag ggü. Brent auf. Anfang Juli handelte sie noch mit dem höchsten Aufschlag seit 25 Jahren von 2,5 USD je Barrel. Die seewärtigen Exporte von Urals sollen nach Einschätzung von Argus schon im August um über 40% auf 1,1 Mio. Barrel täglich steigen. Auch Angola will schon im September seine Exporte auf 1,31 Mio. Barrel täglich ausweiten, den höchsten Stand seit März. Dies ist umso negativer für den Ölmarkt, weil Angola zu den OPEC-Ländern gehört, die ihre Produktion zuvor unzureichend gekürzt und sich deswegen verpflichtet hatten, die Produktion im August und September stärker zu kürzen. Der Dissens innerhalb der OPEC würde ihre mit großer Mühe wiederhergestellte Glaubwürdigkeit erneut aufs Spiel setzen. Aber auch die Lagerentwicklung muss man im Blick behalten. Zwar hat das API gestern einen starken Abbau der US-Rohölvorräte um 6,83 Mio. Barrel in der letzten Woche berichtet, während der Bloomberg-Konsens beim heutigen DOE-Lagerbericht mit einem nur kleinen Abbau rechnet. Doch hat das API zugleich einen Aufbau der Benzinbestände um über 1 Mio. Barrel berichtet, während der Konsens einen Abbau um 1,2 Mio. Barrel erwartet.

Produktidee: BEST Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SB9B6TCallOil Brent FutureHebel: 7,8
CL98R3PutOil Brent FutureHebel: 7,8
SB9B6GCallOil WTI Light FutureHebel: 7,7
CL471YPutOil WTI Light FutureHebel: 7,6
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Rücksetzer bei Gold und Silber nur von kurzer Dauer

Gold und Silber erholten sich schnell vom gestrigen Rückschlag, konnten diesen aber noch nicht vollständig wettmachen. Am Morgen handelt Gold ca. 20 USD unter dem gestern erzielten Rekordhoch bei rund 1.960 USD je Feinunze. Silber handelt wieder oberhalb von 24 USD je Feinunze, ist damit aber noch rund 2 USD vom gestern verzeichneten 7-Jahreshoch entfernt. Die schnelle Erholung macht deutlich, dass der Markt weiter nach oben will und ein erneuter Anlauf auf das Rekordhoch wahrscheinlich ist. Der Preisrückgang gestern löste zudem beträchtliches Kaufinteresse aus. Die von Bloomberg erfassten Gold-ETFs verzeichneten Zuflüsse von 17,5 Tonnen. Diese waren auch nicht nur auf den SPDR Gold Trust beschränkt, auf den etwa die Hälfte der Zuflüsse entfiel. Die gestern gemeldeten Zuflüsse waren zudem die stärksten an einem Tag seit mehr als fünf Wochen. Seit Monatsbeginn belaufen sich die Zuflüsse in die Gold-ETFs inzwischen auf 148 Tonnen. Im Juli hat es bislang auch keinen einzigen Tag mit Abflüssen gegeben. Angesichts der zügellosen Liquiditätszufuhr der Zentralbanken, Zinsen nahe oder unter der Nulllinie, nahezu überall vorherrschenden negativen Realzinsen und einer beispiellosen Ausweitung der Verschuldung überrascht dies nicht. Die Sorgen nehmen zu, dass dies früher oder später zu einer Geldentwertung führen wird, auch wenn dies die offiziellen Inflationsraten noch nicht zeigen. Heute Abend gibt die US-Notenbank Fed ihre Entscheidung zur weiteren geldpolitischen Ausrichtung bekannt. Grundlegend neue Beschlüsse sind dabei nicht zu erwarten. Der Fed-Vorsitzende Powell dürfte auf der anschließenden virtuellen Pressekonferenz jedoch einen taubenhaften Ausblick geben. Dabei könnte er sich auch zu Plänen äußern, die langfristigen Zinsen über eine Anpassung der Forward Guidance bis hin zu einer Kontrolle der Zinskurve auf niedrigem Niveau zu verankern. Dies würde die negativen Realzinsen zementieren. Neue Rekordhochs bei Gold und ein Anstieg über 2.000 USD je Feinunze wären dann nur eine Frage der Zeit.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
CU0E6SLongSilver FutureFaktor: 4
CJ7RLWShortSilver FutureFaktor: -4
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Industriemetalle: Hoher Überschuss am Aluminiummarkt trotz Nachfrageerholung

Nachdem der Aluminiumpreis letzte Woche die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie überwunden hatte, legt er weiter zu. Heute Morgen steigt er auf 1.730 USD je Tonne, der höchste Stand seit Anfang März. Gemäß Daten eines der größten Aluminiumproduzenten wies der globale Aluminiummarkt im ersten Halbjahr 2020 einen Angebotsüberschuss von 1,8 Mio. Tonnen auf. Demnach wurde die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 1,8% ausgeweitet, wofür hauptsächlich China verantwortlich war. Die Nachfrage ist dagegen um 6,6% gefallen. China verhinderte dabei einen noch stärkeren Rückgang (dort war die Nachfrage demnach stabil). Diesen beziffert der Produzent außerhalb Chinas auf -15,4%. Das Schlimmste sei aber jetzt überwunden und es gebe Anzeichen einer Nachfrageerholung in Europa und den USA. Bis die Nachfrage ihr Vorkrisenniveau wieder erreicht, wird es wohl aber noch eine ganze Zeit lang dauern. Trotz der Nachfrageerholung soll sich der bislang schon aufgelaufene Überschuss in diesem Jahr noch ausweiten, und zwar auf 2,5 Mio. Tonnen. Andere Marktteilnehmer gehen bislang zum Teil noch von deutlich höheren Überschüssen aus. China hat zuletzt eine seltene Arbitrage-Möglichkeit genutzt und im Juni eine große Menge Aluminium importiert. Gemäß Daten der Zollbehörde wurden fast 290 Tsd. Tonnen Aluminium eingeführt, der höchste Monatswert seit elf Jahren. Im zweiten Quartal war der Aluminiumpreis an der SHFE in Shanghai um 19,4% gestiegen (umgerechnet in USD), während sein Pendant an der LME in London nur um 6,1% zulegte. Dies hat für chinesische Händler Aluminiumkäufe im Ausland attraktiv gemacht. In China hatte sich die Aluminiumnachfrage im zweiten Quartal vom Corona-Schock bereits erholt, außerhalb Chinas lag sie dagegen noch am Boden

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.