Rohstoffe

Starke Goldnachfrage im Westen, schwache Nachfrage im Osten

Energie: Ölangebotsseite im Blick
Die Erwartung einer schnellen Normalisierung der Nachfrage und der allgemeine Anstieg des Risikoappetits ließen die Ölpreise gestern weiter steigen. Der WTI-Ölpreis ist auf 34,8 USD je Barrel gestiegen, den höchsten Stand seit Mitte März. Da jedoch belastbare Nachfragezahlen erst mit Verspätung bekannt gegeben werden, sorgen vor allem Schlagzeilen zur Angebotsseite für kurzfristige Preisschwankungen. Dabei dürfte sich demnächst der Blick des Marktes in Richtung des “OPEC+”-Treffens am 9. und 10. Juni richten. Noch klaffen die Positionen der beiden führenden Teilnehmer auseinander. Saudi-Arabien möchte die für Mai und Juni geltenden Kürzungen vorerst beibehalten. Russland würde dagegen am liebsten die Produktion wie bislang vorgesehen ab Juli allmählich steigern. Es gibt aber auch den Vorschlag, die derzeitigen Kürzungen um drei Monate bis September zu verlängern. Wir rechnen im Gegensatz zum Treffen im März mit einem Kompromiss. Zu präsent noch sind die Konsequenzen des jüngsten Preiskriegs für alle Beteiligten. In den USA scheint die Produktion auch ohne eine offizielle Anordnung massiv zu fallen. Der Analysedienst AlphaBBL schätzt, dass die Lagerbestände in Cushing, dem Lager- und Auslieferungspunkt für WTI, in der letzten Woche erneut um über 4 Mio. Barrel gefallen sind. Die niedrigen Ölpreise werden nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur IEA zu einem beispiellosen Rückgang der weltweiten Energieinvestitionen führen. Während noch zu Jahresbeginn die IEA mit deren Anstieg um rund 2% gerechnet hat, erwartet sie in ihrem heute veröffentlichten jährlichen World Energy Investment Report einen Rückgang der globalen Investitionen um 20% bzw. fast 400 Mrd. USD im Vergleich zum Vorjahr.

Energie: EU-Erdgaspreis am Boden
Während sich der Ölmarkt dynamisch erholt, liegt der weltweite Gasmarkt am Boden. Insbesondere in Europa markierten die Gaspreise zuletzt Rekordtiefs. So ist der Frontmonat (TTF) am Freitag zwischenzeitlich unter 3,4 EUR je MWh gefallen, der Day-Ahead sogar unter 2 EUR je MWh. Letzten Herbst handelte der Frontmonat noch bei fast 17 EUR je MWh. Die hohe Verfügbarkeit von Erdgas und dabei insbesondere von LNG, eine verhaltene Nachfrage wegen der Corona-Krise und warme Temperaturen sowie die sehr hohen Lagerbestände verstärkten zuletzt den Abwärtstrend. Die EU-Erdgaslager sind bereits zu über 71% gefüllt, die in Österreich und Deutschland dabei bereits jeweils zu über 83%. Bis auf das Vorjahr lag der Füllstand der Bestände zu diesem Zeitpunkt bei 30-40%. In diesem Jahr drohen sie bereits im Sommer komplett gefüllt zu werden. Auch deshalb sind die Lieferungen für russisches Erdgas über die Jamal-Pipeline gestern komplett zum Erliegen gekommen. Man sollte den Stopp nicht als politisch motiviert überinterpretieren, nachdem das aus den 1990er Jahren stammende Transit-Abkommen zwischen Russland und Polen vor 10 Tagen beendet wurde und Polen die Pipeline-Kapazitäten nun regelmäßig verauktionieren wird. Bei einer geringeren Nachfrage und den extrem niedrigen Spot-Preisen würde sich der Transport kaum rentieren, weil die Transportkosten fast so hoch wären wie der Abnahmepreis selbst. Die Pipeline-Kapazitäten für das 3. Quartal scheinen dagegen fast vollständig ausgebucht zu sein.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Unlimited Turbo-Optionsscheine
WKNTypBasiswertMerkmale
SR8CX1CallOil Brent FutureHebel: 5,5
SR9QNXPutOil Brent FutureHebel: 4,7
CL956BCallOil WTI Light FutureHebel: 4,2
CL725WPutOil WTI Light FutureHebel: 5,1
SR8CWTCallNatural Gas FutureHebel: 7,5
SR9UGXPutNatural Gas FutureHebel: 7,5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Starke Goldnachfrage im Westen, schwache Nachfrage im Osten
Der Goldpreis rutschte seit gestern Nachmittag um rund 20 USD ab und hält sich am Morgen nur noch knapp über 1.700 USD je Feinunze. Ein Rückgang unter diese Marke würde für eine fortgesetzte Korrektur sprechen. Gestern war es die positive Stimmung an den Aktienmärkten, die auf Gold lastete. So überwand der S&P 500 erstmals seit Anfang März wieder die Marke von 3.000 Punkten. Dadurch verliert Gold als sicherer Hafen an Attraktivität, was sich in einer geringeren Investmentnachfrage widerspiegeln könnte. Dies wäre fatal, da die übrige Nachfrage derzeit sehr schwach ist. Die Daten der Schweizer Zollbehörde untermauerten gestern dieses Bild. Demnach hat die Schweiz im April 131,8 Tonnen Gold exportiert. Das war die höchste Menge seit August letzten Jahres. Der Großteil der Lieferungen ging in die USA, die mit 111,7 Tonnen einen neuen Rekordwert erreichten. Die Exporte nach Asien brachen dagegen nahezu vollständig weg. Nach China gingen den zweiten Monat in Folge gar keine Lieferungen, nach Hongkong gerade mal 1 Kilogramm, nach Indien 500 Kilogramm. Damit bestätigt sich, was schon die Goldimporte Indiens und der bilaterale Goldhandel zwischen China und Hongkong gezeigt hatten: In den beiden traditionell wichtigsten Ländern China und Indien ist die Goldnachfrage zum Erliegen gekommen. Gleichzeitig zeigen die Daten der Schweizer Zollbehörde auch, dass die Goldnachfrage derzeit vor allem durch die Investoren im Westen bestimmt wird. Die rekordhohen Ausfuhren in die USA dürften wesentlich auf die starke Nachfrage nach Gold-ETFs zurückzuführen sein. Laut World Gold Council profitierten davon im April vor allem die in den USA gelisteten Gold-ETFs. Ein anderer Faktor dürften die Goldlieferungen in die Lagerhäuser der Comex gewesen sein, nachdem die Schweizer Goldraffinerien Anfang April ihre Produktion nach zweiwöchiger Unterbrechung wieder aufnehmen durften. Allein im April haben sich die Comex-Bestände auf gut 20 Mio. Unzen mehr als verdoppelt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CU0E6VLongGold FutureFaktor: 5
CU3THAShortGold FutureFaktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: Kupfermarkt schon zu Jahresbeginn überversorgt
Wie schon fast alle anderen Metallmärkte war auch der globale Kupfermarkt bereits zu Jahresbeginn überversorgt. Die International Copper Study Group (ICSG) beziffert den Angebotsüberschuss im Januar und Februar zusammen auf fast 130 Tsd. Tonnen (saisonbereinigt 54 Tsd. Tonnen). Zur gleichen Zeit im Vorjahr bestand noch ein Defizit. Wesentlicher Grund für den Umschwung ist laut ICSG eine schwache Nachfrage, die gegenüber Vorjahr um 2,1% gefallen ist. Dies wiederum ist hauptsächlich auf China zurückzuführen, wo das Coronavirus zu Jahresbeginn grassierte. Dagegen ist die Kupferproduktion weltweit betrachtet um 0,5% gestiegen. Hierfür zeichnet in erster Linie Chile verantwortlich, wo die Schmelzen nach außerplanmäßigen Ausfällen im Vorjahr nun wieder deutlich mehr Kupferraffinade produziert haben. Auch die Minenproduktion ist dort wieder spürbar gestiegen, ebenso im Kongo und vor allem in Indonesien, wo die beiden größten Minen des Landes nun mehr und mehr Kupfererz Untertage abbauen. Der globale Angebotsüberschuss ist nach Februar wohl größer geworden: Das World Bureau of Metal Statistics taxiert ihn im ersten Quartal auf 188 Tsd. Tonnen. Wie wir bereits mehrfach geschrieben haben, hat das Coronavirus die Nachfrage stärker getroffen als das Angebot. Der Kupferpreis notiert dennoch über 5.300 USD je Tonne und damit nicht weit von seinem 2-Monatshoch von letzter Woche entfernt. Heute Morgen gibt er zwar leicht nach, das Niveau ist angesichts der fundamentalen Lage unseres Erachtens aber zu hoch. Die anderen Industriemetalle zeigen sich zu Handelsbeginn ebenfalls schwächer. Dies dürfte den zunehmenden Spannungen zwischen den USA und China geschuldet sein. Die US-Regierung erwägt Politikbeobachtern zufolge Sanktionen gegen China wegen dessen neuen Hongkong-Gesetzes.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKNTypBasiswertMerkmale
CJ3D7GLongCopper-FutureFaktor: 3
CU54EWShortCopper-FutureFaktor: -3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter https://sg-zertifikate.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.