Rohstoffe

Spät, aber heftig: Goldpreis fällt um 25 USD

Energie – Die Luft wird bereits wieder dünner am Ölmarkt: Der Brentölpreis markierte gestern kurzzeitig bei 63 USD je Barrel ein 1½-Monatshoch. Für Unterstützung sorgte OPEC-Generalsekretär Barkindo, der “Aufwärtspotenzial für den Ölmarkt” im nächsten Jahr sieht. Er verweist dabei auch auf die jüngsten Hoffnungen bezüglich einer Annäherung im Handelsstreit. Mit dem Hinweis, dass noch lange nicht abzusehen sei, ob 2020 ein Angebotsüberschuss drohe, versucht er, den Handlungs- und Erwartungsdruck für das OPEC+-Treffen in einem Monat zu reduzieren. Wir gehen aber nicht davon aus, dass der Markt von der Aufhellung der Perspektiven so überzeugt bleibt wie es Barkindo derzeit zu sein scheint. Die Skepsis bezüglich einer ersten Teileinigung im Handelsstreit nimmt schon wieder zu. Ob heute Nachmittag die US-Lagerdaten kurzfristig helfen, bleibt abzuwarten. Das API hat gestern für die Vorwoche einen kräftigen Aufbau der US-Rohöllagerbestände um 4,26 Mio. Barrel berichtet. Das war aber angesichts des letzte Woche durch das DOE berichteten Anstiegs von 5,7 Mio. Barrel wenig überraschend. Außerdem sind laut API die Bestände für Benzin um 4 Mio. Barrel und für Destillate um 1,6 Mio. Barrel gefallen. Eine Überraschung des Marktes, der für heute einen Aufbau der Rohölvorräte um 800 Tsd. Barrel erwartet, ist nicht auszuschließen, insbesondere wenn sich die zuletzt relativ schwache implizite US-Ölnachfrage erholt.

IMO2020 – Viel Lärm um Nichts?: Die OPEC hat im Rahmen ihres gestern veröffentlichten langfristigen Ausblicks für den Weltölmarkt den Effekt des ab 2020 geltenden verschärften Schwefellimits für Schiffskraftstoffe (IMO2020) aus folgenden Gründen etwas zurückgestuft:

1) Mehr Schiffe seien bzw. würden mit Scrubbern (Katalysatoren) nachgerüstet als gedacht (Stand Mitte 2019: 2.000); 2) Die neue schwefelarme Schwerölmischung (VLSFO) wird bereits von einigen Raffineriebetreibern angeboten; 3) die Ölnachfrage im Allgemeinen, aber auch die nach Schiffskraftstoffen, fällt aufgrund der lahmenden Konjunktur schwächer aus, während 4) die Raffineriekapazitäten stärker gestiegen seien als gedacht. Alles in allem dürfte der Umbruch “weicher” ausfallen, was auch bedeutet, dass sich der Gasöl-/Dieselmarkt nicht so stark anspannen sollte. Laut OPEC springt der tägliche Dieselbedarf als Schiffskraftstoff nur um 0,5 Mio. Barrel nach oben und damit nur halb so viel wie die IEA im Frühjahr geschätzt hatte. Der Markt scheint die “gelassenere” Einschätzung zu teilen: Wir hatten schon letzte Woche erwähnt, dass der Crack-Spread zwischen Diesel und Brentöl um 3 USD je Barrel zusammengelaufen ist.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H88 Long WTI Oil Future Faktor: 4
CJ8EW9 Long Brent Oil Future Faktor: 4
CJ3D4Q Short WTI Oil Future Faktor: -4
CJ3D48 Short Brent Oil Future Faktor: -4
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle –  Je später, desto heftiger – Goldpreis fällt um 25 USD: Der Goldpreis hat gestern verzögert, aber dafür um so heftiger auf die Zunahme des Risikoappetits an den Finanzmärkten regiert: Am Nachmittag rutschte der Preis unter die psychologisch wichtige Marke von 1.500 USD und fiel, vermutlich bedingt durch technische Anschlussverkäufe, bis auf im Tief 1.480 USD je Feinunze zurück. Der Preis pendelt sich am Morgen bei 1.485 USD ein. Nervös werden wohl vor allem die spekulativen Anleger, die noch immer recht optimistisch positioniert sind und zuletzt sogar ihre Netto-Long-Positionen wieder leicht auf knapp 200 Tsd. Kontrakte aufgebaut hatten.

Auch der zweite Blick in den Quartalsbericht des World Gold Councils bestätigt den “normalen” Effekt der hohen Preise: Neben dem gestern erwähnten Einbruch der Schmucknachfrage in den großen Konsumentenländern (Q3: Indien: -32% gegen Vj, China: -12% gegen Vj) ist das Angebot um 4% gegenüber Vorjahr gestiegen. Das war allerdings nicht der Minenproduktion zuzuschreiben, die nur langfristig preiselastisch ist und im dritten Quartal 1% hinter dem Vorjahr zurückblieb. Vielmehr sprang das Angebot an Altgold, das immerhin gut ein Viertel des Angebots ausmacht, um 10% bzw. gut 30 Tonnen nach oben. Das Produzenten-Hedging ist zwar im letzten Quartal ersten Schätzungen zufolge etwas gefallen, aber lehrbuchgerecht hatte es mit steigenden Preisen in den meisten Produzentenländern zugenommen und Ende des ersten Halbjahrs den höchsten Stand seit dem ersten Quartal 2018 erreicht.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold Future Faktor: -10
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Industriemetalle – Spekulanten zunehmend optimistischer bei Metallen: Ungeachtet der wahrscheinlicher gewordenen (Teil-)Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China standen gestern die LME-Industriemetallpreise mit Ausnahme von Kupfer eher unter Abgabedruck. Ein Grund dafür dürfte die jüngste Aufwertung des US-Dollar gewesen sein, der sich häufig gegenläufig zu den Rohstoffpreisen entwickelt. Einen weiteren Grund sehen wir in dem Umstand, dass die Preiserholung in den letzten Wochen auch in Hinblick auf eine mögliche Einigung spekulativ getrieben war. Laut Positionierungsdaten der LME (seit 2018) sind die spekulativen Netto-Long-Positionen bei Kupfer, Zink und Aluminium jüngst auf den höchsten Stand seit vielen Monaten gestiegen.

Dieser ist nicht gänzlich unberechtigt. Zum einen ließen sich zuletzt in Bezug auf die US-Wirtschaft auch optimistischere Töne vernehmen. Außerdem hat China jenseits des Handelsdeals mit den USA bei einem anderen (größeren) Handelspakt Fortschritte erzielt. So haben 15 von 16 Ländern – mit von der Partie sind die ASEAN+3 (China, Südkorea und Japan) sowie Australien und Neuseeland – „textgestützte“ Verhandlungen für die Regional Comprehensive Economic Partnership (RCEP) abgeschlossen. Herauskommen könnte das größte Handelsabkommen der Welt, das voraussichtlich im nächsten Jahr offiziell unterzeichnet wird. Sollte sich Indien doch noch entscheiden, dem Pakt beizutreten, würde auf die 16 Nationen umfassende RCEP ein Drittel des globalen Bruttoinlandsprodukts und fast die Hälfte der Weltbevölkerung entfallen. Vor allem Infrastrukturmetalle wie Kupfer werden als gute vorlaufende Indikatoren für diese Entwicklungen angesehen und reagieren häufig sensibel.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7K Long Copper Future Faktor: 6
CJ3D7S Short Copper Future Faktor: -6
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