Rohstoffe

Silbermarkt im letzten Jahr unterversorgt

Energie: Russische Medien berichteten einen Rückgang der russischen Ölproduktion Anfang April auf 11,25 Mio. Barrel pro Tag. Sie beriefen sich dabei auf eine mit den Zahlen vertraute Person. Das entspricht einem Rückgang um 150 Tsd. Barrel pro Tag gegenüber dem Referenzwert im Oktober 2018. Damit hätte Russland seine Verpflichtung aus dem Kürzungsabkommen (-228 Tsd. Barrel pro Tag) noch immer nicht erfüllt. Die aktuelle Zahl steht auch im Widerspruch zur Aussage von Energieminister Nowak, wonach Russland die vereinbarte Kürzung Anfang April erfüllt hat. Allerdings haben die Behörden in Russland bei der Ermittlung der Ölproduktion gewisse Freiheiten. So werden sogenannte Production Sharing Agreements mitunter herausgerechnet, was die Produktion senkt. Zudem können die bei der Umrechnung der Produktion von Tonnen in Barrel verwendeten Umrechnungsfaktoren variieren, was sich ebenfalls auf die ausgewiesenen Produktionsmengen auswirkt. All dies zeigt, dass die Produktionszahlen aus Russland mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind. Keine Zweifel gibt es dagegen, dass die US-Schieferölproduktion weiter steigt. Die US-Energiebehörde prognostiziert für Mai einen Anstieg um 80 Tsd. auf 8,46 Mio. Barrel pro Tag. Etwa die Hälfte des Anstiegs entfällt dabei auf das größte Schieferölvorkommen Permian Basin. Die Produktion dort liegt mittlerweile bei mehr als 4 Mio. Barrel pro Tag. Nachdem Saudi-Arabien unlängst die tägliche Produktionsleistung seines größten Ölfeldes Ghawar auf 3,8 Mio. Barrel reduziert hatte, ist das Permian Basin das Ölvorkommen mit der größten Tagesproduktionsmenge der Welt.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Gold und die anderen Edelmetalle zeigten sich gestern von ihrer schwachen Seite. Die Finanzmarktakteure sind aktuell offenbar sehr entspannt und entsprechend risikofreudig, wie an den Volatilitätsindizes des S&P 500 und des DAX erkennbar ist. Beide sind gestern auf Mehrmonatstiefs gefallen. Gold handelt zwar unter der 100-Tage-Linie, ein Abverkauf ist aber bislang ausgeblieben.
Wie das Silver Institute letzte Woche mitteilte, war der globale Silbermarkt im letzten Jahr unterversorgt. Demnach belief sich das physische Angebotsdefizit auf 29,2 Mio. Unzen (908 Tonnen). Die Silbernachfrage stieg erstmals seit drei Jahren wieder (+3,5%). Sie wurde vor allem durch eine starke Nachfrage nach Münzen und Barren getragen, die um 20% zulegte. In erster Linie hat Indien 2018 viele Silberbarren nachgefragt. Die Schmucknachfrage zog um 4% an, die Nachfrage nach Silberwaren um 6%. Dagegen ging die Industrienachfrage, mit 56% die größte Nachfragekomponente, leicht zurück. Dies ist insbesondere auf die Photovoltaikindustrie zurückzuführen, wo sich der Trend zur Miniaturisierung fortsetzte und Substitutionsdruck herrschte. Das Silberangebot fiel um 2,7%, da die Minenproduktion rückläufig war. Diese war von Angebotsausfällen in verschiedenen Ländern gezeichnet und verbuchte bereits den dritten Jahresrückgang in Folge. Die Produktion aus reinen Silberminen machte im letzten Jahr 26% der gesamten Silberminenproduktion aus. Der Rest entfiel auf Silber als Nebenprodukt in der Blei- und Zink-, Kupfer- und Goldproduktion. Einen Ausblick auf 2019 hat das Silver Institute nicht gegeben.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ7RLP Long Gold-Future Faktor: 4
CJ7RLG Short Gold-Future Faktor: -4

Industriemetalle: Die robusten chinesischen Exporte im März insgesamt sind auch in den Ausfuhren der Rohstoffe ersichtlich. Daten der Zollbehörde zufolge sind die Stahlexporte auf ein 9-Monatshoch von 6,33 Mio. Tonnen gestiegen. Gegenüber Vorjahr stand ein Plus von 12% zu Buche, gegenüber Vormonat sogar von 40%. Damit haben die Aktivitäten nach den Neujahrsfeierlichkeiten im Februar wieder deutlich angezogen. Das Nationale Statistikbüro dürfte morgen berichten, dass im letzten Monat auch mehr Stahl produziert wurde. Da die Stahlpreise in China seit Anfang April stark gestiegen sind – der nächstfällige Futures-Kontrakt für Betonstahl legte um knapp 12% auf 4.170 CNY je Tonne (620 USD je Tonne) zu –, dürfte zuletzt wieder mehr Stahl im Inland verkauft worden sein und die Exporte entsprechend an Dynamik verlieren. Die Aluminiumexporte sind im März ebenfalls stark gestiegen. Sie haben mit 546 Tsd. Tonnen fast wieder ihr Rekordhoch vom Januar erreicht. Die Aluminiumschmelzen konnten unter anderem wegen niedrigerer Alumina-Preise günstiger Aluminium produzieren. Zudem kommen in China kontinuierlich neue Schmelzkapazitäten an den Markt. Die inländische Nachfrage ist laut Einschätzung von Marktbeobachtern schon seit einiger Zeit verhalten, so dass entsprechend viel Material exportiert wird. Dies wiederum drückt auf die Aluminiumpreise. An der LME kostet eine Tonne Aluminium heute Morgen nur gut 1.860 USD.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper-Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper-Future Faktor: -8

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