Rohstoffe

Silber glänzt mehr als Gold

Energie: Neben den freundlicheren Aktienmärkten dürften die API-Lagerdaten gestern den Brentölpreis auf über 60 USD je Barrel haben steigen lassen. Denn diese zeigten einen massiven Rückgang der Rohöllagerbestände um 11,1 Mio. Barrel, nachdem sie bereits in den Vorwochen deutlich zurückgingen. Bei den heute zur Veröffentlichung anstehenden offiziellen Lagerdaten des DOE rechnet der Bloomberg-Konsens mit einem Rückgang der Lagerbestände von Rohöl von “lediglich” 2,9 Mio. Barrel. Interessant wird aber auch die Entwicklung der Bestände für Ölprodukte. Hier rechnet der Konsens mit einem Abbau bei Benzin um 140 Tsd. Barrel und einem Aufbau bei Mitteldestillaten um rund 1,2 Mio. Barrel. In den USA wird die Sommer-Fahrsaison erst mit dem Labor Day am nächsten Montag und dem darauf folgenden Schulbeginn zu Ende gehen. Daher wird es von Interesse sein, ob der Abbau der Rohöllagerbestände nur geringeren Importen oder aber auch einer stärkeren Nachfrage geschuldet war. Die USA ist nach wie vor der weltgrößte Ölverbraucher. Auf der anderen Seite bekräftigte der russische Energieminister Novak das Bekenntnis Russlands zu den freiwilligen Produktionskürzungen mit der OPEC. Eine gute Förderdisziplin der OPEC+, gepaart mit einer guten Nachfrage, dürfte den Ölpreis unterstützen.

Der CO2-Preis (Dezember 2019) ist zuletzt deutlich unter Druck gekommen und auf gut 25 EUR je Tonne gefallen, nachdem er im Juli nicht die psychologisch wichtige Marke von 30 EUR je Tonne überwinden konnte. Wir erklären in unserer heutigen Analyse (Rohstoffe kompakt Energie: Vorzeitiger Herbstbeginn im CO2-Handel), dass es gleich mehrere Faktoren waren, die zum Preisrückgang beigetragen haben. Auf der einen Seite waren die schwache europäische (Industrie-)Konjunktur als auch eine rückläufige Energieproduktion bei einem massiven Brennstoffwechsel dafür verantwortlich. Der europäische Gaspreis (nächstfälliger Monats-Future, TTF) ist zuletzt erstmals seit fast 11 Jahren unter 10 EUR je MWh gefallen und hat sich deutlich stärker verbilligt als der Kohlepreis. Die Gaskraftwerke, die nun stärker zur Stromerzeugung genutzt werden, stoßen deutlich weniger CO2 aus als Kohlekraftwerke. Aber auch der drohende “harte” Brexit und die mittelfristigen Kohleausstiegspläne wirken belastend. Trotz des momentanen Gegenwindes gehen wir nach wie vor von einem Anstieg des CO2 -Preises auf 30 EUR im nächsten Jahr aus. In der vierten Handelsperiode – beginnend im Jahr 2021 – dürfte sich der Preisanstieg fortsetzen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8
CJ3F6P Long ICE ECX EUA Future Faktor: 3
CJ3F6S Short ICE ECX EUA Future Faktor: -3
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Edelmetalle: Silber war gestern der Star unter den Edelmetallen: Es ist um 3% gestiegen. Zum Handelsauftakt heute Morgen legt es weiter zu und hat mit 18,3 USD je Feinunze den höchsten Stand seit April 2017 erreicht. Woher gestern Nachmittag das Kaufinteresse kam, lässt sich auf den ersten Blick nicht erkennen. Am Futures-Markt war allerdings ein doppelt so hohes Handelsvolumen wie im Durchschnitt der letzten zwölf Monate zu beobachten. Das heißt, wahrscheinlich haben spekulative Finanzinvestoren im großen Stil Silber gekauft. Hierüber gibt aber erst die CFTC-Statistik am Freitagabend Auskunft. Schon in der letzten Beobachtungsperiode (die Woche zum 20. August) wurden die Netto-Long-Positionen bei Silber wieder deutlich ausgeweitet. Daneben gab es zuletzt wiederholt starke ETF-Zuflüsse, die ebenfalls zum Preisanstieg von Silber beigetragen haben dürften. In den letzten beiden Tagen wurden die Bestände der von Bloomberg erfassten Silber-ETFs um über 100 Tonnen aufgebaut. Seit Monatsbeginn stehen mittlerweile Zuflüsse von 1.140 Tonnen zu Buche. Da sich Silber sowohl gestern als auch in den letzten Tagen deutlich besser als Gold entwickelt hat, ist das Gold/Silber-Verhältnis auf gut 84 gefallen, der niedrigste Wert seit März. Im historischen Vergleich ist Silber damit aber immer noch günstig. Dass sich Gold schlechter entwickelt hat als Silber heißt nicht, dass es gestern nicht selbst gestiegen wäre. Es verteuerte sich um 1% auf gut 1.540 USD je Feinunze. Wie bei Silber ging der Preisanstieg auch hier mit kräftigen ETF-Zuflüssen einher – gestern waren es 15 Tonnen. Derzeit deutet nicht viel darauf hin, dass die Nachfrage nach Gold und Silber nachlassen könnte.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.
Produktidee: Faktor-Zertifikate
WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold Future Faktor: -10
CU0E6W Long Silver Future Faktor: 5
CJ7RLV Short Silver Future Faktor: -5
Die Darstellung der genannten Produkte erfolgt lediglich in Kurzform.
Die maßgeblichen Produktinformationen stehen im Internet unter www.zertifikate.commerzbank.de zur Verfügung. Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen und die Basisinformationsblätter erhalten Sie bei Klick auf die WKN.
Sie sind im Begriff, ein komplexes Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers zu informieren, insbesondere um die potenziellen Risiken und Chancen der Entscheidung, in die Wertpapiere zu investieren, vollends zu verstehen. Die Billigung des Basisprospekts durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen.

Industriemetalle: In unserem „Rohstoffe kompakt Industriemetalle: Die Wolken werden dunkler“ haben wir gestern unsere Prognosen für die Industriemetallpreise nach unten revidiert. Der Handelsstreit, der jüngst erneut eskaliert ist, wiegt schwer auf den Preisen und drängt die durchaus preisunterstützenden metallspezifischen Daten in den Hintergrund. Er spiegelt sich mittlerweile nicht nur in einer zusehends schlechter werdenden Stimmung in der Industrie wider, sondern hat bereits Auswirkungen auf die Konjunktur. Da wir davon ausgehen, dass die Dynamik der Weltwirtschaft weiter nachlässt, dürfte sich dies auch negativ auf die Nachfrage nach Industrierohstoffen auswirken.

Frühere Wertentwicklungen, Prognosen und Simulationen sind kein Indikator für die künftige Wertentwicklung.